"About Songs" Mittwoch wieder auf Byte FM
veröffentlicht am 27. Juni 2011 von Jörg
Alle vier Wochen gibt es “About Songs” auch im Radio und so hoffe ich, dass ihr auch dieses Mal wieder dabei seid.
Viele neue Alben sind veröffentlicht und natürlich gilt es einige, u.a. Death Cab For Cutie, Chad van Gaalen, My Morning Jacket und Fucked Up, vorzustellen.
Also, wie immer heute um 23 Uhr, damit ihr besser schlafen könnt.
hier zu hören und natürlich freue ich mich, wenn ihr wieder “einschaltet” und bin für jedes Feedback dankbar.
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Krachkeks-Kolumne Folge 55 "Festivals"
veröffentlicht am 8. Juni 2011 von Jörg
Heute nehme ich mich einem Thema an, das vielen von euch da draußen sehr, sehr wichtig zu sein scheint, denn sonst würde es in Deutschland wohl kaum zwischen 350-400 Festivals geben. Natürlich sind diese unterschiedlichster Natur und darum möchte ich vorab schon mal sagen, dass viele meinen absoluten Respekt verdienen, u.a. seien hier exemplarisch das Haldern Pop-, Immergut- sowie Orange Blossom Festival erwähnt, bei denen die Liebe zur Musik im Vordergrund steht, auch wenn die genannte Auswahl etwas subjektiv ausfallen mag.
Was suchen all die Leute aber bei den Mega-Festivals wie “Rotz am Ring/Rotz im Park”, “Harry Can/Zauszide” und Konsorten? Und warum haben normale Konzerte immer mehr Probleme Publikum zu ziehen? Fakt ist, dass die Festivalbesucher mit diesem etwas anderes verbinden als mit einem “normalen” Konzert, denn dieses findet ja nur an einem Abend statt und meistens muss man den nächsten Tag wieder zur Arbeit. Anders bei einem Festival, denn darauf freut man sich das ganze Jahr und kann sich den alternativen Mallorca-Kurztrip zum Ballermann sparen. Denn schließlich steht an Nummer 1 der Freizeitbeschäftigung “etwas mit Freunden unternehmen” und was bietet sich da besser an als ein Festival, wo man säuft bis man nicht mehr steht, versucht, den Weg zum Zelt zu finden und bei Sonnenaufgang kurz mal dem Nachbarn aufs Zelt kotzt?
Klar mag das Wetter auf Mallorca besser sein, aber da hat man dann selten so viele Freunde und Gleichgesinnte um sich und kann nebenbei nur “Aprez Ski Musik” hören, wohingegen die großen Festivals auch immer ein paar gute Mitgröhlbands am Start haben, so man denn in all dem “mit Freunde saufen” überhaupt Zeit & Kopf findet, um zur richtigen Zeit an einer der vielen Bühnen zu sein. Außerdem zahlt man pro Band nicht mal 2 €, wenn man von 80 Bands und 150 € wie bei genannten Festivals ausgeht, und zu dem Preis, so ein oft gehörtes Argument, kann ich mir die Bands ja nie auf einem normalen Konzert anschauen – Geiz ist halt geil, oder?
Klar haben diese Mega-Events auch tolle Eigenschaften, denn als Manager einer sehr großen Band verdiene ich hier ein Heidengeld, ohne den Aufwand einer eigenen Show zu haben und da es nur noch etwa 10 Headliner für die gigantischen Festivals gibt, ist eine Gage von 1 Mio. € und mehr schon mitzunehmen. Auch wird immer wieder der Aspekt genannt, dass auch kleinere Bands sich auf einem Festival neues Publikum erspielen können. Das kann auch stimmen, aber einen Slot mittags, wenn der Mob im Zelt seinen Rausch auschläft, auf eine der kleineren Bühnen, kann auch dazu führen, dass man vor 30 Leuten spielt. Vielleicht für die Vita einer Band trotzdem gut, dass man mal Rotz am Ring gespielt hat…
Versteht mich nicht falsch, auch ich gehe gerne auf Festivals und das trotz meines fortgeschrittenen Alters von 41 Jahren, und auch ich trinke ganz gerne mal ein paar Bierchen zur Entspannung, aber ich interessiere mich auch für die Bands und Künstler und mir geht es nicht darum, den Event des Jahres zu erleben, sondern tolle Musik in einer möglichst, so das bei einem größeren Festival überhaupt geht, entspannten Atmosphäre zu erleben.
Kategorie: Krachkeks Kolumne
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Typhoon - Hunger And Thirst
veröffentlicht am 3. Juni 2011 von Jörg
So, nun muss ich mit Superlativen ein bisschen vorsichtig sein und bevor ich loslege sei kurz auf zwei Makel hingewiesen. Zum einen ist das vorliegende Album bereits im letzten Jahr erschienen, aktuell gibt es aber noch eine EP, zum anderen ist beides nicht in Europa erschienen, sondern nur in den USA, aber da gibt es ja heute Mittel und Wege…
Als ich in diesem Jahr mal wieder in Portland war, empfahl mir ein Kumpel (danke Ezra) diese wunderbare, lokale Band, die ich mir mal anhören sollte. Nicht jeden Tipp lege ich auf die berühmte Goldwaage, aber dieser war und ist Gold wert!
“Hunger And Thirst” heisst besagtes Album von Typhoon und es gibt wirklich nur wenige Alben, die ich großartiger finde. Hier stimmt einfach alles: GROSSE SONGS, TOLLER GESANG, WUNDERSCHÖNE STIMMUNGEN & INSTRUMENTIERUNG – in sich stimmig und Übergänge, bei denen einem der Mund offen stehen bleibt und sich jemand mal so richtig was gedacht hat. Wenn ich sie mal live sehen darf, was hier wohl kaum passieren wird, da Typhoon aus 12+ Mitgliedern besteht, sollten sie das Album am Stück in gleicher Reihenfolge spielen.
‘Starting Over (Bad Habits)’ leitet das Album wunderbar ein und bereitet langsam darauf vor, was da wohl kommen mag. ‘White Liars’ geht mir dann so nah, dass ich jedes Mal Gänsehaut bekomme, die fast das ganze Album anhält und ich kann kaum glauben, was der Gesang von Kyle Morton mit mir macht – “there’s a violence in everyone”. Dieser Mann muss ein Genie sein, denn neben seiner großartigen, warmen, melancholischen und nervtreffenden Stimme, spielt er Gitarre, Bass und Piano und hat alle Songs im Alleingang geschrieben…..
‘CPR / Claws Pt. 2’ schmiegt sich langsam an und führt in die Weiten der nordwest-amerikanischen Natur und ist ein Beleg dafür, dass Songs von Typhoon aus mehreren Wendungen bestehen, bei denen man sich ab und zu die Frage stellt, wie kommt man darauf. ‘Ghost Train’ fängt dann die exemplarische Vielstimmigkeit von Typhoon wunderbar ein, auch wenn Mortons Stimme über allem steht. Songs wie diese sind typisch für die Band, haben sie doch eine sehr spezielle und schleppende, aber nie träge, Stimmung und dann die geniale Überleitung in das “stürmische” ‘Body Of Love’ – vielleicht tut die kleine “Intermission” zur Hälfte des Albums ganz gut.
‘Happy People’ läutet dann halbsanft die zweite Hälfte ein und vielleicht ist euch aufgefallen, dass ich die Musik von Typhoon noch nicht wirklich beschrieben habe, aber auch wenn man den einen oder Vergleich finden mag, so möchte ich das nicht, da Typhoon besser sind als alle bekannten Vergleiche – “we can always be happy, can we?”. Allerdings gibt es wenige Alben, bei denen die Bläser eine so tragende Rolle spielen, ohne auch nur annähernd nervig zu sein. ‘Old Haunts, New Cities’ ist dann mal wieder wirklich tief in die Seele schauend, bevor ein Song namens ‘Belly Of The Cavern’ kommt, für das ich kaum Worte finden kann. 7 Minuten, die ein Leben verändern können – wer diesen Song nicht fühlt, fühlt keine Musik – wer bei diesem Song nicht über sein Leben nachdenkt, lebt nicht – wer sagt, dass dieser Song nicht berührt, berührt nicht – wer wissen möchte, wie eine Mini-Oper jenseits der klassichen Musik klingt, ist hier gut aufgehoben. Wie viel Spannungsbogen man in einen Song packen kann, ist hier quasi exemplarisch dargestellt und mich macht es sehr traurig, dass derartige Songs nicht von Europäern geschrieben werden können, da sie zu viel denken und zu wenig fühlen. Noch trauriger macht es mich, dass ich nicht weiß, ob ich diese Band je live erleben darf.
Was soll nach diesem Song noch kommen? Darf nach diesem Song noch etwas kommen? Vielleicht nicht, aber wenn ihr ‘The Sickness Unto Death’ hört, wisst ihr, dass dieser Song das Album “Hunger And Thirst” beenden muss.
Dieses großartige Meisterwerk ist übrigens auf dem Portland-Label Tender Loving Empire erschienen, aber natürlich ist es nicht bloß ein Label, sondern eine Art Community, die auch eine Galerie und Plattenladen beinhaltet und sich zur Aufgabe gemacht hat, lokale Musik und Kunst zu fördern. So sind auch die wunderbaren Loch Lomond Teil dieser Familie.
Einzelne Songs als Höhepunkte heraus zu stellen, wäre fahrlässig, da dieses Album ein einziger Höhepunkt ist und eine der Perlen der Zeit, die es zu entdecken gilt – das Gefühl dieses Albums mit Begeisterung zu beschreiben, wäre untertrieben!
Kennt ihr das, dass es Alben gibt, bei denen man hofft, dass sie nur die Guten entdecken mögen, die paar, die sich wirklich für Musik begeistern, die, die sich vom Mainstream-Mob angewidert in einer anderen Welt bewegen? (Tender Loving Empire)
Kategorie: About Albums
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"About Songs" heute wieder auf Byte FM
veröffentlicht am 1. Juni 2011 von Jörg
Alle vier Wochen gibt es “About Songs” auch im Radio und so hoffe ich, dass ihr auch dieses Mal wieder dabei seid.
Tja, viel kann ich zur heutigen Sendung noch gar nicht sagen, da ich recht spontan ahieren werde. Aber natürlich steht auch diesmal wieder Neues aus den USA im Vordergrund, denn ein wenig Pulver konnte ich letztes Mal noch nicht verschießen…
Also, wie immer heute um 23 Uhr, damit ihr besser schlafen könnt.
hier zu hören und natürlich freue ich mich, wenn ihr wieder “einschaltet” und bin für jedes Feedback dankbar.
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