The War on Drugs – A Deeper Understanding

29. August 2017 um 10:42 von Saskia Böttjer | about albums | Kein Kommentar

Das passiert also mit einer guten Band bei ihrem Major-Debüt? Mit hohen Erwartungen wurde sich auf dieses Album gefreut, das nun im Plattenregal neben Kuschelrock seinen Platz finden wird.
Sofern man Besitzer einer dieser pathetischen Sammelcompilations sein mag. Wenn nicht, ist das vierte Studioalbum der ehemaligen Kurt-Vile-Band nicht zu empfehlen. Denn mir scheint, dass die Band zu viel 90er und Bryan Adams gehört hat und plötzlich genauso klingt. Das liegt zum einen natürlich an Adam Granduciels Gesang, der plötzlich so weich wird, dass er einem Schmusesänger gleichkommt. Zum anderen auch dadurch, dass in diesen zehn Songs das Keyboard viel vordergründiger zu hören ist, als zuvor.

Es ist aber auch nicht leicht, an ihr famoses „Lost in the Dream“ (2014) anzuknüpfen, mit dem sie sich zur Band der Stunde musizierten. Der Erfolg dieses kleinen Meisterwerks zu danken hat die Band wahrscheinlich auch den Vertrag mit Warner, auf dem „A Deeper Understanding“ nun auch veröffentlicht werden durfte.
Darauf stachen The War on Drugs durch entspannte Melodien gebrochen von einer Highway-Energie, heraus. Nur ‚Nothing to Find‘ kommt da noch in Zügen heran, wirkt dann aber doch eher wie ein Abklatsch mit seinem Uptempo-Beat, unterstützt von den hallenden E-Gitarrenharmonien. Ein wenig zu viel Bruce Springsteen in den 90ern gehört. Auch ‚In Chains‘ ist zu poppig, mit durchgängigem Beat und zu wenig Brüchen. Und plötzlich folgt das Herzschmerz-Finale des Songs und man fühlt sich versetzt aufs Traumschiff, umgeben von Mittfünfzigern, mit Modernität hat das wenig zu tun. Die Pianoballade ‚Clean Living‘ setzt dem noch die Krone auf.

Für mich hat das nur noch wenig mit Rockmusik zu tun. Schade! Mit dem Vorgänger hatten die Amerikaner noch eine eigene Art des Indierocks gefunden, vor allem durch das gute Songwriting getrumpft, der die Tiefen des Moments beim Hören verstärkte. Nun wirkt alles wie schon einmal gehört. Vor allem so seicht, dass kein Song im Ohr schmerzt, aber auch so sehr, dass keiner davon im Gehörgang hängenbleibt. (Warner)

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