Viv Albertine – “A Typical Girl”

8. Februar 2018 um 16:22 von Freda Wilms | about blog, Allgemein | Kein Kommentar

460 Seiten, 95 (kurze) Kapitel, einige illustre Namen und eine Menge Wörter, die locker flockig Viv Albertines bisheriges Leben umschreiben; das ist die Basis von Albertines „A Typical Girl“, einem Memoir.

Viv Albertine war Gitarristin bei „The Slits“, der ersten einflussreichen Frauen-Punk-Band, wurde später Film/Fernseh-Regisseurin und Produzentin um nun – „Happy End“ – wieder als Musikerin ihr Dasein zu frönen.

Früh erkennt Viv ihren Wunsch einmal Teil einer Band zu sein, und so entscheidet sie sich, an eine Kunstschule zu gehen, um dort interessante, Musik affine Menschen kennenzulernen. Der Plan geht auf, bald besteht ihr Freundeskreis aus Leuten wie Mick Jones (The Clash), Sid Vicious (später Sex Pistols) und Keith Levene (später PIL). Wenn sie einmal genug Geld hat, kauft sie Klamotten in Vivienne Westwoods Laden, vor der sie Angst hat (dumm rüber zu kommen).

Gitarre spielen lernt sie erst, als sie endlich eine Band gefunden hat: The Slits. Von da an erforscht sie stundenlang die verschiedenen Klänge ihrer neuen E-Gitarre um einen eigenen Sound zu kreieren. Anschließende Touren der Band erinnern an pubertäre Klassenfahrten.

Ihre Musikkarriere findet ein abruptes Ende, was einfach passiert und nicht durch schreckliche Schicksalsschläge hervorgerufen wird. Danach dümpelt die Geschichte mal in diese mal in jene Gegend, findet ihren Tiefpunkt in einer traurigen Vorstadt-Ehe, um dann am Ende Hoffnung zu verbreiten, indem Viv Albertine wieder zur Gitarre greift. Inzwischen ist ihr erstes Solo Album „The Vermillion Border“ erschienen.

Albertines Leben liest sich geschmeidig nach dem Prinzip „Heldenreise“ und weiß mich damit leicht zu fesseln. Wobei fesseln vielleicht doch eine Übertreibung ist. „A Typical Girl“ im Original übrigens Clothes, clothes, clothes. Music, music, music. Boys, boys, boys: a memoir (2014 erschienen bei Faber and Faber, London), ist weder eins jener Bücher, welches man nie zur Seite legen mag, noch eins der Bücher, das einen dazu verleitet, tränenüberströmt in der vollbesetzten Bahn zu lesen. Auch wenn so manch eine Phase in Albertines Leben recht traurig verlief. Und damit ist es nun ein Buch, das den Leser humorvoll, unangestrengt und geduldig begleitet und die verschnörkelten Wege des Lebens unter die Nase reibt.

 

Erschienen ist das Buch bei Suhrkamp Nova.

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