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Veröffentlichung: 22. August


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Get Well Soon - Vexations



Nach allen berechtigten Erfolgen und Lorbeeren das Debüt-Album “Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon” betreffend, geht es nun zu dem meist so schweren Nachfolgewerk. Warum dafür das etwas antiquierte englische Wort für Ärgernisse “Vexations” herhalten soll, entzieht sich meiner Kenntnis, aber vielleicht bringt ein gewisser Erfolg diese ja auch mit. Belassen wir es mit Spekulationen und wenden uns diesem einfach zu.

Ganz so einfach ist das Zuwenden dann aber nicht, denn habe ich bei dem Debüt das Intro noch als passend gelobt, so ist es hier schlicht nichtig und da mit ‘Seneca’s Silence’ und ‘We Are Free’ eher Durchschnittliches folgt, scheinen meine Zweifel nicht unberechtigt gewesen zu sein. Klar sind Get Well Soon hier über jeden künstlerischen Zweifel erhaben und “Vexations” ist zum Glück wieder ein Album, mit dem man sich länger auseinander setzen muss, aber bei aller textlichen und instrumentalen Qualität bleiben große Songs nur zu oft auf der Strecke.

Es mag etwas komisch klingen, aber für mich beginnt das Album erst so richtig mit ‘A Voice In The Louvre’, dem perfekten Einstieg in ein großes Album. Tragisch und melancholisch und doch Großes versprechend – diesen Attributen setzt das düsterste Stück ‘That Love’ wohl die dornige Krone auf und läutet gleichzeitig die Höhepunkte des Albums ein.

‘Aureate’ heisst dieser und erschlägt einen mit genau dem orchestralen Mut, der Get Well Soon gut tut – und die Drums klingen wirklich toll, wenn ich das mal so dahersagen darf. ‘We Are Ghosts’ schließt sich dem nahtlos an, treibt jedem halbwegs vernünftigen Musikfan an und ein Lächeln auf die Lippen und stellt doch Fragen: “Are We Human Or Are We Dynamite?” – vielleicht die Hymne für Atheisten – endet dieser Song doch mit der Feststellung “God Is Dead”.
Schöne Kopfbilder bietet ‘A Burial At Sea’ und wer sich jetzt sagt, dass die Musik von Get Well Soon prädestiniert ist für diverse wunderbare Filme, dem sei der Hinweis gegeben, dass es das Album auch in einer limitierten Buchfassung mit Bonus-CD “Songs For/From Films” gibt, die noch mal 8 Titel beinhaltet, u.a. ‘Busy Hope’ und ‘Good Friday’ die man schon vom Soundtrack zu “Palermo Shooting” kennt, und das David Bowie – Cover ‘I’m Deranged’.

Zurück zum eigentlichen Album, denn wir nähern uns dem Ende mit dem im positiven Sinne recht poppigen ‘Angry Young Man’, was wohl auch die erste Single ist, um “Vexations” mit dem Quasi-Opus ‘We Are The Roman Empire’ verklingen zu lassen. Schon selten, dass ich bei einem Album eine Hälfte um Längen besser finde als die andere, aber hier ist dem so und darüber habe ich mir jetzt lange genug den geschwollenen Kopf zerbrochen…

Konstantin Gropper alias Get Well Soon möchte manches Mal noch immer zu viel und wurde mit seiner ernsten Unlockerheit zum Freund aller Feuilletonisten, trotzdem ist seine Verkopfheit mehr als authentisch und steht ihm doch etwas im Wege, denn mit einer kleinen Prise amerikanischer Unbedarftheit das Songwriting betreffend kann das dritte Album zu seinem musikalisch größten Werk werden – die Luft ist noch da. (City Slang)

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