The Drums – Abysmal Thoughts

20. Juni 2017 um 20:50 von Saskia Böttjer | about albums | Kein Kommentar

Neben dem Preis für das vielleicht schlechteste Artwork des Jahres, kann das neue Album des nunmehr amerikanischen Soloprojektes jedoch auch Pluspunkte einsammeln.

Es war ein langer Weg zu diesem Album – nachdem The Drums 2009 mit ‚Let’s Go Surfing‘ dem Beach-Boysschen Sound zu Modernität verhalfen und mit ihren drei Alben an extremem Bandmitgliederschwund litten, ist für ‚Abysmal Thoughts‘ nur noch Frontmann Johnny Pierce übrig geblieben. Keine Frage, er ist nun alleinbestimmend für den Sound, den er mit seiner klaren, hohen und dieses Mal recht sanften Stimme, an sich schon prägt. Er lässt es sich aber auch nicht nehmen, seine verfassten Songs alle komplett selbst im Studio einzuspielen.

Des Weiteren sind diese zwölf Songs eher an die 80er angelehnt, als noch an die 50er-Einflüsse der Vorgänger. So weist der Einstieg mit ‚Mirror‘ nun dann die Richtung – weg vom reinen Beachpoprock, hin zu postpunkig-poppigen Melodien und lässt die Erwartungen an das Album steigen.
Wie gewohnt, ist der Harmoniegesang da, aber irgendwie ist alles noch ein wenig melodiöser als früher, mit weiterhin viel Energie und ordentlich Hall auf dem Gesang, der ein bisschen schwurbelt. Und so passt sich ‚I’ll Fight for your Life‘, der seine Energie vom Bass bekommt und ordentlich ins Bein geht, mit seinen Synthies gut an. ‚Blood Under my Belt‘ klingt dann wieder etwas mehr nach dem Dreampostpunk der frühreren Alben. Aber der rote Faden der Sehnsucht in den Texten geht in ‚Head of the Horse‘ ein wenig durch poppige Belanglosigkeit flöten, wird jedoch im Anschluss in ‚Under the Ice‘ direkt wieder von den lässigen Gitarrenmelodien weggeschubst.

Johnny Pierce findet mit seiner klaren Stimme auf diesem Album Höhen, mit denen er doch eher sehr persönliche Texte nachempfindet – Melancholie und Herzschmerz, die durch die positive Untermalung jedoch nicht allzu stark die Laune trüben, dafür sind die Songs viel zu tanzbar. Allerdings ist der düsterste Song des Albums, ‚Are You Fucked‘, auch der Stärkste und erinnert an einen Elliot Smith, der ein wenig aufs Gaspedal getreten hat und mit dem Saxophon und weiteren Spielereien experimentiert. ‚Rich Kids‘ dürfte mit seinem kritischen, aber dabei so eingängigen Refrain, ebenfalls als einer der stärksten Songs dieses Albums genannt werden.

Dennoch beginnen die ‚Abysmal Thoughts‘ stärker, als sie verlaufen. Könnte sehr gut daran liegen, dass Pierce sich noch an die Rolle des Alleinunterhalters gewöhnen muss. Trotz unterschiedlicher Stimmungen der Songs, wirkt es doch ein wenig eintönig. Wenn man weitere Kritik üben möchte, könnte das Album außerdem zu lieblich sein, da der The Drumssche Sound doch an Rockigkeit eingebüßt hat. Aber Moment, wir haben ja Sommer und auf dem Weg zum Strand befinden wir uns auch – dann also doch mal ausprobieren, als Soundtrack für laue Tage! (Anti/Epitaph)

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