Okkervil River – In The Rainbow Rain

27. April 2018 um 10:00 von Jörg Tresp | about albums | Kein Kommentar

Kaum zu glauben mit welcher Fröhlichkeit und Spielfreude das neue Werk meiner fast liebsten Texaner daher kommt, aber ein bisschen Spaß muss halt sein!

Dabei war mir die neue Spiellaune nicht fremd, konnte ich sie doch gerade bei ihrem Heimspiel im Rahmen des SXSW-Festivals live sehen und außerdem führt der Opener ‚Famous Tracheotemies‘ ein wenig in die Irre, zum Glück, denn der stärkste Song ist er sicher nicht. Das ändert sich aber mit dem folgenden ‚The Dream And The Light‘, denn hier paart sich das Positive durchaus mit einem guten Song, der selbst mich fast zum Tanzen bringt, aber übertreiben wollen wir ja auch nicht.

Zählte der Vorgänger „Away“ noch zu den eher düsteren Werken, scheint er knapp zwei Jahre später die Schicksalsschläge und düsteren Gedanken aufgearbeitet zu haben und das Leben zu genießen, da kann ich dann auch mal ein Saxofon-Solo verzeihen. Besagte „Away“-Tour hat ihm dann so viel Freude bereitet, dass er gleich ein neues Album voller Optimismus nachreichen wollte – gut so!

Sicher ist da viel zu viel Synthie auf der Platte, aber wenn man Okkervil River in dem neuen Line Up live sieht, mag man auch das verzeihen und irgendwie ist das nicht die einzige Parallele zum neuen Album der Decemberists, die ja auch ähnlich lange gute Platten machen und ihre Ups und Downs hatten. Den Vorgänger hatte Sheff noch ganz alleine, in fast völliger Isolation, erschaffen, aber hier war hat er gleich seine ganze Band zum Aufnehmen ins Studio verfrachtet und genau diesen Aufbruch hört man fast jedem Song an, wobei es jetzt nicht zwingend so ist, dass es zu ihren besten Alben zählt, aber es ist ja auch schon das 9. Studioalbum der Band…

‚Pulled Up The Ribbon‘ gehört mit seiner großartigen Gitarrenarbeit sicher zu den Höhepunkten des Albums und wer möchte in die Soul-Ballade ‚Don’t Move Back To L.A.‘ nicht mit einstimmen? Allerdings ist der Grat zwischen Fröhlichkeit und guten Songs oftmals ein schmaler und so gibt es leider auch Songs, die etwas überflüssig erscheinen und so dahin plätschern und das gilt besonders für die zweite Albumhälfte, was mich dann natürlich wieder an die These denken lässt, dass wahre Kunst nun mal aus der Qual entsteht und da Will Sheff gerade recht wenig leidet und das Leben genießt, was ihm natürlich gegönnt sei, wirkt sich das nicht positiv auf das Songwriting von „In The Rainbow Rain“ aus und das lässt mich wiederum etwas traurig zurück. (ATO)

 

 

Keine Kommentare zu “Okkervil River – In The Rainbow Rain”

Schreibe einen Kommentar
* Pflichtfeld

All About Songs :

About About Songs

About Radio

About Songs & Books

About Live