Krachkeks-Kolumne Folge 31 "Ausblick 2008"
veröffentlicht am 3. Januar 2008 von Jörg
Erstmal ein herzliches Willkommen in 2008. Dieses Jahr wird einiges zu bieten haben. Diverse Wahlen stehen vor der Tür, die Handball-EM ebenso und die Fussi-EM ist auch nicht mehr so lange hin, gefolgt von den Olympischen Spielen in China, wo sich die Frage stellt, ob alle Medaillen im Land des Lächelns bleiben…
Klar, Sport und Politik werden weiterhin eine dominante Rolle spielen, aber was ist mit der Rettung der Musik? Werden die Menschen da draußen auch in diesem Jahr von fast jeglicher guter Musik verschont bleiben, weil sie diese gar nicht mitbekommen? Oder können sich einige Musikfans weiter dazu motivieren, ihren Freundes- und Bekanntenkreis mit “neuer” Musik zu begeistern?
Ich neige da zu einem gewissen Skeptizismus, denn irgendwann werden sich diese “Nerds” abgeschliffen haben und feststellen, dass die Nische Musikinteressierter immer kleiner und kleiner wird. Wir wollen hier jetzt auch gar nicht darüber nörgeln, dass die ziemlich junge Generation nicht mehr weiß, was eine CD ist und bald auch nicht mehr, was denn ein “Album” ist, da sie ja nur einzelne Songs, meist illegal, manchmal auch legal, herunterladen. Natürlich wird es weiterhin visionäre Spinner geben, die meinen, dass ein eigenes Label doch mehr als reine Selbstbefriedigung ist und den Musikignoranten wieder zurück holen soll, aber das ist nicht mehr als ein gut gemeinter Versuch.
Schon das unsägliche Weihnachtsshoppen der letzten Wochen hat gezeigt, dass sich die Musik ganz weit hinten anstellen muss, aber soll ich deshalb mein Herz verkaufen und mir ein neues Herz für Computerspiele kaufen?
Gerade muss ich lesen, dass selbst der doch recht sichere Konzertmarkt in meinem Mutterland der Musik USA ebenfalls Einbrüche zu verzeichnen hat. Ein Trost für die Labels? Mitnichten, denn gerade kommen doch die Labels auf die grandiose und völlig neue Idee, nur noch 360°-Deals mit den Künstlern abzuschließen. Was das bedeutet?
Unter einem derartigen Deal versteht man das Partizipieren an mehr als einer Verwertungskette (Plattenverkäufen), d.h. der Künstler soll weitere Einnahmequellen wie Merchandising, Live-Einnahmen, Verlagsrechte oder Managementanteile mit dem Label teilen oder das Label vereint gleich all diese Funktionen auf sich. Kein Wunder, dass die Live-Einnahmen schon jetzt wegbrechen vor lauter Angst.
Wo also liegt im Jahre 2008 die Zukunft der Musik sowie der Künstler, Plattenfirmen, Booker, Verlage, etc.? Das werde ich hier wohl kaum in die Welt posaunen, allerdings sei so viel verraten: GESTORBEN WIRD IMMER!
Kategorie: Krachkeks Kolumne
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