White Rabbits - It's Frightening
veröffentlicht am 12. Februar 2010 von Jörg
Vielleicht weiß es noch nicht jeder, aber irgendwie wird das Phänomen, dass das zweite Album einer Band oftmals schwächer ist als das Debüt so langsam aber sich zu einer Manie für mich. Natürlich gibt es wohlwollende Beispiele, die die Ausnahme von der Regel sind: Midlakes zweites Werk “The Trials Of Van Occupanther” war ein Geniestreich und Band Of Horses oder Wolf Parade konnten das Niveau des Debüts zumindest halten!
Ich bin nicht der erste, der sich mit dieser häufigen Tatsache beschäftigt und eine der sinnvolleren Erklärungen ist noch immer die, dass eine Band für das Debüt meist auch sehr viel mehr Zeit hat, dieses sogar das Elaborat mehrjährigen Songwritings und Ausprobierens ist, wohingegen die Zeit für den Nachfolger aufgrund von Promotion, Tourneen und einem von außen und/oder innen erzeugten Druck eher begrenzt ist.
Kommen wir nun zum zweiten Alben der NYer White Rabbits, deren Debüt “Fort Nightly” ich geliebt habe und dies sogar so enthusiastisch, dass ich sie unbedingt auf meinem eigenen Bonsai-Label haben wollte, was leider nicht geklappt hat. Hits wie ‘Kid On My Shoulders’, ‘The Plot’ und ‘Tourist Trap’ zeichnen sich durch unglaubliche Dynamik aus und auch wenn zwei Schlagzeuger gerade in Mode sind, so verkommen diese bei den White Rabbits nie zum reinen optischen Selbstzweck.
Leider gibt es mit dem Opener und der ersten Single ‘Percussion Gun’ nur noch einen Song auf dem neuen Album, der in der gleichen Liga wie die Songs des Debüts spielen und das ist nicht nur schade, sondern traurig. Die Instrumentierung ist zwar noch immer spannend, aber leider bleiben die Songs auch nach mehrmaligem Hören auf der Strecke. Jetzt haben sie mit dem Depeche Mode- und Nick Cave-Label Mute richtig Power im Rücken und die Medien, die das Debüt eher ignorierten, setzen zu Jubelstürmen an, aber bei mir hinterlassen sie einen faden Beigeschmack, den ich nicht richtig verarbeiten kann.
Dabei ist es gar nicht mal so, dass “It’s Frightening” selten gehört werden möchte, aber ein gewisser Grad der Banalität wird hier und da überschritten – ich kann nur hoffen, dass es ihren musikalischen Brüdern von Delta Spirit mit ihrem Zweitwerk anders ergeht. (Mute)
Kategorie: About Albums
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"About Songs" heute wieder auf Byte FM
veröffentlicht am 9. Februar 2010 von Jörg
Alle vier Wochen gibt es “About Songs” auch im Radio und so lade ich euch heute wieder ein.
Wie immer natürlich um 23 Uhr auf Byte FM.
hier zu hören und natürlich freue ich mich, wenn ihr heute “einschaltet” und bin für jedes Feedback dankbar.
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Midlake - The Courage Of Others
veröffentlicht am 4. Februar 2010 von Jörg
Es ist ja nicht immer leicht mit den Erwartungen, die man an eine Band und ihren neuen Output hat und oftmals ist es leider so, dass diese Erwartungen dann enttäuscht werden, was aktuell wieder bei den neuen Alben von Spoon, White Rabbits, Get Well Soon oder auch Windmill dann auch eingetreten ist. Dabei sind das bestimmt keine schlechten Alben, nur hat der Vorgänger eine scheinbar zu große künstlerische Last auf die Schultern der Musiker gelegt.
Diese Befürchtung hatte ich selbstredend auch im Fall Midlake, deren zweites Album “The Trials Of Van Occupanther” zu meinen liebsten der letzten Jahre zählt, auf dem sogar noch Songs den wunderschönen Glanz anderer überstrahlten, was in Zeiten, in denen der Musikkonsument immer mehr einzelnen Songs bzw. Singles huldigt und das Album als solches vom Aussterben bedroht ist, durchaus hilfreich sein kann.
Dass der Nachfolger 3,5 Jahre benötigte und schon im Titel “The Courage Of Others” eine gewisse Unsicherheit erkennen lässt, führte nicht gerade zu weniger Skeptizismus, der allerdings, das sei hier schon erwähnt, völlig fehl am Platze war und mir das erste Album 2010 beschert, das mich in keinster Weise enttäuscht hat und am Jahresende in meiner Bestenliste schon einen Platz sicher hat.
Die Orientierung an längst vergessen geglaubte Musikgenres ist denn auch eine Konstante im Schaffen von Midlake, allerdings finden sich die Haupteinflüsse neben dem Americana der 70er nun vielmehr im englischen Folk der 60er und 70er Jahre und Bands wie Steeleye Span, Fairport Convention, Pentangle oder gar Barclay James Harvest. Dies macht sich sowohl in der Instrumentierung, d.h. keine Keyboards und Wiederentdeckung der Flöte, die sich wie ein roter Faden durch die Songs von Tim Smith zieht, als auch dem warmen, zeitlosen Sound bemerkbar. So könnte “The Courage Of Others” genauso vor 30 Jahren aufgenommen worden sein und doch kann man ihnen irgendwie nicht den Vorwurf reiner Retrogewandheit machen, denn Schönheit und großartige Songs in seltener Homogenität dargebracht können einfach nicht Retro sein, sondern immer irgendwie einem aktuellen Anspruch entspringen.
Diese Homogenität macht es noch schwerer als beim Vorgänger, einzelne Songs herauszustellen, weshalb ich darauf verzichte und es anderen überlasse, denn gerade in heutigen Zeiten, wo dem Album als solches eine Endlichkeit vorausgesagt wird, stimme ich in diesen Kanon des Niedergangs nicht ein und schwöre mit einigem Trotz, dass ich Midlake und ihr neues Werk “The Courage Of Others” immer am Stück hören werde, denn genau so entfaltet es seine einzigartige Magie, die mir wohlige Schauer über den Rücken schickt. (Bella Union)
Kategorie: About Albums
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Fanfarlo - Prinzenbar (Hamburg)
veröffentlicht am 2. Februar 2010 von Jörg
Montagskonzerte zählen nicht zwingend zu meinen Stärken, aber wenn eine Band mit einigen Vorschusslorbeeren bedacht wurde und mir das Album gut gefällt, guckt man sich diese dann auch gerne zum ersten Mal live an. Die Prinzenbar in Hamburg ist außerdem ein wunderschöner Ort, wenn an diesem Abend ziemlich überfüllt, da die Gästeliste natürlich auch entsprechend ausfiel.
Den Opener des Abends brachten die Engländer von Fanfarlo dann als Trio hinter sich und ich wunderte mich schon, wo der Rest steckte, aber beim zweiten Song war das Quintett dann komplett. Es soll hier ja weniger über Aussehen gehen, aber was das Frontduo da trug, entbehrte nicht einer gewissen Komik und es entstand das Gerücht, dass sie vielleicht eine Wette verloren haben – gut, Engländer sind ja auch nicht wirklich für ihren modischen Geschmack berühmt….
Musikalisch erinnerten Fanfarlo live noch viel mehr an ihre Vorbilder Arcade Fire, denn während das Album noch differenziertere Einflüsse erkennen lässt, so verkamen sie live fast zu einer Kopie, was ich als etwas störend empfand, aber die Band ist noch jung und man kann nur hoffen, dass sie mit dem nächsten Album eine etwas größere Eigenständigkeit und mehr Mut an den Tag legen, um vielleicht etwas näher an die Einzigartigkeit ihrer Helden oder einer Band wie Mumford & Sons zu kommen.
Dieses Resümee mag jetzt etwas negativer klingen, als das Konzert eigentlich war, denn was Fanfarlo zu bieten haben, ist schon interessant und mit vielen Versatzstücken und Instrumenten angereichert, auch wenn (schon wieder ein negativer Aspekt) nur wenige Songs des Debüt-Albums, das Anfang März erscheint, da mithalten können.
So fällt das Fazit mit “gute Band mit Entwicklungspotential” dann auch etwas nüchtern aus. Trotzdem fühlen sich Fanfarlo in der Reihe englischer Bands, die ziemlich amerikanisch bzw. kanadisch klingen, sichtlich wohl.
Kategorie: About Shows
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