"About Songs Christmas Tour" Part III
veröffentlicht am 16. Dezember 2011 von Jörg
Wer mich kennt, weiß ja, dass mir meist ein fast ungesundes Selbstbewusstsein innewohnt und so lag ich mit meiner Einschätzung zu Oberhausen schon ziemlich richtig, denn es war die (bisher) mit Abstand schlechtest besuchte Show und schon bei den knapp 40 Anwesenden fiel mir auf, dass mir keiner auffiel. Die Leute im Druckluft waren schon nett, nur wird dem Club wohl bald die (Druck-)Luft ausgehen.
Die Musiker taten Ihr Bestes, aber auch ein Trio aus Bob Dylan, Neil Young, der ja immerhin mit irgendwie auch durch das Cover von Björn Kleinhenz da war, und Tom Petty hätte dieses Ruhrpottvolk nicht aus ihrer Depression gerissen. Jemand meinte noch, dass Oberhausen die ärmste Stadt Deutschlands ist, nur sollte man doch dieses Armsein mit stolz geschwellter Brust hinaus schreien und nicht mit in seine fensterlose Einzimmerwohnung nehmen, oder? Trotzdem war dieser Gig wohl von allen Seiten der bisher schwächste.
Vielleicht neige ich dazu, hier und da etwas zu schwarz zu malen, aber nee, in Oberhausen werde ich wohl nicht meinen nächsten Urlaub verbringen. In Bielefeld zwar auch nicht, aber auch wenn uns selten schönes Wetter begleitet – mich ohnehin nicht – so lagen zwischen den beiden Auftritten Welten. Der Sound war phantastisch, das Publikum eigentlich auch und die Musiker hatten zurecht Spaß, dem man vor allem Simon immer ansieht und einfach mitlächeln muss. Auch Flo bekam sein “verschmitztes Grinsen”, so ein Zuschauer, nicht aus dem Gesicht und ist er entspannter, macht er mehr Ansagen und das Publikum ist auch entspannter.
Vielleicht sollte ich hier erwähnen, dass ich die “Band” immer kurz ansage, um auch das Konzept von “About Songs” latent zu erklären und im Gegensatz zu sonst halte ich mich auf der Bühne im Scheinwerferlicht meist kurz, denn ich merke immer wieder, dass ich gerne rede und diskutieren, am liebsten auch mit Leuten (!), nur ist die Bühne nicht mein bevorzugtes Medium, was schade ist, da ich doch so vieles zu erzählen hätte, z.B. was About Songs ist, was der Unterschied zwischen deutschen und amerikanischen Musikern ist, warum die Musikkultur in England anders gelebt wird, was unser Sicherheitsnetz für die Kunst bedeutet und und und.
Nach Schneeregen und Sturmböen sind wir jetzt übrigens im Feindesland Bremen angekommen und schon klar, dass mich hier nicht die Sonne mit offenen Armen empfängt, denn in die Falle wäre ich auch bestimmt nicht getappt. Dass sich der Tourtross nun im Norden befindet, bedeutet auch, dass die Tour sich dem Ende entgegen neigt, denn morgen stehen noch zwei (!) Hannover-Shows und am Sonntag die Abschlussshow in der Hamburger Hasenschaukel an. Natürlich müsst ihr auf mein Resümee noch etwas warten, denn in Teil IV geht es erstmal um das Schildern der letzten Toureindrücke und nach Oberhausen müssen wir ja nicht wieder zurück…
Kategorie: About Shows
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