Grizzly Bear – Painted Ruins

1. September 2017 um 10:31 von Jörg Tresp | about albums | Kein Kommentar

Darf man von seinen liebsten Bands denn immer Wunderdinge erwarten oder darf es auch mal ein Album sein, dass einfach nur gut ist? Ich finde schon.

Natürlich war ich zunächst mal wieder latent enttäuscht, denn ihr bestes Werk ist „Painted Ruins“ sicher nicht, aber auf der anderen Seite sind sie doch sooooo viel besser als fast alles, was da draußen Musik macht. Dazu kommt der Fakt, dass gute Musik ja immer etwas länger braucht und der Opener ‚Wasted Acres‘ jetzt nicht zwingend einladend ist.

Das ändert sich dann zum Glück gleich mit ‚Mourning Sound‘, denn da geht das Melodie-Herz auf, das wir bei Grizzly Bear doch so sehr lieben. Natürlich kombiniert mit einer gewissen Progressivität wie in ‚Four Cypresses‘, damit der Pop-Hörer diese Band niemals entdecken wird.

Grizzly Bear stehen ein Stück weit für Entschleunigung, denn ihre Songs wollen langsam erobert werden und ihr Ansatz ist beileibe kein oberflächlicher und so hat es seit dem grandiosen „Shields‘ lange fünf Jahre gedauert. Sie haben noch immer geniale Songs wie ‚Three Rings‘, in denen man sich einfach verlieren kann, sie lieben nach wie vor Harmoniegesänge wie ich und experimentieren weiter in ihren Songs, ohne diesen aus den Augen und Ohren zu verlieren und dafür liebe ich sie einfach, denn so sollte Pop doch eigentlich sein, ist er aber meist nicht.

‚Cut-Out‘ holt dann doch etwas überraschend den „Rock-Hammer“ raus und ich habe das Gefühl, dass da fast schon die Pferde mit ihnen durch gehen, die sie mit dem folgenden ‚Glass Hillside‘ dann wieder einholen. Bei ‚Systole‘ darf dann Basser Chris Taylor zum ersten Mal singen und macht das gar nicht schlecht, bevor ‚Sky Took Hold‘ nochmals alle anspruchsvollen Facetten der Band zeigt.

Grizzly Bear scheinen noch immer in sich zu ruhen und diese angenehme, leicht verpeilte Ruhe springt auf den Hörer über und die beiden Köpfe Ed Droste und Daniel Rossen verfolgen weiter ihre musikalische Vision und das ja mit „Painted Ruins“ auf ihrem bereits fünften Album und sie werden ihre Fans im Gegensatz zu einigen anderen Kollegen nie enttäuschen. (RCA)

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