Band Of Horses - Übel & Gefährlich (Hamburg)
veröffentlicht am 17. Februar 2011 von Jörg
Irgendwie wurde ich gestern wieder einmal gewahr, wie die Zeit vergeht, da eine meiner Lieblingsbands in Hamburg zwecks Konzert stoppte und ich mich gut an die Zeit des ersten Album erinnerte, wo sie es nicht nach Deutschland schafften. Nun also bereits das dritte Mal, dass sie in Hamburg spielten und war letztens das Knust ausverkauft, so diesmal das doppelt so große Übel & Gefährlich.
Was finden die Leute an einem Frontmann wie Ben Bridwell nur so toll? Er hat richtig schlecht gemachte Tattoos bis zum Hals, einen komischen Bartwuchs und Zähne sowie Kopfform, die teilweise an den Pogues-Sänger Shane McGowan erinnern. Was er aber auch hat, ist eine groß- und einzigartige Stimme, eine sehr authentische Ausstrahlung und das, was wir suchen: Menschen mit Emotionen, die ihr Innerstes nach außen kehren, was wir ja nie tun würden und könnten.
Bevor ich weiter berichte, möchte ich hier über die Vorband mal kurz den Mantel des Schweigens legen. Ich wusste nicht mal, woher sie kommen, tippte aber auf Australien, denn irgendwie sehen da alle Musiker gleich aus, haben eine zugegeben gute Stimme, aber kaum Songs, noch weniger Ausstrahlung und reden zu viel, einfach extrem langweilig! Übrigens wurde ich später bestätigt, dass es wirklich Australier seien…
Nun zurück zu meinen Königen, denn wenn man von der etwas schwachen Anfangsphase mal absieht – schlechter Sound, zwei der etwas durchschnittlicheren BoH-Songs sowie zu große Betonung auf “wir wollen rocken” – gibt es nur Gutes zu berichten. Gute Songauswahl, inkl. der drei besten Songs ‘Factory’, ‘Cigarettes, Wedding Bands’ und kurz vor der Zugabe ‘Funeral’, tolle Projektionen, die uns wohl die schöne amerikanische Landschaft näher bringen sollten, ein recht gut gelaunter Ben Bridwell sowie eine “spielfreudige” Band!
Ein Freund meinte noch, dass es kaum zu glauben sei, wie viele tolle Songs sie bei drei Aben schon haben und genau das gibt es ganz, ganz selten nur, denn wo andere Bands ein oftmals recht schwaches zweites Album vorlegen, kommt das bei Band Of Horses nicht vor und auch das macht sie einzigartig, selbst wenn bei manchem Song etwas weniger Rock mehr wäre. Dies als Wehrmutstropfen zu bezeichnen, wäre aber eine fast schon ungerechte Übertreibung!
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Azure Ray - Hamburg (Grünspan)
veröffentlicht am 11. Februar 2011 von Jörg
Nach jahrelanger Trennung haben sich die beiden Damen von Azure Ray mit dem neuen Album “Drawing Down The Moon” ja wieder zusammen gefunden und somit natürlich auch keine Überraschung, dass sie sich auch live haben blicken lassen. Überraschender dagegen war die Ansetzung im Grünspan, dass mir ob der Größe etwas sehr ambitioniert erschien, aber da es abgehängt wurde, hatten gut 200 Leute Platz.
Den Anfang machte Sir Simon, der im Mai sein zweites Album veröffentlichten wird und von seinem Smartphone begleitet gleich mal einige vorstellte, die in freudiger Erwartung verharren lassen. Der angenehm kauzige Chaot kombinierte seine an den Nordwesten der USA erinnernden Songs mit Charme und Freude an der Begeisterung des Publikums, dass ihn wohlwollend in die Arme nahm, um ihm mit Wärme zu bedenken. Schön!
Im Anschluss versuchten sich die Cellisting und Keyboarder/Drummer von Azure Ray an ein paar eigenen Songs, über die ich hier galant den Mantel des Schweigens legen möchte, da es einfach nur schlecht war.
Meine Erwartungen Azure Ray betreffend waren nun auch nicht so riesig groß, da ihr neues Album neben 3-4 wunderbaren Songs leider auch ein paar schwächere beherbergt, aber welche melancholischen Intensität sie uns live boten, war an Schönheit nur schwer zu überbieten. Die Laberköpfe zogen zum Glück recht schnell in die Raucherzone ab, so dass dem Konzertgenuss lediglich das Fehlen einiger Höhepunkte wie ‘New Resolution’ und ‘Look To Me’ kritisch begegnet werden konnte. Dies war aber zu verschmerzen, denn das fragile Zusammenspiel von Maria Taylor und Orenda Fink zog uns in eine ganz eigene Welt, fern jeglicher Reeperbahnprolligkeit.
Klar redet Orenda nicht gerne, aber zur Zugabe zeigte sich dann auch ein Lächeln auf ihrem Gesicht und Maria Taylor kann mit ihrer Stimme ja nicht nur jeden Mann in ihren Bann ziehen, so dass ich sehr hoffe, dass sie sich nicht gleich wieder trennen und Mastermind Eric Bachmann (Crooked Fingers), der die Songs mit geschrieben und produziert hat, beim nächsten Mal auch live dabei sein wird.
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"About Songs Live" mit den CRASHCAPTAINS am Donnerstag in der Hasenschaukel
veröffentlicht am 7. Februar 2011 von Nicole

Nach einer viel zu langen Pause endlich wieder da: unsere “About Songs”-Abende! Diesmal mit den wunderbaren Crashcaptains aus Berlin.
Kommt vorbei und packt jeden ein den ihr kennt!
Los geht es um 21.00 Uhr und der Eintritt ist frei.
http://www.myspace.com/aboutsongs
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Beatsteaks - Boombox
veröffentlicht am 4. Februar 2011 von Jörg
Ein neues Beatsteaks-Album hat vielleicht nicht jeder im Rahmen dieses Blogs erwartet, aber den Erwartungen gerecht zu werden ist sicher auch so gar nicht mein Ziel. Außerdem könnte man mir da eher Parteilichkeit vorwerfen, da ich in meinen Warner-Jahren auch für diese Berliner verantwortlich war. Das war zu “Smack Smash”-Zeiten, was nicht nur schon etwas länger her ist, sondern auch ihr bestes Album war…
Nun also “Boombox”, das um einiges unbeschwerter und besser daher kommt als der Vorgänger “Limbo Messiah” aus dem Jahre 2007, wo sie sich fast schon krampfhaft vom kommerziell erfolgreichen “Smack Smash” abheben wollten. Die neue Leichtigkeit tut ihnen hörbar gut, auch wenn ich immer vergeblich auf der Suche nach etwas mehr innovativen Ideen bin, aber das würden andere mal wieder als “Jammern auf hohem Niveau” abtun.
Der Start ist mit ‘Fixit’ super gelungen und die erste, auf Nummer sicher gehende Single ‘Milk & Honey’ macht sich im Anschluss auf einen richtigen Weg, trotzdem ich nicht nur wegen dieses Songs das Gefühl nicht los werde, als hätten wir das schon mal gehört, aber Diebstahl im eigenen Backkatalog ist ja nur halber Klau, oder? ‘Cheap Comments’ ist poppig & ok, ‘Let’s See’ könnte auch auf “Smack Smash” gewesen und eine weitere Single sein und zeigt vielleicht am besten die neue Entspanntheit, let’s see halt. ‘Bullets From Another Dimension’ ist leider etwas schwach, aber zum Glück folgt mit ‘Under A Clear Blue Sky’ ein Höhepunkt, der gesanglich von Gitarrist Peter Bauer eingeleitet wird.
Leider sind diese großartigen Momente etwas rar gesät, so dass ‘Access Adrenalin’, die typische Schreinummer ‘Behaviour’ und das fast schon ärgerliche ‘Automatic’, bei dem Peter Fox als Gast fungiert, fast etwas statisch anmuten. Klar ist das total abwechslungsreich, aber Hetereogenität geht hier etwas vor Songs. Zum Glück können sie zum Ende von “Boombox” das Songauto wieder auf die richtige Bahn lenken, denn ‘Alright’ macht so richtig Spaß und ‘House On Fire’ gehört zum Besten, was die Berliner Jungs je geschrieben haben, gut so!
Der Sound der Platte gefällt übrigens richtig gut, trotz oder gerade weil das Album einfach so im bandeigenen Proberaum aufgenommen wurde und lediglich das Mischen von einem Großen seines Fachs in L.A. vorgenommen wurde – Nick Launey hat seine Finger seit Jahrzehnten an Alben von Nick Cave, The Hives, Maximo Park, Arcade Fire und unzähligen anderen gehabt.
Einige werden kritisieren, dass “Boombox” für eine so lange Wartezeit doch etwas kurz ausgefallen ist, ich dagegen würde eher kritisieren, dass sie es trotz sechs Alben noch immer nicht zu einem guten Artwork geschafft haben.
Alles in allem ist “Boombox” ein wirklich gutes Album, wobei den wirklich großartigen Momenten auch immer wieder durchschnittliche im Wege stehen, die mich noch immer auf den “ganz großen Wurf” der Beatsteaks hoffen lassen – ich möchte diesen Wurf aber bestimmt nicht unterbewertet wissen, denn ihre neue Selbstsicherheit steht ihnen verdammt gut. (Warner)
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