Dino Joubert – Freedom In A Cage (EP)

9. März 2018 um 10:00 von Jörg Tresp | about albums | Kein Kommentar

Knapp 6 (!) Jahre nach seinem Debüt kommt der deutsche Songwriter nun mit einer EP daher, einer EP?

Schon ein komisches Lebenszeichen nach all den Jahren. Dabei ist das Album schon seit gut zwei Jahren im Kasten wie er uns als Teil der „About Songs Christmas Tour“ im Dezember 2016 berichtete, aber wie man hört, scheint es die Strategie seines neues Labels zu sein, so so…

Nach erster Enttäuschung freuen wir uns aber immerhin über fünf Songs und einen Künstler, der so herrlich überhaupt nicht deutsch klingt und auf internationale Bühnen gehört. Der im Ruhrpott aufgewachsene Dino Joubert hat sich über den „Umweg“ Hamburg nun mit der Hauptstadt angefreundet, aber irgendwie passt er da genauso wenig hin wie Elliott Smith nach L.A. oder New York, wo er doch in Portland vermeintlich alles hatte, leider auch zu viel Aufmerksamkeit.

Davon kann bei Joubert noch nicht die Rede sein, aber dieser Vergleich haftet ihm schon länger an und genauso lange mag er den nicht, was ich natürlich verstehen kann. Hört man sich seinen schüchtern-zerbrechlichen Gesang und die melancholischen Songs an, kommt man nun mal leider nicht drum herum und es gibt sicher schlechtere Vergleiche, wenn auch der leichte Vorwurf latent im Raum steht, dass er jegliche musikalische Abgrenzung dieses Idols verweigert.

Die fünf Songs sind dagegen über jeden Zweifel erhaben und ihrem Minimalismus entsprechend produziert. Vor allem der Titelsong ‚Freedom In A Cage‘ mit Piano und Streichern ist ein kleines Meisterwerk und zeigt das große Potential von Joubert, dessen Vorname übrigens dem großen Dino Zoff, ehemaliger Italienischer Torwart-Gott, geschuldet ist.  Wobei ‚Orange Sky‘ diesem in nichts nachsteht und einfach nur schön daher kommt – toller Einsatz auch der Steel-Guitar.

‚Your Rules‘ ist nett, aber sicher der schwächste unter starken Songs und vielleicht der einzige, den ich jetzt nicht auf dem Album bräuchte, denn das finale ‚For Too Long‘ ist „saustark“ und wenn der Vergleich mit obigem Künstler nicht zu frappierend wäre, würde Dino Joubert ein ganz Großer werden, aber vielleicht will er das auch gar nicht. (Neverland Music)

 

 

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