Kane Strang – Two Hearts and No Brain

16. August 2017 um 13:18 von Saskia Böttjer | about albums | Kein Kommentar

Ist er der Kurt Cobain Neuseelands? Desillusioniert, seinen Platz in der Gesellschaft suchend, schreibt dieser junge Musiker sich und der Generation X ein passendes Album vom Herzen.

Doch musikalisch ist das noch eine andere Schiene – dafür ist Kane Strang zu entspannt mit seinem Indie/ Alternative, der von Gitarrenmelodien und eben noch stärker, von seinen Texten und dem Gesang profitiert. Tief, klar, schafft er eine Balance aus Nähe und Distanz.
Textlich und Emotional kommt der Neuseeländer dem Nirvana-Frontmann dann doch ein wenig näher und beweist absolut hohe Songwriter-Qualitäten. Soziale Unsicherheit, ein wenig Ironie, stehen den Songs seines zweiten Albums richtig gut. Und so schafft er auf jeden Fall eine Weiterentwicklung nach seinem DIY-Debüt „Blue Cheese“ (2016), mit nunmehr einer starken Produktion mit mehrlagigen Gitarrensounds, Harmoniegesängen, die wenig Wünsche offenlässt.

Der schöne Albumtitel, der in unserer verkopften Welt einen Hinweis gibt, dass das Herz/Emotionale doch manchmal zu kurz kommt, ist für mich ein weiterer Pluspunkt auf Strangs Konto. In den Medien wird er als Slacker schlechthin beschrieben, der sich also den allgemein üblichen gesellschaftlichen Zwängen entlädt – ein Mitläufer ist er auch äußerlich nicht. Strang sieht aus, wie der Nerd von Nebenan, wie in seinem neuen Video zur Single ‚Silence Overgrown‘ zu sehen ist. Überraschend, dass so viel Rock’n’Roll in ihm steckt.

Weitere Anspieltipps: , ‚My Smile is Extinct‘ – großartige Musik, man spürt leicht düstere Desillusion heraus, ein wenig Post Punk und dazu ein eingängiger Refrain. In der Bridge hören wir dann Keys, dieser Songs bringt alles mit, was man haben muss.
‚Don’t Follow Me (I’m Lost)‘ liefert den Soundtrack für alle Ziellosen: „young, dumb and numb…having no idea what I’ve become.“

Mit “Two Hearts and No Brain“ hebt Kane Strang ganz klar seine Hand und macht auf sich aufmerksam.  Er schafft es, unterschiedliche Dramatiken und Stimmungen aufzugreifen – immer mit einer leicht pessimistischen Note, versteht sich. So auch beim Titelsong, der sich am Ende noch einmal grungig steigert, wozu er nur Strangs Gesang, die begleitende E-Gitarre und das Schlagzeug gebraucht.
Ob er es ebenfalls schafft, DIE Stimme einer ganzen Generation zu werden, ist an diesem Punkt eigentlich egal. Auf jeden Fall bereichert er uns und die eher unbekannte Neuseeländische Musikszene mit einer richtig guten Platte!
(Dead Oceans)

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