Maria Taylor – Häkken (Hamburg)

18. Februar 2017 um 12:16 von Jörg Tresp | about shows | Kein Kommentar

Schön, dass diese charmante, zurück- haltende Lady mal wieder live in der Stadt zu sehen ist, gerade auch weil ihr aktuelles Album sicherlich ein gutes ist.

Dabei war es für sie die Deutschlandpremiere der aktuellen Tour und für mich eine Premiere im Häkken, eines der Venues, die vor 1,5 Jahren als Musikhaus St. Pauli eröffnet wurden. Natürlich haben es neue Clubs nie leicht, denn sie sind meistens halt neu und recht steril und atmen nicht die Luft hunderter Konzerte und Erlebnisse, die man mit diesen verbindet. Nichtsdestotrotz passte das recht gemütliche Licht immerhin zu den warmen Songs von Maria Taylor.

Mit ‚Home‘ begann das 60-minütige Konzert dann auch gleich mit dem Opener ihres neuen Albums „In The Next Life“ und es war ihr schon ein bisschen anzumerken, dass der Switch von Kinderbetreuung auf Live-Künstlerin innerhalb von fünf Minuten kein leichter war. Das steht der Mutter zweier Kinder aber mehr als gut und wer dafür kein Verständnis hat, dem gönne ich auch keine Wärme. Überhaupt braucht sie diese familiäre Wohlfühlatmosphäre und neben ihrem Bruder, der ja meistens am Bass dabei ist, kommt in der zweiten Hälfte auch ihr Ehemann mit auf die Bühne, der bei der Zugabe wieder die Kinderbetreuung übernimmt.

Taylor spielte natürlich einen Querschnitt ihrer bereits sechs „Solo“-Alben, auch wenn das komisch klingen mag, denn ihre Solo-Karriere dauert ja nun schon viel länger als die ihrer Ex-Band Azure Ray, wobei das aktuelle Werk zurecht im Vordergrund stand. Dabei geht es mir bei ihrer Musik immer gleich, denn ziemlich gute Songs wechseln sich mit ziemlich banalen Songs ab, so dass ich jetzt nicht gerade von einem Meilenstein-Konzert sprechen kann, aber ihre herrlich unprätentiöse Art ist so, so wohltuend in der heutigen Zeit der Narzissten und Selbstdarsteller, dass die etwa 100 Zuhörer mit einem mehr als guten Gefühl nach Hause gingen, auch wenn sie zunächst überrascht waren, dass nach knapp 45 Minuten schon Schluss sein sollte, aber das strickte Curfew lag mal wieder daran, dass der Club doch gerne mit der Italo-Disco-Party im Anschluss nochmals Geld in die Kassen spülen wollte – trotzdem war noch Zeit für vier (!) Zugaben und der Band merkte man an, dass sie gerne noch ein paar mehr Songs gespielt hätten, aber die Kinder wollten ja auch nicht so lange ohne Mama bleiben.

PS: Ich liebe Bandwurmsätze!

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