Krachkeks-Kolumne: „The XX (partII)“ (Folge 79)

20. Januar 2017 um 12:37 von Jörg Tresp | about blog, Krachkeks Kolumne | Kein Kommentar

Sicher werden die wenigsten nachvollziehen können, dass ich mir dieses arme, englische Trio nun zum zweiten Mal in der Krachkeks-Kolumne vornehme, aber verdient ist halt verdient und  es sind ja nun auch schon fast 7 Jahre vergangen…

Fünf Jahre nach „Coexist“ legen sie nun ihr neues „Wunderwerk“ „I See You“ vor und einige Dinge ändern sich scheinbar nie. Vor allem die Tatsache, dass ich immer noch nicht glauben kann, warum gerade diese Band mit derartig viel Kritikerlob überschüttet wird. Sie können machen, was sie wollen, immer finden das alle Kritiker super und bei dieser Heroisierung fühle ich mich schon etwas an ihre Landsmänner von Radiohead erinnert, nur kann ich es da zumindest latent etwas nachvollziehen.

Ich möchte auch gar nicht spekulieren, warum die Kritiker und Leute da draußen sie so mögen und vielleicht ist es ja gerade die Tatsache, dass sie NICHTS besonderes sind, kein besonderes Talent haben, nicht besonders gut aussehen und nicht mal besondere Songs haben, sondern in ihrer Durchschnittlichkeit die englische Entsprechung von „Künstlern“ wie Bosse, Clueso oder Boy sind und die sind ja immerhin nicht Thema dieser Kolumne – zumindest jetzt gerade nicht! Allerdings sprechen wir bei The XX von einem weltweiten Indie-Phänomen und da darf man sich dann doch fragen, warum gerade sie?

Wie schon in meiner ersten Krachkeks-Kolumne über die Band erwähnt, sage ich nicht, dass ihre Musik totaler Mist ist, aber mir geht hier jegliches „Alleinstellungsmerkmal“ total ab. Klar ist bei britischen Bands das Konzept und das Aussehen meist und somit das Image meist wichtiger als der Song an sich und von daher kann ich schon nachvollziehen, dass sie in den USA so viele Tickets und Platten verkaufen, denn damit geht ja eine gewisse Unnahbarkeit einher, eine gewisse Mystik und Düsternis und mit viel Trockeneisnebel gepaart wird das ganze dann so richtig spooky. Ja, auch ich habe Bands wie Joy Division oder My Bloody Valentine gerne gemocht, aber die sind doch qualitativ Welten entfernt, oder?

Vielleicht muss ich auch nur dem Alter Tribut zollen und setze mich zu wenig in die Lage von 25-jährigen Zweiflern, denn das Leben einfach zu viel, zu schnell und zu kompliziert geworden ist und die ihre liberalen Eltern anflehen, doch endlich die Entscheidungen für sie zu treffen und „I See You“ ist der Soundtrack für diese hilflose Generation, die ja nicht mal mehr mit einem Namen à la Generation X oder Y bedacht wird, traurig das!

Keine Kommentare zu “Krachkeks-Kolumne: „The XX (partII)“ (Folge 79)”

Schreibe einen Kommentar
* Pflichtfeld

All About Songs :

About About Songs

About Radio

About Songs & Books

About Live