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Veröffentlichung: 11.11.2011


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Bon Iver - Bon Iver



Nach gespanntem Warten ist ja nun vor ein paar Wochen das zweite Bon Iver – Album erschienen und es grenzt schon fast an ein Phänomen, wie viele Lorbeeren über dieses doch recht durchschnittliche Werk ausgeschüttet werden. Waren diese beim Debüt “For Emma, Forever Ago” noch völlig verdient, da es sich sehr wohl um ein sehr schönes und eigenständiges Kleinode handelte, so trifft das fürs Zweitwerk leider nicht zu.

Schon in den Albumtitel mag man mangelnde Kreativität hinein interpretieren und auch wenn einige Kritiker meinen, dass man diesem vor allem anhört, dass es einer Arbeit der gesamten Band entsprang, so ist das entweder der Nachteil oder einfach nicht ganz wahr, denn letztlich ist Bon Iver nun mal Justin Vernon, der sich für das Debüt noch alleine in eine Waldhütte zurück gezogen hat, um seinen Liebeskummer zu verarbeiten.

Da fällt mir folgende Frage ein: Warum ist bei vielen Songwritern die Geschichte den Menschen wichtiger als die Musik? Paradebeispiel ist da auch William Fitzsimmons, den der Mainstreammob euphorisch abfeiert, da seine Geschichte und der Rauschebart nun mal das Markante an ihm sind, die Songs dagegen relativ austauschbar.

Dagegen hat Justin Vernon alias Bon Iver schon viel mehr etwas wie einen eigenen Stil und die Atmosphäre des neuen Albums ist keine kühle, vielmehr strahlt es eine angenehme Schönheit aus und auch die Instrumentierung wie z.B. bei ‘Hinnom, Tx’ ist anders. Positiv lässt sich auch anmerken, dass es homogen ist und nicht nervt, d.h. ein Album, das man sich häufig anhören kann, nur leider bleibt da wenig hängen und genau das ist mein Hauptkritikpunkt: WO SIND DIE SONGS HIN?

Klar mag es nicht schick sein, Bon Iver oder William Fitzsimmons zu kritisieren, vielmehr sollte man sich freuen, dass derartige Musik überhaupt diese Erfolge feiern kann und natürlich lässt sich schwer in Zeilen fassen, warum man den einen Singer/Songwriter lieber mag als den anderen. Das Problem ist nur, dass die wirklich genialen Songwriter weniger ihre Geschichte in den Vordergrund rücken und der Sog der Melancholie oder Niedergeschlagenheit immer stärker wird. (4AD)

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