So schön war das About Songs Festival 2017

15. Juni 2017 um 11:30 von Sara | about blog | Kein Kommentar

Am letzten Wochenende fand unser lang erwartetes About Songs Festival im Knust statt. Wir sind immer noch völlig auf Wolke sieben. Das war nämlich so:  Für uns sind die vier kanadischen Acts lange bekannt und geliebt, dass jedoch so viele Menschen an diesem Abend Interesse an diesen zeigen werden, konnten wir nicht absehen. Uns und die Musiker erwartete ein so volles Knust, dass die Lüftung gar nicht mehr nach kam. So schwitzte, tanzte, jubelte und sang ein begeistertes Publikum ohne Pause – Okay, bis auf die kleinen Umbaupausen, in denen der Merch-Stand gar nicht mehr hinterher kam vor lauter Platten verkaufen.

Eröffnet hat den Abend unser Youngblood Graham aka Devarrow. Eine erfolgreiche und wunderbare Support Tour lag hinter ihm wie man an seinem strahlenden Lachen erkennen konnte, mit dem er die Bühne betrat. Über zehn Shows spielte er mit The Dead South, Close Talke sowie Yes We Mystic, sein Höhepunkt jedoch, so erzählt er, hatte er bis dato einen Tag zuvor mit The Dead South in Berlin. Dass die ganze kanadische Reisegruppe mittlerweile Freunde geworden ist, konnte man immer wieder belustigt beobachten. Tja nun stand er auf der Knust-Bühne und entfachte eine ganze musikaffine Menge mit seiner sympathischen, echten Attitude und seinem dazugehörig großartigen Akustik-Set. Nach diesem Abend ist Devarrow kein Geheimtipp mehr.
Auch die darauf folgende Band Close Talker kam direkt aus dem Tourbus ins Knust. Das Trio begeisterte mit ihrem ausgeklügelt arrangierten Indie-Sound. Wie bereits erwähnt, wurden sie ja schon während ihrer Tour in diversen live Kritiken häufig als neue Lieblings-Band gehypet, auch an diesem Abend hörte man einige Herzen höher schlagen. Musikkenner konnten sich von dem unglaublichen Talent von Matthew überzeugen, der ernsthaft Gitarre, Keyboard, Basspedal und Vocals gleichzeitig raushaut und das mit einer so umfassenden Leichtigkeit, dass man zweimal hinschauen muss, um das zu checken. Dazu der entzückende Will mit dieser wundervoll, melodiös wandelbaren ruhigen Stimme und Christopher, der am Schlagzeug überhaupt nicht mehr so zurückhaltend ist wie vor der Bühne. Hallo neue Lieblingsband.
Kurz darauf betraten dann Yes We Mystic die Stage. Auch diese fünf – noch euphorisiert von ihren gut laufenden Deutschlandshows – lieferten eine beeindruckende Performance ab. Wenn man Adam so sieht möchte man gar nicht glauben, dass der Gute an diesem Tag seinen 24. Geburtstag feierte, schließlich besteht die Band um ihn herum aus ausgereiften, fabelhaften Musikern. Auch, dass am Anfang der Karriere die Auswahl ihres Band-Namens höchste Priörität hatte, ist kaum zu glauben. Heute steht eben dieser für facettenreichen Indiesound mit Einflüssen von Folk, Rock und R&B übermittelt durch umfangreiche Insturmentierung. Es mag Zufall sein, dass zwei Tage später ihr Video zu „Working for the Future in the Interlake“ 500.000 Views auf Vimeo sowie 200.000 Ansichten bei Reddit hatte, oder es ist einfach ihre Großartigkeit.
Um exakt 22:30 betraten dann die Blue-Gras-Folker The Dead South die Bühne. Zugegeben, nicht nur aufgrund der Outfits mancher Besucher wurde spätestens jetzt klar, dass bereits eingeschweißte Fans ausschließlich auf diesen Moment warteten. Und es ist wie es ist: diese Truppe ist vor Coolness kaum zu übertreffen.
Ihre nahezu ausverkaufte Deutschland-Tour fand ein gebürtiges Finale. Ganze zwei Stunden lieferten sie erbarmungslos eine dynamische Show ab, bis es von der Decke tropfte und die weißen Hemden (bzw. das schwarze Vintage-Kleid) ganz durgeschwitzt waren. Exzentrische Banjos, rauchige Gesänge, derbe Bässe und melodiöse Riffs. „In Hell I’ll Be in Good Company“, so auch ihr Tourmanager Max Paul Maria, der gegen Ende zum Pfeifen auf die Bühne gebeten wurde. Eine The Dead South-Show ist wie eine große, wahnsinnig gelungene Party. Auf der Bühne, vor der Bühne und -nicht zu vergessen- hinter der Bühne. Dort drängten sich nämlich die anderen Musiker um den Bühneneingang, schossen lachend Selfies und sangen jeden Text mit. Das ist doch mal Wertschätzung unter Kollegen.
0:30 Uhr, der Bart sitzt. Am Merch-Stand baut sich plötzlich eine tummelnde Frauen-Menge auf, dazwischen zwei Jungs, die extra aus Lübeck kamen, sich in ihre Hosenträger warfen und mit glitzernden Augen die Vier um ein Autogramm auf ihrer Kanada-Fahne baten. Trotz der anstrengenden Tage nahmen sich Scott, Erik, Nate und Eliza für jeden einzelnen ganz viel Zeit zum plaudern, Selfies machen und herzen bevor alle zu den erlösenden, frischen Klamotten griffen. Ihr Tontechniker Kyle feierte heute übrigens zum 22. Mal in diesem Jahr Geburtstag, zur Feier des Tages wurde deshalb von ihren hannoveranischen Freunden eine selbstgebackene Torte auf die Bühne gebracht.

Als die letzten Fans den Heimweg ergriffen blieb eine Gruppe hoch glücklicher Menschen zurück und feierten noch ein paar Stunden die Deutsch-Kanadische-Freundschaft. Am Montag morgen verließen auch die letzten das liebgewonnene Hamburg und es schwebte die bittersüße, melancholische Stimmung im Raum, wie man es sonst nur von dem Ende einer Klassenfahrt kennt. Zum Glück, gibt es im Herbst schon ein erstes Wiedersehen.
( >>> hier findet ihr alle aktuellen Tour-Daten )

Was bleibt sind angeschwollene Herzen und die Vorfreude auf nächstes Jahr sowie die große Dankbarkeit gegenüber allen wundervollen Sponsoren, Helfern, Unterstützern, Fans und unseren Bands.

THANK YOU ♥

Fotos: © P. Diercks – blackworks.de

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