Jessica Lea Mayfield – Sorry Is Gone

3. November 2017 um 9:00 von Jörg Tresp | about albums | Kein Kommentar

Niemand hat gesagt, dass eine Ehe immer einfach ist und hier schüttet eine großartige Künstlerin ihr Herz aus!

„Sorry Is Gone“ ist bereits das vierte Album dieser völlig unterbewerteten Künstlerin, die hierzulande wahrlich wenige Leute kennen und das müssen wir ändern. Dieses Album ist ihr Aufbruch, raus aus einer Ehe, in der ihr gewalttätiger Ehemann öfter zugelangt hat und der Absprung viel zu lange gedauert hat. Jessica Lea Mayfield ist eine eher unsichere Person, was nicht zuletzt ihre musikalische Unsicherheit zeigt.

Das Debüt „With Blasphemy So Heartfelt“ erschient vor knapp 10 Jahren unter der gütigen Mithilfe von Dan Auerbach (The Black Keys), der ihr damals nicht nur mit der Produktion unter die Arme gegriffen hat. Dieses Album war ein pures Vergnügen, welches aber mit dem unsäglichen Nachfolger „Tell Me“ zunic hte gemacht wurde. Hier hat ihr wohl ein schlechter Berater eingetrichtert, dass sie belanglosen Pop machen und sich die Haare färben sollte und und und – der Mantel des Schweigens tut ein übriges, aber das rotzige „Make My Heart Sing“ bracht mir die Künstlerin dann wieder nah und im besten Sinne kann man bei diesem Auf und Ab der Alben von einem gewissen Facetten-Reichtum reden.

Nun haut sie uns mit dem vierten Werk eine neue Frische um die Ohren und das belegt schon der Opener ‚Wish You Could See Me Now‘, was einer Abrechnung mit ihrem Ex-Mann gleich kommt. Der Titeltrack folgt auf dem Fuße und auch wenn sie natürlich noch immer diese Brüchigkeit in sich trägt, so tut ihr das neue Selbstbewusstsein hörbar gut. Dabei kommen die Songs weitaus weniger rau daher als auf dem Vorgänger, vielmehr hat eine neue, natürlich melancholische, Entspanntheit Einzug gehalten, die ‚Maybe Whatever‘ ziemlich gut trifft.

Vielleicht versteht man bei ‚Soaked Through‘ am besten, warum sie schön öfter als weibliche Kurt Cobain bezeichnet wurde, denn ihre Musik und Art des Singens hat da durchaus Parallelen und ihre authentische Attitüde ebenfalls, mit Schmusemusik ist hier zumindest nichts. Allerdings steht sie natürlich auch für Americana und ist nicht umsonst mit Künstlern wie Jim James und erwähnten Auerbach befreundet, aber die Zeiten, wo sie als deren Muse bezeichnet wurde, sind längst vorbei, denn spätestens jetzt und mit „Sorry Is Gone“ hat sie sich frei geschwommen.

In den USA ist Jessica Lea Mayfield vor allem bei Musikern eine hoch angesehene Persönlichkeit und bei uns nach wie vor fast gänzlich unbekannt – da stimmt doch was nicht! Klar gibt es zur Zeit viele gute Singer/Songwriterinnen, aber diese Künstlerin ist einfach noch ein Stück besser! (ATO)

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