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Veröffentlichung: 22. August


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Her Space Holiday - Xoxo Panda And The New Kid Revival



Zunächst sei erwähnt, dass Her Space Holiday mehr oder weniger ein Ein-Mann-Projekt von Marc Bianchi ist und trotz bisher sechs Alben hier noch ziemlich unbekannt. Ein Gespür für Melodien war ihm schon immer gegeben, allerdings verlor er sich in der Vergangenheit oftmals in technische Spielereien und Emo-Anleihen, die den Songs nicht immer dienlich waren.

Beim neuen Album “Xoxo Panda And The New Kid Revival” ist alles anders, nur der Albumtitel ist noch etwas pubertär, denn die Songs sind seine bisher stärksten und endlich ist ihm ein so homogenes Album gelungen, das man gerne und häufig am Stück hören kann.

Her Space Holiday gibt es seit 1996 und zeigt beispielhaft, dass es sich lohnt, Künstlern eine längere Zeit zu geben und dass das Klischee “das erste Album ist das beste” hier quasi mit Füßen getreten wird. In den USA schon lange ein Presseliebling und bereits mit Künstlern wie R.E.M., Bright Eyes oder Bob Mould auf Tour gewesen, ist ihm das hier bislang nicht gelungen und ob das neue Album etwas ändern wird, kann ich nur hoffen.

Die Leichtigkeit mit der Her Space Holiday die 13 neuen Songs kredenzen, lässt mehr als ein Lächeln in meinem Gesicht zurück und malt bunte Farben in den grauen Herbst. Der Opener gibt einen ersten Vorgeschmack, denn Handclapping ist selten traurig und irgendwie klingt nicht nur dieser Song nach Aufbruch: “Let’s start the new kid revival”....
‘The Truth Hurts So This Should Be Painless’ ist fast schon Poesie, sollte aber nicht so ernst genommen werden und mit ‘The Heartbreak Moment’ ist ein erster Gipfel erreicht und spätestens hier hört man Musik, die kein Europäer machen könnte. Dieser Song ist eine Art Rezept gegen jeglich aufkeimende Depression und so schön, dass man sich wieder wie ein Teenie fühlt, auch wenn man das doch eigentlich gar nicht will.

In dieser Art geht es dann auch immer weiter und zum ersten Mal gibt es auf einem Her Space Holiday – Album keine Schwächen und vor allem keine Scheu vor einfachen Songstrukturen, so dass sich die Beach Boys und Ben Kweller die Hand geben. ‘The World Will Deem Us Dangerous’ steht exemplarisch für Familienmusik in bester Tradition, gepaart mit einer Zeitlosigkeit die den ganzen englischen Trendbands wie Bloc Party, Arctic Monkeys und unzähligen anderen leider nie gelingen wird.

Fast zum Abschluß wird dann mit Fingerschnippen und Pfeifen der letzte Gipfel ‘The Day In Review’ im Flug erklommen und festgestellt, dass Her Space Holiday auf ihrem Zenit angekommen sind, denn welch besseres Attribut für ein Album kann es geben als dass man es immer wieder hören kann? (Wichita)

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Krachkeks-Kolumne Folge 45 "TV On The Radio"



Vor etwa vier Jahren kaufte ich mir mal wieder ein paar CDs in meinem liebsten Plattenladen “Sonic Boom” in meiner liebsten Stadt Seattle. Mir macht es immer Spaß, in neue Bands reinzuhören, die es bei uns in Deutschland nicht gibt. So fiel mir auch das Debüt von TV On The Radio “Desperate Youth, Blood Thirsty Babes” in die Hände und ich war von ihrem eigenen Stil sowie 2-3 Songs wie natürlich ‘Staring At The Sun’ angetan. der Rest des Album war dann aber nicht mehr als Durchschnitt.

Wie wir alle wissen, folgte dann zwei Jahre später mit “Return To Cookie Mountain” das bessere Album und der Durchbruch. Diesmal hatten sie auch die Anzahl der sehr guten Songs auf 4-5 steigern können, so dass ich ihnen den Erfolg auch gönnte. Auch wenn viele anderer Meinung sein mögen, so sind sie live für mich nicht mehr als biederer Durchschnitt und es ist schön, dass sich die Geister scheiden. Klar machen sie viel wett durch einen wirklich eigenständigen Stil, aber an Sound und Ausstrahlung und gesanglicher wie musikalischer Leistung steht dies konträr zu den über sie ausgeschütteten Lobeshymnen.

Album drei heißt “Dear Science” und ist in fast jedem Musikmagazin mit nie da gewesenen Superlativen zum “Album des Monats” gekürt worden. Das kann ich nun leider gar nicht mehr nachvollziehen, denn ich finde, dass dies ihr mit Abstand schlechtestes der drei Alben ist. Klar mag der Sound besser als auf den Vorgängern sein, aber wo sind denn die Songs geblieben? Ich sage jetzt ja nicht, dass die Musik furchtbar schlecht ist, nur merkt man der Band an, dass sie sich in diversen Nebenprojekten und anderen Aktivitäten gerade zurecht selbstverwirklicht, aber keiner zu merken scheint, dass sich dies negativ auf das Schaffen von TV On The Radio ausgewirkt hat.

Immerhin stehe ich seit der letzten Tour wenigstens nicht als Einziger da, der einen negativen Live-Eindruck gewinnen konnte, aber warum alle Magazine das neue Album so loben, ist mir ein Rätsel. Gut, ich stand noch nie auf 70er Funk und da dieser Stil hier mehr gepflegt wird als vorher, verstehe ich zumindest, dass ein paar mehr Mädchen auf den Konzerten auftauchen. Andere Magazine wie Stern hören zum ersten Mal von der Band und sind somit vielleicht auch etwas entschuldigt, da sie irgendwie das Gefühl haben, dass auch mal vermeintlich Cooles ihrer Mainstream-Leserschaft näher gebracht werden muss.

Ich finde das neue Album und die damit verbundenen, ausschließlich positiven Kritiken einfach mehr als enttäuschend. Hier wird mal wieder auf einem Trend gesurfed, der es einfach nicht wert ist, aber scheinbar stehe ich mit dieser Meinung ja mal wieder völlig allein im Wald.

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