Krachkeks-Kolumne: „Kraftwerk“ (Folge 70)

12. Januar 2015 um 14:40 von Jörg Tresp | about blog, Krachkeks Kolumne | Kein Kommentar

Endlich sind sie wieder in aller Munde, diese kühlen Langweiler aus Düsseldorf! Klar, sie hatten ihre Momente, aber irgendwie sind sie doch nur langweilige Charaktere aus einer langweiligen Stadt und zum Glück spielen sie ihre acht Konzerte nur in Berlin…

Ok, ich war nie ein wirklicher Kraftwerk-Fan, aber ich möchte auch nicht verleugnen, dass sie die Anfänge elektronischer Musik mit Alben wie „Autobahn“ und „Mensch-Maschine“ entscheidend geprägt haben.

Nun also für die Elektronikjünger unter uns endlich wieder live, aber irgendwie doch gar nicht so schön, wenn sich vier alte Männer an ihren Keyboards festhalten und ihre vorher einprogrammierten Sachen zum besten geben. Wobei Ralf Hütter das einzig verbliebene Originalmitglied ist, denn alle anderen wollten einfach nicht mehr unter seiner Knute stehen, denn dieser Herr scheint kein angenehmer Mensch, aber irgendwie sind Charaktereigenschaften wie Kontrollwahn und mangelnde Empathie doch dem Kraftwerk-Sound sehr entsprechend.

Auf der anderen Seite finde ich „Künstler“, die keine Interviews geben, nicht per se doof oder arrogant, nur habe ich das Gefühl, das ja selten trügen soll, der der Hütter einfach auch nichts zu sagen hat, denn alles was er sagen würde, würde das ganze Kunstgefasel um die „Band“ nur einstürzen lassen. Vielleicht fehlt mir einfach der Schweiß oder die Arbeiterattitüde, denn natürlich sind Kraftwerk Musiker aus sehr wohlhabenden Elternhäusern, die sich natürlich die tollen frühen und teuren Synthesizer unter den Weihnachtsbaum haben legen lassen. Nicht dass ihr denkt, mich hätte der Sozialneid nun total zerfressen, aber mir ist es ein Rätsel, warum man sich diese Clowns „live“ angucken sollte.

Natürlich gönne ich ihnen all ihre späte Selbstbestätigung, denn es ist ja nicht selbstverständlich und geradezu ein Phänomen, dass eine Show ganz ohne Worte oder Bewegungen auskommt und irgendwie finde ich gut, dass sie unserer verwöhnten Event-Nation einfach mal etwas Statik um die Ohren hauen und dabei den Kunstbanausen noch das Geld aus der Tasche ziehen, aber irgendwie bleibt immer ein Geschmäckle, da der Herr Hütter doch jeden verklagt, der das Wort „Kraftwerk“ in die Mund nimmt, dies soll er übrigens auch schon bei Gaskraftwerken versucht haben….

Zum einen meine Hochachtung, denn ich habe auch das Ziel, ein total merkwürdig-irrer alter Opa zu werden, zum anderen hält sich das Risiko, dass er mich und meine Worte verklagt, dann doch in überschaubaren Grenzen, denn wie sollte er von diesem kleinen Nischen-Blog jemals erfahren?

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