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Veröffentlichung: 22. August


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Fanfarlo - Prinzenbar (Hamburg)



Montagskonzerte zählen nicht zwingend zu meinen Stärken, aber wenn eine Band mit einigen Vorschusslorbeeren bedacht wurde und mir das Album gut gefällt, guckt man sich diese dann auch gerne zum ersten Mal live an. Die Prinzenbar in Hamburg ist außerdem ein wunderschöner Ort, wenn an diesem Abend ziemlich überfüllt, da die Gästeliste natürlich auch entsprechend ausfiel.

Den Opener des Abends brachten die Engländer von Fanfarlo dann als Trio hinter sich und ich wunderte mich schon, wo der Rest steckte, aber beim zweiten Song war das Quintett dann komplett. Es soll hier ja weniger über Aussehen gehen, aber was das Frontduo da trug, entbehrte nicht einer gewissen Komik und es entstand das Gerücht, dass sie vielleicht eine Wette verloren haben – gut, Engländer sind ja auch nicht wirklich für ihren modischen Geschmack berühmt….

Musikalisch erinnerten Fanfarlo live noch viel mehr an ihre Vorbilder Arcade Fire, denn während das Album noch differenziertere Einflüsse erkennen lässt, so verkamen sie live fast zu einer Kopie, was ich als etwas störend empfand, aber die Band ist noch jung und man kann nur hoffen, dass sie mit dem nächsten Album eine etwas größere Eigenständigkeit und mehr Mut an den Tag legen, um vielleicht etwas näher an die Einzigartigkeit ihrer Helden oder einer Band wie Mumford & Sons zu kommen.

Dieses Resümee mag jetzt etwas negativer klingen, als das Konzert eigentlich war, denn was Fanfarlo zu bieten haben, ist schon interessant und mit vielen Versatzstücken und Instrumenten angereichert, auch wenn (schon wieder ein negativer Aspekt) nur wenige Songs des Debüt-Albums, das Anfang März erscheint, da mithalten können.

So fällt das Fazit mit “gute Band mit Entwicklungspotential” dann auch etwas nüchtern aus. Trotzdem fühlen sich Fanfarlo in der Reihe englischer Bands, die ziemlich amerikanisch bzw. kanadisch klingen, sichtlich wohl.

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"About Songs Live" am Freitag fällt aus!



Schlechte Nachrichten zum Ende des Jahres, denn leider muss das Konzert von CLARA LUZIA am Freitag in der Hasenschaukel ausfallen, da die Künstlerin krank geworden ist.

Hier nun in ihren eigenen Worten:

“Es tut mir furchtbar leid, dass ich die Konzerte in Deutschland so kurzfristig absagen muss. Ich hatte letzte Woche wieder starke Probleme mit meinen Bronchien, hatte aber gehofft, dass sie sich übers Wochenende beruhigen. Leider liege ich nun mit einer ausgewachsenen Bronchitis im Bett und habe vom Arzt heute striktes Auftrittsverbot bekommen. Ich möechte mich herzlich bei allen für die Umstaende entschuldigen und hoffe, dass ich die Konzerte in irgendeiner Form nachholen kann! Tut mir sehr leid, Clara Luzia.”

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"Reeperbahnfestival 2009"



Das vierte Reeperbahnfestival liegt nun gerade hinter uns und neben der Tatsache, dass zumindest ich mich erstmal ein bisschen ausruhen muss, darf natürlich ein Resümee nicht fehlen, auch wenn mein Geist noch nicht wieder bei 100% ist.

Zunächst einmal musste ich schon vorher feststellen, dass das diesjährige Line-Up einfach nicht mit dem der letzten beiden Jahre mithalten konnte, was natürlich viele anders sehen mögen und meinem persönlichen Geschmack geschuldet ist. Klar muss es auch gewisse “Headliner” geben, damit auch die größeren Locations wie D-Club/Docks und Große Freiheit gefüllt sind. Die Editors, die ja nun leider langweilig sind und an jeder Gießkanne spielen, reichen aber nicht mal für ein Gähnen – Dinosaur Jr. sind sogar alte Helden von mir und auf Platte können sie mit ihren beiden letzten Alben auch durchaus überzeugen, aber live sind sie halt noch viel schlechter als früher. Bei Deichkind spielen Songs natürlich gar keine Rolle, aber trotzdem sind sie beim Party-Volk da drauße natürlich eine Bank.

Klar gab es auch ein paar Perlen zu entdecken, aber leider halt ein paar wenige, denn die meisten, u.a. Asteroids Galaxy Tour oder Katzenjammer (nomen est omen) , konnten den Vorschusslorbeeren, die über sie ausgegossen wurden, leider nicht gerecht werden.

Die Organisation war aus meiner Sicht gut, das “Reeperbahn-Campus” dagegen leider nicht. Mein Besuch zweier Panels mag nicht unbedingt repräsentativ sein, aber diese beiden waren einfach nur schlecht. Zum einen zog es mich zum Thema “Best Of International Popförderung”, wo sich erstmal 8 (!) Repräsentanten der Export-Büros vorstellten und kurz was zu ihren Organisationen sagten, was natürlich viel, viel zu lang war, was bei 8 Teilnehmern aber auch vorher klar war. So zog sich die Veranstaltung wie ein Kaugummi hin und eine Diskussion mochte nicht aufkommen.

“Cashcow Live” war der plakative Titel meines zweiten Panels, welches noch viel schlechter werden sollte, denn hier spielten sich ein paar “Alt-Veranstalter” so ein bisschen harmlos die Bälle zu, waren naheliegender Weise meist einer Meinung und da nicht ein “Nicht-Veranstalter” dabei war, versuchten sich die Anwesenden sogar noch in die Rolle von Labels hineinzuversetzen. Der Moderator war leider auch völlig überfordert und als ein Dortmunder Klassik-Veranstalter dann noch sein recht ideenloses Konzept ausbreitete, verließ nicht nur ich diese brotlose Veranstaltung.

Vielleicht verstehe ich Panels ja falsch, aber eine gewisse Diskussionsgrundlage sollte thematisch einfach vorgegeben sein und außerdem MUSS die Zusammensetzung der Panel-Teilnehmer dann einfach sinnvoll sein, was leider null der Fall war, damit eine Diskussion entfacht wird, der Zuhörer nicht gelangweilt ist und hoffentlich verschiedene Ansätze und Sichtweisen mit nach Hause nimmt.

Ein kleiner Wehrmutstropfen war außerdem noch die Tatsache, dass es die Macher des Reeeperbahnfestivals leider wieder nicht hinbekommen haben, tagsüber für eine Belebung des Spielbudenplatzes zu sorgen. Das ist auch sicher nicht leicht, da es beim Vorbild-Festival SXSW in Austin nun mal auch wärmer ist, aber hier gilt es, neue Ideen zu verwirklichen, damit die tollen Flatstock-Poster-Macher nicht wieder ganz alleine sind.

So, genug gemeckert, denn ich freue mich ja trotzdem auf das nächste Mal und hoffe, dass meine Meinung ein kleiner Beitrag einer Diskussion darstellt, wie man einen nächsten Schritt in die doch eigentlich richttige Richtung macht.

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"Haldern Pop Festival 2009"



Auf dieser Seite war es ja nun einige Zeit ziemlich ruhig! Nennt es Sommerpause, nennt es Unlust, nennt es mangelnde Themen, nennt es Konzertflaute, nennt es zu wenige gute Alben oder anderweitigen Stress oder denkt euch was anderes aus. Aber ab jetzt geht es endlich wieder in regelmäßigeren Abständen weiter.
Den Anfang macht das 26. “Haldern Pop”-Festival, welches am Wochenende für mich zum 7. Mal stattfand. Nach 6,5-stündiger Fahrt kamen wir gerade noch, um zumindest das Ende von Port O’Brien zu sehen. Ich mag diese Band ja und habe im letzten Jahr in Berlin eine wirklich schlechte Show von ihnen gesehen. Diese war dagegen besser, aber beim diesjährigen SXSW-Festival in Austin waren sie unglaublich gut und ich weiß nicht recht, ob ich es gut finde, wenn Bands so schwankend sind oder doch eher unbefriedigend.

Allgemein war das diesjährige Festival leider etwas durchschnittlich, was natürlich vor allem der Band-Auswahl geschuldet war, bei der man sich schon fast über Bands freute, die ohne die doch oftmals nervige Geige auskamen. Nach der langen und beschwerlichen Anreise galt es dann erstmal in Ruhe ein paar Bierchen zu trinken, so dass ich erst die Briten von Noah And The Whale wieder zu würdigen wusste. Sie machten einen wirklich guten Eindruck mit so gar nicht britischer Musik, auch wenn es von Song zu Song etwas beliebiger wurde. Anna Ternheim kennen wir eh, nur hatte ich ihre Gaderobe gar nicht so mies in Erinnerung, so dass ich es eher vorzog, den okayen Songs zu lauschen, als sie mir anzusehen.

Überhaupt gab es in diesem Jahr einfach zu viele Bands, die gefühlt in jedem Jahr auf dem Haldern reüssieren, seien es nun The Soundtrack of Our Lives oder die von mir so überhaupt nicht gemochten Loney Dear – beides übrigens Bands vom gleichnamigen Haldern-Pop-Label…..
Der Freitag war dann auch etwas langweilig und dem setzten Athlete die belangloseste Krone auf – warum Gravenhurst mal wieder als Band angekündigt wurden und doch wieder in typischer 1-Mann-Besetzung auftraten, darf ein Rätsel bleiben, denn der Sound der Band hat nun mal nicht viel mit der Solo-Performance zu tun und nach 2,5 Jahren darf man auch mal wieder die ganze Band mitnehmen, oder?
Oops, höre gerade, dass er sich eh von seiner Band getrennt hat…

Der Samstag sollte für das eine oder andere entschädigen. Zunächst die guten I Like Trains aus Leeds – unprätentiös & sympathisch, wenn auch die großen Songs fehlen. Dem folgten Dear Reeder, deren Auftritt im Festival-Forum ja schon abgefeiert wurde und dem ich mich nicht anschliessen kann. Klar haben sie eine nette Ausstrahlung und brachten eine professionelle Performance auf die Bühne, aber dieses ewige Geloope geht mir einfach extrem auf den “Krach”-Keks. Maccabees waren besser als auf ihrer Tour mit Maximo Park, aber der Höhepunkt folgte dann in Form der ohnehin mit Lorbeeren überschütteten Grizzly Bear.

Diese gibt es aber vollkommen zurecht, denn ich für meinen Teil war von ihrem Auftritt noch mehr begeistert als von ihren Alben. Großer Auftritt mit ebensolcher Instrumentierung, die zeigte, dass ein Musikstudium schon auch was bringen kann. Klar und zum Glück spielten sie viele Songs des neuen Albums und ein Gänsehautschauder jagte den nächsten. Diese Musik ist brilliant eigenständig und so freue mich auch schon auf ihre Herbsttour. Dem konnte Bon Iver natürlich nicht ganz das Wasser reichen, auch wenn er natürlich ein tolles Album mit vier tollen Songs hat. Der zwischen Surfer und Waldschrat changierende Künstler hat sich aber noch nicht so richtig entschieden, was für Musik er machen möchte und ehrlich gesagt habe ich ein bisschen Angst vor dem nächsten Album, denn die neueren Songs lassen eher ein etwas zwiespältiges Rockgewand vermuten.

So, hiermit mächte ich eigentlich schließen, denn natürlich habe ich nicht jede Band sehen können und möchte auch nicht jede, die ich sah, erwähnen. Fettes Brot haben zumindest gute Ansagen und die Thermals, die mir eh gut gefallen, brauchen keine Überraschungen, sorgten aber wenigstens für etwas rockigere Abwechslung. Auch Andrew Bird konnte, trotz Geige…, überzeugen!

Klar bin ich im nächsten Jahr wieder dabei!

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"discovering new artists at SXSW 2009" - Jessica Lea Mayfield



Irgendwie ist es schon einige Zeit her, dass ich eine wirklich gute und talentierte Songwriterin entdecken durfte, aber das diesjährige SXSW sorgte dafür, dass ich nun Jessica Lea Mayfield vorstellen darf, denn genau jene habe ich dort live gesehen und mir ihr Debütalbum “With Blasphemy So Heartfelt” mit nach Hause genommen, welches übrigens hier auch schon erhältlich ist.

Ihre Performance und ihr Aussehen, vor allem was die Mode angeht, mögen noch etwas verbesserungswürdig sein, denn es wirkte alles etwas spröde und konservativ, aber dafür hat die 19 Jahre junge Dame eine unglaublich gute Stimme und ebensolche Songs, so dass es zumindest für die Ohren ein wahres Fest war.

Gut für Jessica Lea Mayfield ist, dass sie mit dem Kopf der Black Keys, Dan Auerbach, einen prominenten Förderer hat, der in Austin nicht nur auf dem gleichen Showcase reüssierte, sondern ihr Album produziert und mit dem Spielen diverser Instrumente veredelt hat. Leider kam er bei ihrem Auftritt nicht mit auf die Bühne, aber wer, wie ich, auf fragil anmutende Songwriterinnen à la Cat Power und PJ Havrvey steht, wird mit Jessica Lea Mayfield und ihren melancholischen, großartigen Songs wie ‘Kiss Me Again’, ‘I Can’t Lie To You, Love’ und ‘The One That I Love Best’ ebenfalls ein Riesenpotential sehen.

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