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Veröffentlichung: 22. August


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Cloud Cult - The Meaning Of 8



Nach den doch recht populären Werken der White Stripes und BRMC ist es mal wieder an der Zeit, das Album einer grandiosen, doch in hiesigen Breitengraden völlig unentdeckten Band zu besprechen und Eure Aufmerksamkeit auf CLOUD CULT zu lenken.

Dass es diese Band um Sänger und Ideengeber Craig Minowa nun schon seit 1995 gibt und “The Meaning Of 8” bereits das siebte Album, inkl. eines Live und eines “Lost Songs”-Albums, der Band ist, zeigt, dass es dringend notwendig ist, endlich mal über eine Band zu berichten, die jeglicher Kreativität nicht nur die musikalische Krone aufsetzt.

Über die Entstehung der Band aus Minneapolis und ihrer Historie sollte man am besten auf ihrer Webpage lesen, denn das würde hier etwas zu weit führen, da die Ideen dieser Band als solches Seiten füllen würden. Fakt ist, dass sie mit “Earthology” ihr eigenes Label gegründet haben und dies als Non-Profit-Label, die New York Times redet dabei vom “world’s most environmentally friendly not-for-profit record label” und dass Cloud Cult die Umwelt dabei sehr am Herzen liegt, ist da nur ein Puzzleteil.

Außerdem gehört zu ihrem Live-Konzept die Einbindung zweier “Visual Artists”, u.a. mit Connie Minowa die Frau von Craig, die während der Show ein zumeist wunderschönes Bild auf die Leinwand bringen und diese dann am Ende des Konzertes verkaufen. Ich durfte dieser Live-Show in diesem Jahr in Austin, Texas beiwohnen und meine anfängliche Skepsis wich schnell der Begeisterung über die Ideen und die Qualität dieser Band. Wenn ich einen reichen Gönner finde, hole ich diese Band sofort nach Deutschland. Das Album-Cover sowie viele andere Motive des Digi-Packs sind natürlich auch Werke beider Visual Artists.

Natürlich kommt bei Skeptikern meist der Verdacht auf, dass sie etwas Besonderes machen wollen, um von der Musik abzulenken, die da wohl nicht mithalten kann. Aber das Grandiose an Cloud Cult ist die Tatsache, dass sich ihre Musik nicht nur perfekt in dieses Konzept einfügt, sondern dieses Konzept erst trägt. Das belegt dann auch das neue Werk “The Meaning Of 8”. Man hat es bei Cloud Cult nicht unbedingt mit einfacher Musik zu tun und 18 Songs sind dann für den einen oder anderen des Guten vielleicht etwas zuviel, für mich aber nicht.

Pitchforkmedia nennt ihren Sound “insane genious” und man würde diesen vielleicht noch am ehesten mit Bands wie Modest Mouse, The Flaming Lips oder Neutral Milk Hotel vergleichen, doch wird man damit ihrem sehr eigenen Stil nicht wirklich gerecht. Diese Band hat mit Songs wie ‘Pretty Voice’, ‘Your 8th Birthday’ oder ‘Dance For The Dead’ nämlich wirklich große Melodien am Start und der “Indie-Überhit” ‘Take Your Medicine’ wird sich hoffentlich auch auf “About Songs Volume 3” wiederfinden. Daneben unterliegen ihre Songs aber auch vielen musikalischen Experimenten, was nicht zuletzt der Instrumentierung geschuldet ist, die neben der klassischen aus Bass, Gitarre, Schlagzeug, auch Cello, Glockenspiel, Trompete, etc. bereithält. Allerdings sind auch die Songs an sich mit unzähligen Ideen gespickt, die den einen oder anderen vielleicht etwas überfordern könnten, aber der großartige Gesang von Craig Minowa und die über alles schwebenden Melodien lassen das Herz einfach in einem glücklichen Takt schlagen.

CLOUD CULT wollen es uns bestimmt nicht immer einfach machen, aber zum einen ist einfach auch einfach langweilig und zum anderen haben es nur wenige Bands mehr verdient, entdeckt zu werden, nicht nur, weil sie das alles für eine gute Sache machen, sondern weil sie einfach GROSSARTIG sind!

Cloud Cult

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Krachkeks-Kolumne Folge 22 "Showcase"



Am vergangenen Donnerstag durfte ich mal wieder Teil eines “Showcases” sein. Für diejenigen, denen dieser Begriff nicht geläufig ist, sei gesagt, dass bei einem Showcase meistens geladenen Gästen eine neue Band präsentiert werden soll. Das kann natürlich auf unterschiedlichste Weise geschehen, aber in diesem Fall muss man sich alle Klischees der Musikbranche aus den 80er und 90er Jahren vorstellen und schon hat man einen guten Einblick in meinen Abend.

In diesem Fall ging es um den Showcase der Hamburger Band THE GLAM (!) im von mir eh nicht sehr geliebten Mandarin-Kasino, da dort wirklich keinerlei musikalische Auswahl erfolgt, sondern der Laden vielmehr von Hans und Franz für pseudo-schicke Veranstaltungen angemietet wird. Schon am Eingang an der Gästeliste wurde einem ein Button der Band in die Hand gedrückt, was ich kritisches Geschöpf schon etwas merkwürdig fand, denn von The Glam hat noch nie jemand etwas gehört und es sollte ihr erster Auftritt sein, aber Ansteck-Buttons sind natürlich schon am Start.

Bei den Buttons sollte es aber natürlich nicht bleiben und man konnte bei dem ganzen Showcase das Gefühl nicht los werden, dass hier einfach nur eine Parodie eines Van Halen – Showcases vom Anfang der 80er Jahre nachgestellt wurde. Letztlich meinten sie diese Veranstaltung aber ernst. Kaum betrat ich den Konzertraum, staunte ich nicht schlecht, dass der Laden mit ca. 400 Leuten richtig gut gefüllt war, was z.T. auch daran liegen mag, dass jeder auf der Gästeliste stand und zudem noch mit Getränkebons versorgt wurde.

Das Publikum glich dann aber eher einem Horrorkabinett aus sonnengebräunten 50-Jährigen und jüngeren “Medienmenschen” von Magazinen à la Oxmox (Hamburger Stadtmagazin, das meistens von Großraumdisco-Events berichtet) und es war so gut wie niemand anwesend, der sich wohl wirklich für Musik interessiert. Falls ich jetzt dem einen oder anderen zu Nahe treten sollte, so gehört dieser wohl zu den in etwas 30 normalen Menschen, die ich hier ausdrücklich ausnehmen möchte.

So, nun sollte es dann endlich losgehen und schon die Bühne versprach Großes, denn ein Mega-Backdrop mit Bandlogo wie bei einer richtig großen Band sowie eine Lichtshow vom Feinsten legte die Messlatte sehr hoch und eigentlich hätten jetzt KISS in voller Kostümierung dieser Erwartungshaltung vielleicht gerecht werden können. The Glam aber leider überhaupt nicht.

Sollte eine Band, die sich The Glam nennt, diesen nicht auch zumindest annähernd ausstrahlen? Vielleicht dazu noch eine gewisse Selbstverständlichkeit und Glam-Arroganz dabei haben? Leider sind wir Deutschen nun aber nicht so wirklich für Glam bekannt und die Zeiten von Gary Glitter, The Sweet, T. Rex oder dem alten David Bowie sind auch schon etwas her. The Glam konnten einem schon fast leid tun, denn ihre Songs sind höchstens nett, aber zum einen bleibt da nichts hängen und zum anderen nimmt man ihnen das alles überhaupt nicht ab. Authentizität mag mir zwar immer etwas zu wichtig erscheinen, aber The Glam haben davon wirklich null. Dass sich Sänger Frederic noch einen glamourösen Blitz auf die Brust gemalt hat, hilft da auch nicht so richtig.

Leider haben sie dann auch noch nicht mal einen versöhnlichen Abschluß gefunden, denn nach drei Songs als Zugabe, die so schon fast niemand dieses ohnehin schlimmen Publikums haben wollte, kamen sie danach noch mal auf die Bühne. Dass sie als Zugabe einen Song zum zweiten Mal zum Besten (!) gaben, ist dabei auch kaum zu verzeihen, spielte aber in der Kritik eine untergeordnete Rolle.

The Glam können einem schon ein bisschen Leid tun, aber auf der anderen Seite hat man es hier nicht mit einer Teenie-Band zu tun, sondern mit vermeintlich erwachsenen Menschen. Trotzdem werde ich das Gefühl nicht los, dass sich hier 2-3 clevere Strategen zusammen gesetzt haben, um mal zu überlegen, was es zur Zeit nicht gibt. Dass das aber auch niemand braucht, wurde diesen Cleveren aber leider nicht gesagt und so wurde der Band dieses tolle Konzept präsentiert und da sie halt nicht mehr die Ochsentour auf sich nehmen wollten, über Jahre hinweg eine Fanbase live zu erspielen, kam ihnen das gerade recht. Man ist nicht mehr ganz jung, möchte es aber schon noch wissen und ich frage mich, ob das Ziel des Showcases war, dass man Mitleid mit der Band bekommt?

Wahrscheinlich eher nicht und es waren ja auch genug wichtige Plattenfirmen-Menschen und Booker im Publikum, die meinen Eindruck ja vielleicht überhaupt nicht nachvollziehen können, The Glam genial fanden und ihnen nun das Geld nur so in den Rachen schmeißen. Ich hörte sogar, dass das Konzept der Veranstalter so aussieht, dass man vielleicht eher ein englisches Label sucht und es über diesen Weg versucht. Natürlich gibt es im guten alten UK jede Woche neue Hypes, die es in der Regel gar nicht verdienen, nur ist selbst die schlechteste Band dort besser als The Glam und so würde ich zumindest eine Lebensversicherung abschließen, bevor The Glam London live erobern wollen.

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