Nick Mulvey – Wake Up Now

14. September 2017 um 11:00 von Maria Kannewitz | about albums | Kein Kommentar

Dass sich Nick Mulvey nach seiner letzten Veröffentlichung vor 3 Jahren musikalisch weiterentwickelt hat, ist auf seinem jüngsten Schaffenswerk „Wake Up Now“ wohl kaum zu überhören.

‚Transform Your Game‘ – so der Titel des zweiten Songs, soll diese Entwicklung auch mit einer interessanten Hintergrundgeschichte ausdrücken. So soll etwa der ebenfalls britische Musiker Brian Eno, der meinen Eltern wahrscheinlich als Gründungsmitglied von Roxy Music bekannt sein dürfte, an eben diesem Schaffensprozess mitgewirkt haben und – wenn man den Worten von Nick Mulvey an diesem Punkt Glauben schenkt, auch David Bowie, der ihm in einem Traum begegnete und gestalterische Ratschläge bezüglich der Anwendung von Akkorden gegeben haben soll.

Doch mal abgesehen von dem kreativen Austausch drei großartiger Musiker, verleiht Nick Mulvey seiner Musik nun auch durch Lyrics, die in die Tiefe gehen, politischen Charakter. Seine Inspiration bezieht er dabei aus aktuellen Ereignissen und Erlebnissen, wie der europäischen Flüchtlingsproblematik, für die er im Song ‚Myela‘ versucht, das Bewusstsein zu schärfen.
Doch anstatt uns nur für das Leid der Betroffenen zu sensibilisieren, hat er vor allem die Intention, dem Leid eben dieser Menschen „eine positive, lebensbejahende Energie entgegenzusetzen.“ Sein Aufenthalt in Kuba, sein Studium der Musikethnologie (an der London’s School of Oriental and African Studies) und sein damit einhergehendes Interesse für Weltmusik, verleihen „Wake Up Now“ eine Klangfarbe, die nur so vor Harmonie und Energie strotzt.

Zudem lassen Spannung aufbauende Perkussion-Strukturen und imposante Rhythmen einen faszinierenden Groove entstehen. Durch seinen feinfühligen Gesang, geht es den Songs dabei auch nie an Ernsthaftigkeit verloren.

Nick Mulvey, der sich selbst als Perfektionist beschreibt, gewährte sich nun selbst Offenheit und Freude am Experimentieren, indem er etwa seine Freunde beim Songwriting mitwirken ließ und damit Raum für Veränderung – dem Loslassen persönlicher Richtlinien und musikalischer Maßstäbe – schuf.

Man könnte sagen, dass seine Suche nach Authentizität, die bei seiner ersten Veröffentlichung inhaltlich zu spüren war, nun durch „Wake Up Now“ abgeschlossen scheint.

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