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Veröffentlichung: 11.11.2011


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Danger Mouse and Sparklehorse - Dark Night Of The Soul



Natürlich hat dieses Album eine Geschichte, die viele Magazine zurecht thematisieren, auch wenn sie leider recht wenig über die Musik des Albums berichten, aber das ist dann wohl exemplarisch für die heutige Musikjournaille, wo Geschichten eine wesentlich größere Rolle einzunehmen gedenken als die Musik.

Kommen wir also zunächst zur Geschichte dieses Albums…

Zum einen steht hier der Vorwurf an das Major Label EMI, das dieses bereits vor einem Jahr fertig gestellte Werk eigentlich gar nicht veröffentlichen wollte, nun aber doch tut. Warum?
Nun kommt die tragische Komponente dazu, denn der wunderbar düstere Songwriter Mark Linkous (=Sparklehorse) hat sich am 6. März dieses Jahres durch einen Schuß ins Herz das Leben genommen. Unverstanden vom Leben und Label fühlte er sich mit seiner Band allerdings schon länger und so wurde den zum Teil großartigen Sparklehorse-Alben, vor allem “It’s A Wonderful Life”, nie die Beachtung geschenkt, die ihm nun nach seinem tragischen Tod zuteil wird.
Damit nicht genug, denn mit dem Verscheiden des zum Zynismus neigenden Songwriters Vic Chesnutt, hier war es eine Überdosis an Medikamenten, spielt auf “Dark Night Of The Soul” noch ein anderer Tod eine traurige Rolle.

Kommen wir nun also zur Musik!

Die 13 Songs wurden alle von den beiden Namensgebern geschrieben und dann ohne Texte an mögliche Interpreten geschickt, die aus den verschiedensten Bereichen kommen und dieses dunklen Soundtrack des Lebens bzw. des Todes veredeln. Mit am verwunderlichsten ist dabei die Tatsache, dass die Musik, im Gegensatz zu den meisten Texten, weniger düster anmutet und man fast schon von einer leichten und schönen Melancholie sprechen kann.

Der Opener ‘Revenge’ von den Flaming Lips zählt gleich zu den besten Songs und steht völlig zurecht am Beginn, auch wenn ein wenig Wehmut aufkommt, denn diese songwriterische Qualität haben sie auf ihren eigenen Alben seit “The Soft Bulletin” nicht mehr erreichen können. ‘Just War’ mit Gruff Rhys (Super Furry Animals) schließt sich der sphärischen Homogenität nahtlos an und natürlich ist es toll, die Stimme von Jason Lytle (Grandaddy) auf ‘Jaykub’ und ‘Everytime I’m With You’ gleich zweimal zu hören.

Mit ‘Little Girl’ von Julian Casablancas (The Strokes) wird es dann etwas einfacher, bevor uns Black Francis (Pixies) mit ‘Angel’s Harp’ und Iggy Pop mit ‘Pain’ aus dem Schwelgen reißen und das unnötige Rockbrett rausholen.

Aus diesem kleinen und fast nicht der Rede werten Qualitätsloch holt uns dann James Mercer (The Shins & gerade mit Danger Mouse auch das Projekt Broken Bells) mit seinem wundervollen Gesang und dem Song ‘Insane Lullaby’ raus, bevor dann Mark Linkous himself zum Mikro greift und gemeinsam mit der wunderbaren Nina Persson (The Cardigans) noch mal bestätigt, dass ‘Daddy’s Gone’ ist. Traurig!

Kurz vor Schluß darf dann die fast schon verschollen geglaubte Suzanne Vega zu ‘Man Who Played God’ reüssieren und Vic Chestnutt folgt Herz zerreißend mit ‘Grim Augury’. Auslkingen tut das Ganze mit der Stimme von Regisseur David Lynch, der im übrigen auch für das Artwork, Fotografien und anderen konzeptionellen Dingen verantwortlich war.

“Dark Night Of The Soul” wird trotz seiner Geschichte weniger was für den Mainstream-Mob da draußen sein, aber allen MUSIKLIEBHABERN als ein sehr würdiger Abschluss dieser dramatischen Geschichte erscheinen. (EMI)

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