Deer Tick – Nochtspeicher (Hamburg)

26. Januar 2018 um 11:35 von Jörg Tresp | about shows | Kein Kommentar

Ich habe wirklich ein sehr gutes Gefühl für das neue Musikjahr, gerade auch wenn es mit einem derartigen Höhepunkt beginnt!

So gastierten die großartigen Deer Tick in unserer schönen Stadt und haben sich für ihre beiden neuen Alben „Vol. 1“ und „Vol. 2“ etwas wirklich schönes ausgedacht. Die ersten 45 Minuten traten sie als semi-akustisches Quartett auf und konzentrierten sich somit auf das ebenfalls akustische „Vol. 1“, das wirklich großartige Songs wie ‚Card House‘ oder ‚Hope Is Big‘ beinhaltet. Dabei tobte sich Hauptsänger John McCauley dann an der Bouzouki, Blockflöte, Mandoline und natürlich Akustikgitarre aus, was nicht nur der Band sichtlich Spaß macht.

Nach einer kurzen Pause ging es dann zum 70-minütigen Hauptteil über, d.h. hier wurden die E-Gitarren raus geholt und die Duelle zwischen McCauley und Ian Patrick O’Neill waren ein wahre Freude, so dass mir mal wieder die Freudentränen ins Gesicht schossen – also im übertragenen Sinne natürlich. Neben den neuen Songs von „Vol. 2“ gab es ein spontanes und durchaus umjubeltes ‚Dancing In The Dark‘ (Bruce Springsteen) und natürlich ihre eigenen „Hits“ inkl. der Knaller ihres Debüts „War Elephant“ (2007) wie ‚Ashamed‘ und ‚Dirty Dishes‘.

Drummer Dennis Ryan hatte auch seine Momente und kredenzte einen Song, den sein Hund geschrieben hatte, der aber leider nicht dabei sein konnte, da er ja den Garten zu Hause in Ordnung halten musste. Vielleicht war nicht allen bewusst, dass Ryan ein wirklich guter Sänger war und durchaus auch in diesen Solo-Momenten überzeugte. Überhaupt liegt die Spannung sehr im Zusammenspiel dieser vier grandiosen Musiker und dabei geht die Sonne vor allem auf, wenn sie gemeinsam superschöne Harmonie-Gesänge kredenzen. Auch Neill bekommt immer seine Song, aber unumstrittener Frontmann bleibt McCauley und das liegt nicht zuletzt an seinem genial-rauchigen Gesang, seiner Fähigkeit, das Bier mit den Zähnen zu öffnen und seinem Charisma.

Knapp zwei Stunden purster Spielfreude machten im gut gefüllten Nochtspeicher sehr viel Freude und ich bin froh diesem Ereignis beigewohnt zu haben, denn sie sind viel, viel besser als früher, was u.a. daran liegen mag, dass sie sich auf der Bühne nicht mehr total abschießen…außerdem haben sie mittlerweile ein Repertoire von sieben Alben am Start und wissen dieses dramaturgisch bestens umzusetzen, wobei sie sich in vielen Genres auskennen und diese entsprechend bedienen! Eine Wonne der guten Musik!

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