Torpus & The Art Directors – We Both Need To Accept That I Have Changed

9. Februar 2018 um 10:00 von Jörg Tresp | about albums | Kein Kommentar

Das sympathische Quintett legt nun bereits das vierte Album vor und irgendwie warte ich noch immer auf den großen Wurf, unfair? Vielleicht!

Offiziell ist es ja auch erst der dritte Wurf, da sie ihr Debütalbum schon ein kleines bisschen zu verleugnen scheinen. Nun ja, das ist vielleicht Stoff für eine Enthüllungsstory, aber hier soll es schließlich um das neue Werk gehen, welches im letzten Jahr bereits digital und auf CD erschien und nun endlich in Vinyl-Form nachgereicht wird, was mir nach leicht komischer Geschäftspolitik anmutet und einer Strafe für LP-Fans gleichzukommen scheint.

Mit „We Both Need To Accept That I Have Changed“ schmeißen sie den Folk ein gutes Stück weit über Bord und schaffen eine noch zeitlosere Musik und vielleicht wäre es auch mal an der Zeit, aus Deutschland heraus zu kommen, denn ihre Musik ist zumindest instrumentell schon länger auf internationalem Niveau wie u.a. dem Opener und der ersten Single ‚4×7‘ belegen, dem übrigens auch der Albumtitel entnommen ist – derart rockig hat man die Norddeutschen selten erlebt.

Der Anfang von ‚Never Close Enough‘ erinnert mich sogar an die Dawes, wenn Torpus & Co. natürlich etwas verspielter und poppiger daher kommen. Spätestens bei ‚Sleeping Bag‘ aber werde ich mein Gefühl nicht los, dass es immer noch ein wenig mit dem Songwriting hapert, gerade auch, wenn ich doch den großen, musikalischen Wurf erwarte, aber vielleicht tue ich ihnen da unrecht und zu viel Gewicht auf ihre Schultern.

Schön homogen kommt das Album daher und wahrscheinlich ist es auch ihr reifstes, denn es schwelgt schon vor Selbstbewusstsein und Songs wie ‚Human Loving Being‘ und ‚I Feel For Her‘ sind Höhepunkte ihres bisherigen Schaffens. Komisch fast, dass sie diese genauso wie das schön-melancholische ‚He’s A Cat‘ am Ende des Album „versteckt“ haben.

Ich kann mir nicht helfen, aber ein gewisser Zwiespalt bleibt einfach zurück. Auf der einen Seite haben sie viele tolle Soundideen, das Album klingt warm, frisch und originell, auf der anderen Seite muss ich ihnen ob des noch immer grenzwertig-starken Songwritings eine kleine Rüge ins Klassenbuch schreiben und das tut mir so weh, denn es gibt wenige deutsche Bands, die ich lieber mag. (GHVC)

 

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