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Veröffentlichung: 11.11.2011


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Krachkeks-Kolumne Folge 53 "Intro - Outro"



OK, dass Gratismagazine selten mit journalistischem Anspruch in Verbindung gebracht werden, ist nicht neu und liegt u.a. daran, dass 90 % der Schreiberlinge aus sogenannten “freien” bestehen und Glück haben, wenn sie den Tonträger, so sie denn einen bekommen, behalten dürfen. Dass sich diese in ihrer Findungsphase befindenen Jungspunde daher vielleicht nicht immer die größte Mühe geben, mag man in einer Umsonstgesellschaft nur zu gut verstehen.

Aber Anlass dieser Kolumne ist das aktuelle Intro und natürlich kann man darüber streiten, ob dieses so viele Zeilen überhaupt wert ist und warum gerade das Intro so viel Fett abbekommt, denn dass Modestrecken und Kolumnen, die rein gar nichts mehr mit Musik zu tun haben, inflationär auftreten, sehen wir auch beim Musikexpress und Uncle Sally’s – weniger (Worte) scheint also überall mehr zu sein. Nur feiert das Intro gerade sein 20-jähriges, was wirklich beachtlich ist, und hat dazu Techno auf dem Titel. Klar hatte das Intro immer wenig für elektrische und viel für elektronische Musik übrig gehabt, aber einen toten “Musikstil” auf den Titel zu hieven, um einen vermeintlich neuen Techno-Trend zu erkennen ist mehr als fragwürdig. Schön, dass sie dann noch einen billigen “Smiley”-Sticker im Heft haben, der uns wissen lässt, dass die B-Städte Köln und Frankfurt das Intro lieben – ich könnte kotzen!

Klar steht für ein Umsonstmagazin das Verkaufen von Anzeigen im Vordergrund und wer eine platziert, bekommt natürlich auch einen kleinen Bericht im Gegenzug wie aktuell z.B. Lenz (!). Wer möchte, kann sich auch gleich in die Redaktionscharts einkaufen, denn dem neuen Intro-Motto “wir sind käuflich” kann man bei einem Gratismagazin eine gewisse Selbstironie nicht absprechen, oder?

Bei “Platten vor Gericht” kann man immerhin mal kurz schmunzeln, denn zum aufregen reicht es da leider nicht und dass sie sich für die Genres, die sie nicht verstehen, aber auch abhandeln müssen, ausgerechnet William Fitzsimmons (Singer/Songwriter) und The Kills (Indie-Rock) aussuchen, ist nicht überraschend. Wenn ich mich auch frage, was der werte Chefredakteur denn jedes Jahr bei “meinem” Festival, dem SXSW in Austin, zu suchen hat, aber wahrscheinlich säuft er sich von Markenartiklern, die Anzeigen schalten, bezahlt einfach nur die Hucke voll und das Hirn weg – PROST!

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Was macht Seattle so speziell?



Eine Frage, die mir immer wieder unterkommt, wenn mich Menschen auf meine Seattle-Liebe ansprechen und wer hier einmal vor Ort ein paar Stunden in Downtown verbringt, wird diese auch dann nur schwer nachvollziehen können. Es ist einfach nicht ganz leicht, dass Besondere dieser Stadt in Wort zu fassen, in Kurzform: “Hamburg mit Bergen!”

Das greift aber schon etwas kurz, denn neben dem oft und vielleicht auch manches Mal zurecht kritisiertem Wetter, hat Seattle genau das, was Städte wie L.A., Chicago oder New York nicht haben: Entspanntheit!
Außerdem das, was Städte wie Portland & Austin, die ich auch sehr liebe, nicht haben: Urbanität!
Außerdem das, was viele noch nicht genannte US-Städte nicht haben: Eine unglaublich vitale Musikszene, die sicher alles andere als auf Schmusekurs getrimmt ist, denn man spürt hier durchaus auch Rivalitäten zwischen Musikern, Produzenten, Bands und und und – da spielt sicher auch mal Neid eine Rolle, aber irgendwie entsteht daraus durchaus große Kunst – Reiberei erzeugt Kunst!

Klar heroisiere ich meine Stadt Seattle sehr und frage mich jedes Mal, wann ich denn endlich mal für einige Zeit rüber gehe und da ich diesmal fast 3 Wochen hier bin, wird die Sehnsucht nicht kleiner……
War bisher immer Ballard meine liebste “Neighborhood”, so hat sich das wieder auf den Capitol Hill verlagert, denn wenn man vom szenigen Jugendtreiben am Wochenende mal absieht, ist diese Gegend großartig, wunderschön, inspirierend und man entdeckt immer wieder Neues.

Viele schwärmen immer von genannten Städten, wobei vor allem Portland im Focus steht und es ist auch eine klasse Stadt, nur fehlt ihr einfach das Urbane, was sich in Seattle im Guten wie Schlechten über Jahrzehnte entwickelt hat. Portland ist dagegen neuer, cleaner, weniger eckig & kantig, irgendwie nicht ganz so eigen, trotz dem ich da gerade zwei geniale Bands entdeckt habe, aber dazu dann später mehr!

So, diese Seattle-Eloge könnte ich täglich weiter führen, aber wenn mich das hiesige Tourismusbüro nicht bald auf die “Pay Role” nimmt, kann ich das zeitlich einfach nicht leisten….

SEATTLE, that’s where we all should meet!

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"About Songs" heute wieder auf Byte FM



Alle vier Wochen gibt es “About Songs” auch im Radio und so hoffe ich, dass ihr auch dieses Mal wieder dabei seid.

Tja, was die Technik heute so alles möglich macht, denn immerhin halte ich mich bis kommenden Montag in den USA, genauer in Seattle natürlich, auf, und trotzdem müsst ihr nicht auf ein paar schön, wie immer rein subjektiv ausgewählte Songs, verzichten….

Also, wie immer heute um 23 Uhr, damit ihr besser schlafen könnt.

hier zu hören und natürlich freue ich mich, wenn ihr wieder “einschaltet” und bin für jedes Feedback dankbar.

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Shows in Seattle



So, heute geht es wieder etwas weniger um persönliche Eindrücke und Erfahrungen, sondern um Musik, denn gestern war ich mal wieder im legendären Crocodile, das ja früher von Peter Bucks Frau gebucht wurde. Außerdem war es für mich eine Premiere, denn es war das erste Mal nach dem letztjährigen Re-Opening, das ich nur knapp verpasst hatte.

Klar finden einige die Location besser als die alte, andere waren gegenteiliger Meinung und ich ordne mich diesmal und unerwarteter Weise in der Mitte ein. Diesmal stand Say Hi auf dem Programm, wie ihr dem Poster hier entnehmen könnt, und natürlich war ich sehr gespannt, denn ich hatte Eric Elbogen lange nicht live gesehen – hatte ja damals eines seiner Alben in Deutschland veröffentlicht. Davor gab es mit Blair noch ein recht durchschnittliches Duo und mit Yellow Ostrich eine schon viel bessere Band zu überstehen. Die Turtles waren übrigens auch am Start, nur mussten sie noch kurz nach “Hause”, da im Crocodile leider weder Personalausweis, noch Führerschein ausreichen, da muss schon der Reisepass her…. Lustiger Weise musste ich diese Erfahrung vor 9 Jahren auch schon machen und da muss doch jeder mal durch, oder?

So, dann also Say Hi, die gerade ein neues Album mit dem umwerfenden Titel (!) “Um, Uh Oh” veröffentlicht haben. Wer Say Hi kennt, weiß, dass er immer etwas Neues ausprobiert, was das Live-Line-Up angeht und jetzt also als Trio, bei dem er als Drummer und Sänger fungiert. Die Drums hat er lt. Eigenaussage erst vor einem jahr gelernt, aber ihr kennt ja meine Meinung über SONGS und so konnte auch diese Instrumentierung nur gewinnen. Da es die letzte von 40 Shows in 42 Tagen war, gab es auch ein Frage-Antwort-Spiel und ich habe selten Musiker so schnell und eloquent antworten hören, Kompliment!

Say Hi stehen einfach für eine ganze Menge “Indie-Hits”, die die große Welt da draußen nie verstehen wird, aber die Herzen von einigen weniger treffen sie sehr wohl und ich hoffe sehr, dass Eric es noch mal nach Deutschland schaffen wird und vielleicht sollte ich da neue Album einfach mal veröffentlichen.

Ein neuer Tag und schon wieder ein Konzert. Der sehr gute Ben Kweller spielte mit dem guten Pete Yorn zusammen in der Showbox SoDo, auch das eine Premiere für mich und auch nicht unbedingt ein klasse Laden, da die Atmosphäre doch etwas kühl anmutet. Gleich erstmal was Schönes am Merch gekauft und schon ging es los mit einer Stunde Ben Kweller, die ziemlich klasse war, wenn man sich auch mal ein paar neue Songs erhofft, die dann besser als die des letzten Albums sein sollten. Das soll auch bald fertig sein und Spaß hatten wir allemal, denn eigentlich wäre er in einer besseren Welt mit seiner Stimme und Songs der Headliner gewesen. Immerhin wurde die Show mitgeschnitten und hätte ich gewusst, dass sich Herr Kweller dann noch selbst zum Merch begibt, hätte ich meinen Hoodie vielleicht später gekauft……

Die Mainstream-Stimmung war bei Pete Yorn dann noch mal eine ganz andere und so sehr ich die beiden ersten Alben auch mochte, so wenig kann ich die letzten nachvollziehen, auch wenn ihm der Erfolg vielleicht recht geben mag, aber das ist nicht meine Sichtweise, denn neben dem perfekten Sound kommen die Songs einfach zu schablonenhaft rüber: etwas Pathos, etwas Coolness, etwas Country, etwas Show, aber irgendwie nichts, was mich emotional berührt hat und so bin ich nun auch wenig verwundert, warum er sich nie in Europa blicken lässt, denn das scheint einem amerikanischen Publikum doch etwas mehr zu liegen.

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