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Krachkeks-Kolumne Folge 50 "Popkomm 2009"



Schon gehört, dass die Popkomm in diesem Jahr ausfällt? Nein, eh noch nie von der Popkomm, der doch größten europäischen Musikmesse, gehört?

Im Gegensatz zu anderen Branchen, unterliegt die Musikbranche zum Glück noch immer eher einer Emotionalität und das ist auch gut so. Oftmals wird uns zwar mangelnde Professionalität vorgeworfen, was hier und da sicher nicht von der Hand zu weisen ist, und so geht es hier um ein wunderbares Beispiel, wie man sich lächerlich macht und dass es nicht immer gut ist, eine Musikmesse von Menschen veranstalten zu lassen, die sich eher selten bis nie mit Musik und der Eigenheit dieser Branche befasst haben.

Die Popkomm ist nun mal im Gegensatz zu Industriemessen oder meinetwegen noch der Midem eine reine “Socialising-Veranstaltung”, wo es in keinster Weise um bestimmte Geschäftsabschlüsse geht oder darum, sein Produkt besonders prägnant auf eben dieser Messe zu präsentieren. Das ist den meisten nicht neu, nur wurde dieser Tatsache auch auf früheren Popkomms eigentlich nie Rechnung getragen. Das waren aber die guten alten Zeiten, in denen vor allem Majors noch einen Wettstreit um den größten und spektakulärsten Stand machten. Dies ist jetzt zum Glück schon seit längerem nicht mehr der Fall.

Schon länger der Fall ist dagegen, dass es unserer geliebten Branche wirtschaftlich nicht so richtig gut geht, weshalb der Rückgang von Ausstellern auf der Popkomm auch in dem Ausmaße sicher nicht verwunderlich ist. So konnte dies nicht der alleinige Grund in der Pressemitteilung sein, denn dann hätte sich ja jeder gefragt, warum man nicht grundsätzliche Änderungen des Konzeptes vorgenommen hat. So wurde alles mal wieder auf die böse Internet-Piraterie geschoben, die sicher alles andere als ein Kavaliersdelikt ist, aber nun auch nicht wirklich so akut, dass man 3 Monate vor der Messe dies zum Grund der kurzfristigen Absage machen kann.

Die elegante Lösung hätte so ausgesehen, dass man die Messe an sich einfach tatsächlich abgesagt hätte, vor allem, um an einer konzeptionellen Neuorientierung zu arbeiten, die sich in der heutigen Musikwelt nicht lächerlich macht, und das musikalische Abendprogramm als “Musikfestival” weiter in den Vordergrund gerückt hätte, wo es eigentlich auch hingehört. So hätten sich die Veranstalter sogar noch auf die Fahnen schreiben können, dass endlich wieder die Musik im Vordergrund steht und alles andere Beiwerk ist und nicht umgekehrt. Genau so ist es nämlich bei allen anderen ähnlichen Veranstaltungen wie SXSW in Austin, Eurosonic in Groningen oder dem Spot-Festival in Arhus auch.

Kaum kam das sehr negative Feedback auf die Popkomm-Absage, kroch auch Tim Renner wieder aus seinem Lobbyisten-Loch, um sich als Heilsbringer zu präsentieren, der erstmal den Mund ganz weit aufreisst, um sich danach mal Gedanken über ein Konzept zu machen.

Ich glaube an eine gewisse Art der Selbstregulierung und kann nur hoffen, dass sich die Popkomm mal Gedanken macht, dass man eine derartige Musikmesse einfach nicht braucht und in andere Richtungen denkt. Ideen habe ich genug, aber mich fragt ja keiner….
Ansonsten wird es bestimmt trotzdem das eine oder andere schöne Konzert im September geben!

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Madness - The Liberty Of Norton Folgate



Es ist ja selten leicht, wenn man sich alten Helden in der Neuzeit widmet, aber natürlich auch Anlass genug, denn ihr Comeback-Album “Wonderful” ist nun auch schon wieder zehn Jahre her und irgendwie ist der Neuling “The Liberty of Norton Folgate” dann ja wieder ein Comeback-Album geworden, oder? Ich möchte hier sicher nicht die ganze Historie der Band aufrollen, denn wer diese nicht kennt, wird sich wahrscheinlich auch nicht für das neue Werk interessieren. Fakt ist aber, dass meine erste Vinylsingle ihr Hit ‘Our House’ (1983) war, Fakt zwei ist, dass sie in ihrem Heimatland UK mehr Top-20-Hits hatten als die Beatles und Elvis Presley und dass sie 1992 zwei Konzerte vor je 72.000 Fans gespielt haben, bei denen die Erdbebenrichterskala ziemlich ausgeschlagen hat – kein Scherz.

Natürlich sind die 7 Herren nicht wirklich jünger geworden, sind wir ja auch nicht, und das neue Album lässt sich nicht mit ihren Klassikern messen. Allerdings ist “The Liberty of Norton Folgate” trotzdem ziemlich gelungen. Klar hätten sie einige der 14 Songs + Intro weglassen können, aber da fast jedes Mitglied auch Songs schreibt, möchte sich halt jeder auf dem Album verwirklicht sehen und das muss man verstehen, denn so viele Alben werden sie sicher nicht mehr machen. Natürlich halten sie die sarkastische Fahne ihres Lokalpatriotismus in Songs wie ‘We are London’ weiterhin hoch, auch wenn das Tempo dem Alter entsprechend gedrosselt wurde. Perlen wie die erste Single ‘Forever Young’, der Calypso in ‘Dust Devil’, das balladeske ‘MKII’ oder der fröhliche Wortwitz von ‘Idiot Child’ zeigen, dass sie im Gegensatz zu vielen anderen in Würde und Klasse gealtert sind.

Abgeschlossen wird das Album mit dem 10-minütigen Titelsong. Dazu sollte man noch erwähnen, dass Norton Folgate ein kleiner Bezirk im Osten Londons ist, wo viele Künstler wohnen, die die Freiheit lieben und nicht um jeden Preis hip sein wollen wie im Rest von London. Eine Hymne hat der Stadtteil jetzt also auch! Gerade durfte ich Madness bei Rock am Ring live sehen und auch wenn sich ein paar Jüngere gewundert haben dürften, was da abgeht, so waren sie für mich die mit Abstand beste Band des Festivals, it still must be love! (Lucky Seven)

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"About Songs Live" am Samstag mit SOUTHERLY in der Hasenschaukel



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"About Songs" morgen auf Byte FM



Alle vier Wochen gibt es “About Songs” auch im Radio und so lade ich euch heute bzw. morgen quasi wieder ein. Diesmal habe ich neue Alben von Jason Lytle (Grandaddy), Eels, Siva, The Paper Chase und Pete Yorn am Start und werde mich natürlich wieder schön subjektiv mit Musik beschäftigen.

Wie immer natürlich um 23 Uhr auf Byte FM.

hier zu hören und natürlich freue ich mich, wenn ihr Dienstag “einschaltet” und bin für jedes Feedback dankbar.

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