Back in Seattle!
veröffentlicht am 30. März 2011 von Jörg
So, jetzt ist das Wetter wirklih typisch Seattle, auch wenn ich es hasse, das Wetter zu thematisieren….
Heute endlich mal exzessives Shoppen bei meinem Lieblingsplattenladen Sonic Boom betrieben. Vieles angehört und für 150 $ Platten gekauft, natürlich nicht ohne mein jährliches T-Shirt mitzunehmen, denn darauf bestehe ich. Noch kurz mit dem Inhaber Jason Hughes beim Thai zum Lunch, denn es ist immer wieder spannend und erschreckend wie seine beiden Läden so laufen. Vielleicht auch kein Wunder, denn auch wenn sich hier viel mehr Menschen für Musik interessieren, so ist der Anteil des digitalen Marktes bei 50 % (bei uns sind es gerade mal 13 %) und so lassen sich viele Leute gar nicht mehr in Plattenläden sehen, obwohl er doch so toll ist und ich am gleichen Spätnachmittag mir gleich noch den Instore-Gig des Duos Wye Oak angeschaut habe.
Abends dann entspannt im Supermarkt Mango Tango und andere schöne Sachen gekauft – Supermärkte sind hier einfach nicht nur wegen der Öffnungszeiten viel besser – und entspannt zu Hause mit Freunden was gegessen.
Gestern dann ein bisschen Shoppen Downtown und mit den Turtles im Loft des Poduzenten gekocht, was sehr lecker war, denn es gab Buletten, Erbsen & Möhren und Kartoffeln, weil die Turtles den Amis doch mal ein bisschen deutsche Hausmannskost näher bringen wollten. Das war auch sehr gelungen und um 19 Uhr schlugen wir auf, da es mit dem Essen um 20 Uhr losgehen sollte. Als wir mit Kind und Kegel ankamen, verwunderte es aber wenig, dass noch nicht mal der Einkauf des Essens erfolgte, so dass wir dann doch gleich mal zu Trader Joe’s fuhren, um dies mit zu tun. Auf meine Bemerkung, dass wir bestimmt nicht vor 22 Uhr essen würde, meinte die eine Hälfte der Turtles noch, dass das Quatsch sei, aber auch wenn es etwas rechthaberisch anmuten mag, so kenne ich mich wirklich mit Timings aus und kann die Menschen bezgl. eben dieses sehr gut einschätzen.
Es mussten also erstmal Chips und Bier sowie eine kleine Konservation mit hirnlosen Amis aus L.A. (!) herhalten und gegen 22:45 Uhr konnte der Schmaus dann beginnen. Vier Frikadellen mussten es dann schon sein und es war sehr lecker (DANKE!), wenn ich auch mit reichlich Übergepäck den Heimweg nach Hamburg antreten werde, aber das ist ja noch etwas hin.
So, beim nächsten Mal dann wieder etwas mehr über Musik, da das eine oder andere Konzert auf dem Zettel stehen!
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Wir sind hier jetzt in Portland, Jörg!
veröffentlicht am 28. März 2011 von Jörg
Seattle wird sicher nicht böse sein, dass wir einen kurzen Abstecher nach Portland (Oregon) machen, ist ja auch nur für zwei Nächte…
Schnell die beiden Talking To Turtles eingepackt und schon geht es los in den Stau. Wer mich kennt weiß, dass das nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen zählt, aber Zerstreuung ist nicht, da die ganze Bagage wieder mal pennt und ich mich so in meinem eigenen Kummer versuche zu laben. Nach knapp 5 Stunden dann doch endlich in Portland angekommen und Wetter ist viel kälter & regnerischer.
Kurz im Hotel (!) – danke Ezra & Megan – eingecheckt, den obligatorischen Burger gegessen und schon ging es zum Venue und erstem Portland-Konzert der Turtles. Das Venue war eigentlich ganz prima und dass hauptsächlich korpulente & tätowierte Biker am Start waren, schreckte uns nicht wirklich, auch wenn der Auftritt ob des vielen Gelabers und lauten Hallos nicht ganz einfach war und ich froh, dass die Turtles erkannt haben, dass hier mit ruhigen & melancholischen Songs nicht viel zu holen ist und das Set entsprechend gekürzt wurde. Auch war keine Bass Drum aufzutreiben, so dass der Gitarrenkoffer herhalten musste, was gut geklappt hat, nur etwas halsbrecherisch anmutete.
Ein gewisser Respekt wurde ihnen dann hinterher schon entgegen gebracht, aber nach einem Abschlussbier und das Klauen des Posters waren wir froh, dass wir da raus waren. Am nächsten Morgen sollte es für die beiden dann zurück ins Studio nach Seattle gehen und wenn uns nicht ein Malheur passiert wäre, hätte das auch fast geklappt, denn Flo meinte plötzlich, dass ich rechts abbiegen muss und was mein Musiker sagt, gilt schließlich und so zog ich rechts rüber und plötzlich krachte es, denn ich hatte wohl den Blick für die “Verkehrsinsel” verloren – immer weiter! Aber nicht sehr lange, denn ein lautes Schleifen, eine gewisse Schieflage und ein helles Ausrufezeichen machten sich bemerkbar und was gibt es Schöneres als einen platten Reifen im strömenden Regen zu wechseln?
Claudi rannte dann schnell zur Bahnstation, Flo & ich betätigten uns sportlich und so war der Hilfsreifen recht schnell aufgezogen, nur war es natürlich kurz vor Zugabfahrt. Dann schnell ins Auto gehuscht und zur Bahnstation, die nur leider per Navi nicht auffindbar war – hektische Anrufe von Claudi drängten uns zur Eile und so blieb mir nur, Flo “bahnnah” raus zu schmeißen und ihm die Gitarre hinterher zu werfen. Keine Ahung, warum es dann nicht geklappt hat und sie später den Greyhound nehmen mussten…..
Ansonsten war Portland noch schön, South East eine prima Gegend zum Shoppen, Essen und so, das Wetter dagegen weniger, und ich habe mit Jason aka Whip aka Timesbold noch ein paar Bierchen namens Doghead Fish oder so kennen gelernt, welches sehr “eigen” schmeckte und mal eben 9 % Alkohogehalt hat, klar, dass Jason es liebt….. Übrigens gibt es in Portland mit Powell’s Book Store wohl einen der besten Buchläden der Welt und Jackpot Records ist auch ein prima Plattenladen, wo ich natürlich einiges los geworden bin.
Nun gerade zurück in Seattle und die Sonne ist auch wieder da – keine Ahnung, warum ich ein Jahr lang Portland besser fand, aber Fakt ist, dass Seattle nun wieder die verdiente Nummer 1 ist!
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Wir sind hier jetzt in Seattle, Jörg!
veröffentlicht am 25. März 2011 von Jörg
ENDLICH SEATTLE! So schön die Zeit in Austin auch war und es eine der besten Städte in den USA ist, Seattle ist und bleibt meine Lieblingsstadt, weshalb ich hier nun auch schon seit Jahren ein paar Tage verbringe. Diesmal sind es sogar 2,5 Wochen, da hier ja gleichzeitig das neue Talking To Turtles – Album entstehen soll. Zum Glück hat die Stadt diesmal zumindest in den ersten Tagen viel Sonne zu bieten, aber heute hat es dann gleich mal wieder geregnet und an diesen Tagen bin ich dann natürlich in den beiden besten Plattenläden, die auf den Namen Sonic Boom hören.
Montagnacht kamen wir auch erst an und da unsere Übernachtungsmöglichkeit aus etwas komischen Gründen wegfiel, sind wir mit den Turtles zusammen im Loft des Produzenten (danke Jonathan!) unter gekommen. Am nächsten Tag dann viele Leute kontaktiert und da unsere Nachbarn aus Hamburg nun für 2,5 Jahr nach Seattle (NEID!) gezogen sind, kamne wir zum großen Glück da unter (danke Antje & Daniel). Am ersten Tag dann auch gleich mal im Konzert von Chris Pureka, die von ein paar Freunden an Banjo, Backing Vocals und Steel Guitar unterstützt wurde. Leider war ich sehr müde und musste vor der Zugabe die Segel streichen.
Am zweiten Tag waren dann auch schon die Talking To Turtles dran, die ich dann aus den legendären Avast!-Studios abholte. Sie spielten mit zwei anderen Seattle-Bands in meinem Lieblingsclub Sunset Tavern (danke Mike). Leider wäre “spärlich besucht” hier schon etwas übertrieben, aber ich fand es wirklich klasse. Ole Tinder starteten und auch wenn der Humor prima war, so war die Band eher durchschnittlich. Die Turtles spielten in der Mitte und vor allem soundtechnisch eine ihrer besten Shows, obwohl es im Sunset nur einen Line-Check gab, was mir zeigt, wie überflüssig Soundcheck meistens sind, aber die Musiker brauchen das wohl eher aus psychologischen Gründen. Anschließend spielten dann River Giant, die ich richtig, richtig gut fand – irgendwie eine Mischung aus Dinosaur Jr., Neil Young, Band Of Horses und Postrock – und gleich mal ihre EP erworben habe.
Heute dann eher Shopping und die Turtles in Ruhe arbeiten lassen, Platten im Sonic Boom kaufen und einen entspannten Abend verleben, bevor es miorgen mit den Turtles nach Portland geht.
Bis später!
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SXSW Tag 4 & Tschüß
veröffentlicht am 20. März 2011 von Jörg
Tja, wie schnell dann doch die Zeit vergeht und gestern der letzte Tag des Festivals zu Ende ging. Bevor es gleich in den großartigen Plattenladen Waterloo Records geht, hier natürlich noch die Eindrücke des gestrigen Tages.
City & Colour stand nach Empfehlung High Noon auf dem Zettel und der kanadische Songwriter, Beamtenkopf mit Brille und ganzkörpertätowiert, war dann auch gut, aber wie bei so vielen Kanadiern bleiben die Gefühle, die das rüber kommen, irgendwie an der Oberfläche. Das Gitarrenspiel ist auch etwas unterkühlt und in bester Laune schien er ob der technischen Probleme auch nicht gerade. Kein schlechter Storyteller, auch wenn die Geschichte mit der Kakerlake im Hotelzimmer dann doch etwas lang und ohne Pointe war. Sollte man sich vielleicht mal mit Band ansehen.
Dann drei Akkorder von Fences gesehen, bevor erneut Dry The River auf mich warteten, von denen ich zwar schon lobenswert berichtet hatte, aber diesmal hatten sie dann endlich ihren Drummer dabei, der für diese eine Show 20 Minuten vor dem Auftritt aus England endlich gelandet war und das war gut so, denn das verlieh ihrer Musik einfach noch eine völlig andere Dynamik. Ihr Debütalbum erscheint zwar erst im September, aber diese Band könnte zumindest zum Teil in die Fussstapfen ihrer Landsmänner Mumford & Sons, auch wenn ihre Songs komplexer und mit weniger Pop daher kommen.
Nun ein recht weiter Weg zur Auditorium Shore Stage, einem ziemlich großen Outdoor Venue mit freiem Eintritt, vielen Buden und wenig Schatten, so eine Art Mini-Festival für sich. Hier traten Man Man auf, von denen ich schon länger ein kleiner Fan bin, deren sperrige Musik zwar ab und an an Wolf Parade erinnert, die aber einen wesentlich künstlerishen Schritt weiter gehen, den man nicht immer gut finden muss. Mit Kriegsbemalung und zwei Drummern und diesmal alle in schwarz und nicht in weiß, machen sie aber Spaß, wobei sie leider noch nie in Deutschland unterwegs waren. Danach kam die “Indie-Super-Band” Middle Brother, bei denen neben dem Delta Spirit-Sänger und The Dwarves-Gitarristen Deer Tick – Mastermind John McCauley die Hauptgeige spielt. Seine Ausstrahlung ist prima, die Jungs haben viel Spaß auf der Bühne, nur die Songs muten dann doch oftmals etwas zu traditionell an, so dass sie einem vorkommen als hätte man die alle schon mal gehört.
Talking To Turtles spielten dann nich eine dritte Show in einem typischen Backyard und auch wenn ihre offizielle Show schon eine gute war, so war diese hier vom Sound fast noch besser und vor allem entspannter. Vielleicht waren auch die 4 Ziegenbock-Biere (sehr lecker!) zum Teil Grund meiner Entspanntheit, aber genau derartige Locations machen das SXSW auch aus. Denn jenseits all der Clubs sind diese in privaten Gärten stattfindenden Shows einfach wunderbar. Klein-Elliott war jetzt auch viel entspannter und so machte es wenig, dass ich die Location, in der meine SXSW-Gewinner The Fling spielten, nicht aufzufinden war.
Den Abend beendete ich dann mit einem Triple aus Family Of The Year im Emo’s Jr., was wirklich ziemlich gut war, Takka Takka im schlechten 512, was ziemlich öde und altbacken war, auch wenn sie immerhin einen eigenen Sound haben, und Alcoholic Faith Mission (Swandive), deren Show besser als am Vortag rüber kam.
Mir fallen jetzt nach vier Tagen irgendwie zwar nicht die richtigen abschliessenden Worte ein, aber auch das 25. SXSW-Festival war superschön und musikalisch einfach mit nichts zu vergleichen, was wir in Europa so haben. Wie Flo von den Turtles noch meinte, hier sind die Musiker nicht nur leidenschaftlicher, sondern investieren ihr häufig sehr weniges Geld in verdammt gutes Equipment und das ist auch eine Aussage über die Wichtigkeit, die die Musik in ihrem Leben einnimmt. Das soll jetzt kein Appell an Leidenschaft sein, aber irgendwie doch und ich hoffe sehr, dass ich auch im nächsten Jahr wieder hier sein werde.
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SXSW Tag 3
veröffentlicht am 19. März 2011 von Jörg
Kaum zu glauben, wie die Zeit vergeht und was mein alter Körper so durchhalten muss, aber wir wollen das Jammern gar nicht erst anfangen, denn da ich alter Hase ja schon ein paar dieser SXSW-Festivals auf meinem geschundenen (da war es wieder!) Buckel habe, ist es auch nicht neu und eigentlich zwingt mich ja auch niemand, Bier und wenig Schlaf und viel Laufen und viele Bands hören zu kombinieren.
Diesmal ging es schon gen Mittag los, da die Talking To Turtles um 13 Uhr ihr US-Debüt in einem japanischen Restaurant gaben, wo es auch Tacos (!) gab. Ca. 12 Leute saßen draußen bei 30 ° am Arsch der Austinwelt und die Turtles machten völlig neue Erfahrungen, denn nicht nur der Laptop rauchte ab, sondern sie spielten in der brennenden Sonne, während wir Zuschauer schön im Schatten saßen. Der Lohn der Arbeit waren vier verkaufte CDs, was ja kein schlechter Schnitt bei 12 Leuten ist, und 2 $ Trinkgeld.
Nächste Station war der “SPOT on Denmark”-Showcase, wo Alcoholic Faith Mission, eine der drei besten dänischen Bands spielten, und auch wenn es doch kein Essen gab und das Bier unterirdisch schlecht war, zeigten sie, warum sie in den USA mittlerweile mehr Fans haben als in Dänemark, wo sie fast noch unbekannt sind. Natürlich ging es dann endlich zum SxSeattle-Showcase, wo Fences nochmals auf dem Menüe standen und besonders der schöne Outdoor-Bereich des Venues war schön. Klar war es was anderes als die Kirchenshow am vorigen Tag, aber für mich zählen sie zu den fünf besten Bands des Festivals.
Nachdem der nächste Burger (danke Timmy) gegessen war, ging es dann nochmals zu The Fling, die als Opener des “Dangerbird-Showcases” spielten und wieder einen brillanten Sound hatten – keine Ahnung, wie sie das machen, denn das gelingt beim SXSW normaler Weise niemanden einfach so. Dafür war es auch wieder etwas spärlich besucht, aber wir arbeiten dran und erzählen jedem, wie großartig sie sind…
Mit Kid Dakota und Talking To Turtles standen dann noch zwei gemischte Duos auf dem Programm, die beide zufällig bei DevilDuck Records, also mir, sind. Kid Dakota spielten einige neue Songs und während Darren natürlich Gitarre & Gesang beisteuerte, so konnte die Dame des Hauses durch Geige & Banjo Schönes beitragen, die Songs wurden zum Teil völlig neu arrangiert präsentiert und vor allem die Duett-Gesänge waren eine Pracht. Sie werden die Turtles übrigens auf ihrer Deutschland-Tour im September/Oktober begleiten.
So, abschließend dann die erste offizielle TTT-Show außerhalb Deutschlands und das Ambiente war schon mal ganz angenehm, wenn sich auch später relativ viele laute und aufgebrezelte Yuppie-Mädels darin verloren. Die Turtles spielten zwar nur Songs des Debüts “Monologue”, machten das aber sehr souverän. Flo gab gesanglich alles und auch entertainermäßig viel und sein roter Nacken vom Vormittag gipfelte in einer “Redneck”-Pointe. Der Sound war prima und die erste Hälfte des Sets auch, denn leider nahmen in der zweiten Hälfte die lauten betrunkenen Mädels und ihre Typen genauso zu wie die ruhigeren Songs und diese Kombi schien nicht ganz ideal zu sein…
Letztlich kamen aber einige genau dieser Mädels auf die TTT zu und zeigten mir, dass wir die Zielgruppe vielleicht doch noch überdenken sollten und sie eher in Cocktailbars und Hotels platzieren sollten, viel Spaß!
Kaum zu glauben, dass morgen schon der letzte Tag des SXSW folgt, aber auch nicht so schlecht, denn die Wunden wollen geleckt werden…
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