Weaves – Wide Open

30. Oktober 2017 um 12:38 von Jörg Tresp | about albums | Kein Kommentar

Eine der vielversprechendsten kanadischen Bands legt nun den Nachfolger des viel gelobten Debüts vor.

Einer der besten Songs dieses hörte auf den wunderschönen Namen ‚Shithole‘ und wollte die Hörgänge so gar nicht mehr verlassen. Diese Band scheint vor Energie nur so zu strotzen und dabei reißt Sängerin Jasmyn Burke ihre Mitstreiter nur so mit, denn diese Frau ist wirklich ein dynamischer Wonneproppen im besten Sinne.

Gleich der Opener ‚#53‘ unterstreicht das eben geschriebene nur zu deutlich und trotz unglaublich vieler Shows, die sie in den letzten 12 Monaten gespielt haben, wollten sie sich mit dem zweiten Album nicht viel Zeit lassen, was natürlich auch schnell mal nach hinten los gehen kann. ‚Slicked‘ zeigt aber, dass dem mitnichten so ist, denn diese Band sprüht nur so vor Ideen und Spielwitz und haut uns unsere Lethargie nur so um die Ohren.

Das mag jetzt nicht immer innovativ sein, aber wenn eine Band eine derartige Frische an den berühmten Tag legt, ist das auch völlig egal. ‚Law And Panda‘ zeigt, dass das Quartett aus Toronto auch eine gehörige Portion „Rotz“ ausstrahlt und das ist gut so, denn so verkommt es nicht zu einem glatten Pop-Brocken. Natürlich ist Burkes Gesang das absolute Markenzeichen von Weaves, aber auch die an die wunderbaren Pixies erinnernden Gitarren tun ihr übriges und man merkt diese Band an, dass sie einige Shows auf dem Buckel haben. ‚Walkaway‘ führt diesen Faden sehr selbstverständlich weiter und mit dem 5-minütigen Titeltrack nehmen sie wohltuend mal das Tempo raus, was die brüchige Seite der Band zeigt.

‚Scream‘ muss ich nicht verstehen und auch wenn sie hier mit der Inuit-Künstlerin Tanya Tagaq gemeinsame Sache machen und der Song „nomen est omen“ ist, muss ich das nicht verstehen und so kann der zweite Teil des Albums mit dem ersten leider nicht mithalten, so dass man sich doch noch fragt, ob sie sich ein bisschen mehr Zeit hätten nehmen sollen. Klar sind die Songs noch nett, aber sie verlieren ein bisschen ihre Klasse und Dynamik und kommen ein wenig wie „Filler“ daher.

Nichtsdestotrotz zolle ich Weaves auch mit ihrem Zweitwerk gehörig Respekt, denn diese Kaltschnäuzigkeit, die sie mit dem abschließenden ‚Puddle‘ nochmals beweisen, steht nicht nur ihnen, sondern auch uns, in der heutigen Zeit so verdammt gut. (Memphis Industries)

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