"discovering new artists at SXSW 2009" - Blind Pilot
veröffentlicht am 28. März 2009 von Jörg
Wie bereits angekündigt werde ich hier im Wochenrhythmus nun neue Bands vorstellen, die ich beim diesjährigen SXSW in Austin, Texas entdecken durfte. Dass auch hier die eine oder andere Band aus dem Nordwesten der USA kommt, versteht sich von selbst…
Den Anfang machen Blind Pilot aus Portland (Oregon), deren Debüt-Album “3 Rounds And A Sound” ich mir bereits ein paar Tage vor dem Festival in Seattle gekauft hatte. Einige US-Medien vergleichen sie schon mit den großartigen The Shins, natürlich ebenfalls aus Portland, und das liegt vor allem an wirklich schönen Melodien und dem Songwriting-Faible des Duos, bestehend aus Israel Nebeker und Ryan Dobrowski, das, wie ich feststellen konnte, live erhebliche Verstärkung bekommt.
Songs wie ‘One Red Thread’, ‘Oviedo’ und ‘Story I Heard’ sind gute Belege für die Tatsache, dass US-Musikern das Songwriting an sich schon zu einem Teil in die künstlerische Wiege gelegt wurde. Natürlich sind Blind Pilot auf einem Bonsai-Label und waren noch nie bei uns auf Tour und vielleicht wird das auch immer so bleiben, aber in den USA sind sie gerade mit The Decemberists (ebenfalls Portland…) auf Tour und wer auf weiche, warme und wunderbare Melodien ohne großen Pomp oder Rock`n`Roll-Attitüde steht, liegt bei Blind Pilot verdammt richtig.
Live habe ich sie dann im Emo’s Annex gesehen, wurde aber gar nicht so sehr warm wie mit dem Album, was ja oft eher umgekehrt ist, wenn noch eine Prise Charisma dazukommt. Genau das habe ich aber live so ein bisschen vermisst, was die Klasse des Albums allerdings nicht mindern soll.
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Back from Austin (Texas)!
veröffentlicht am 25. März 2009 von Jörg
So, nach knapp zwei Wochen in den USA bin ich wieder zurück und ein paar Eindrücke aus Seattle und Portland hatte ich ja bereits auf dieser Seite verewigt. Nun sind auch die Tage in Texas beim SXSW-Festival wieder vorbei und so habe ich immerhin knapp 40 Bands in 4 Tagen gesehen, so dass ihr euch vorstellen könnt, dass ich etwas fertig bin und mich wundere, dass es hier Ende März immer noch schneit – ist das normal?
Na ja, ich wollte hiermit zum einen ankündigen, dass ich am 07. April ein “SXSW-Special” im Rahmen meiner “About Songs”-Sendung auf Byte FM um 23 Uhr machen werde, in der ich euch viel Neues oder fast Neues kredenzen werde.
Außerdem werde ich hier in den nächsten Wochen in Kooperation mit www.roteraupe.de einige Bands etwas näher vorstellen!
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Plants & Animals - Doug Fir (Portland)
veröffentlicht am 17. März 2009 von Jörg
Nebenstehendes Trio mutet zwar nicht gerade normal an, was das Outfit betrifft, aber leider geben sie sich auf der Bühne doch recht normal, was ich bei meinem ersten Portland-Konzert feststellen durfte. In Portland ist übrigens alles etwas kleiner und sauberer als in Seattle und gleiches gilt somit auch für das Doug Fir, welches oben Restaurant und Bar ist und unten halt den Live-Club für knapp 300 Menschen beherbergt, auch wenn es gestern nicht wirklich voll war.
Plants and Animals sind bei uns ja noch ziemlich unbekannt und ihr Album “Parc Avenue” noch gar nicht erschienen. Hier dagegen waren sie mit ihren Montreal-Kollegen von Wolf Parade auf Tour und selbst wenn ein Montagabend auch hier nicht so richtig ideal für Konzerte ist, waren immerhin gut 80 Leute dabei.
Die Pflanzen und Tiere legten dann fulminant los, aber auch wenn sie in Kanada für zwei Juno-Awards nominiert sind, so gibt es bei einen leider einen Wehrmutstropfen und dieser besteht in ihrem etwas übertriebenen Muckertum. Klar sind sie tolle Instrumentalisten und haben als eben solche Band angefangen, aber dadurch bleiben halt ein paar Songelemente auf der Strecke und Sänger Nicolas Basque fühlt sich in der Rolle des Gitarristen wohler als in der des Sänger, so hat man zumindest das Gefühl.
Trotzdem haben sie einige großartige Songs wie ‘Bye Bye Bye’ und ‘Feedback In The Field’ und eine sehr eigene Mischung aus 70er Jahre, Coldplay und der typischen Montreal-Weirdness, die mich an die positive Entwicklung dieser Band glauben lässt.
Reinhören? hier
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The Cops - Sunset Tavern (Seattle)
veröffentlicht am 15. März 2009 von Jörg
Gestern war die Zeit, die eine oder andere Träne zu vergiessen, denn zum einen geht es heute gen Portland und zum anderen spielten gestern The Cops ihre vorerst letzte Show nach fünf Jahren, um eine Auszeit zu nehmen. Dazu kam, dass sie in meinem Lieblingsclub Sunset Tavern (Ballard) spielten, ein unglaublich gemütlicher und warmherziger Club, der wie geschaffen ist für den Punkrock der Seattle-Eigengewächse.
Dabei war der Abschied eigentlich schon für den Dezember geplant, aber aufgrund starken Schneefalls musste die Show abgesagt und die vorläufige Ruhezeit entsprechend verschoben werden.
Sie spielen Punkrock der “älteren” Schule à la The Clash und genau dafür liebe ich sie und genau um Mitternacht ging es dann auch für 70 Minuten durch ihre beiden Alben “Get Good Or Stay Bad” und “Free Electricity”. Sänger, Gitarrist, Labelbetreiber und Booker des Sunset Mike Jaworski ist die treibende Kraft der Cops und mit seinem rauen Gesang über jeden Zweifel erhaben. Überhaupt hauten sie dem sehr gut besuchten Club wieder mal eine Energie um die Ohren, dass man sie schon jetzt vermisste, denn immerhin habe ich sie in den letzten Jahre 6 Mal live in den USA gesehen.
Klar fühlen sich Abschiedskonzerte in der Heimatstadt für Bands immer an wie ein Familientreffen und es ist sehr schade, dass diese Band es nie bis nach Europa geschafft hat, aber trotzdem soll das hier nicht in einen Nachruf ausarten und vielleicht hat ja der eine oder andere Lust, sich quasi posthum mit den Cops zu beschäftigen: hier
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Sleepless in Seattle!
veröffentlicht am 14. März 2009 von Jörg
Eigentlich soll es hier um meine Erfahrungen des gestrigen Live-Abends im Tractor Travern in Seattle gehen, aber vorher möchte ich mir etwas Mitleid abholen, denn waren es gestern Nacht immerhin 4 Stunden Schlaf, so habe ich heute mit 3 Stunden einen Rückschlag erlitten und das liegt nicht daran, dass ich hier lange Saufnächte verbringe….
Gestern also auf einem Konzert, wo THE MINUS FIVE, die Band um Scott McCaughey (Young Fresh Fellows, R.E.M.-Sideman) und Peter Buck (R.E.M.), als Support fungierten und dies solide, aber mit wirklich antiquiertem Songmaterial, taten. Ihre Musik mag für den einen oder anderen nostalgisch anmuten, aber Scott ist kein guter Songwriter und somit war das Highlight das Cover von ‘Teenage Kicks’. Ein paar Songs vom im Juli erscheinenden Album ließen zwar etwas aufhorchen, aber ein Lächeln wurde kaum auf die Gesichter gezaubert.
Dann kamen die Headliner in Form von KMRIA (=Kiss My Royal Irish Arse), einer THE POGUES-Tribute-Band bestehend aus Casey Neill, Chris Funk & Jenny Conlee (The Decemberists), Ezra Holbrook (Dr Theopolis), Hanz Araki (The Paperboys), Jesse Emerson (Amelia), Derek Brown (Eels) und noch mal Scott McCaughey.
Die Songs der Pogues hatte ich wirklich lange nicht gehört und war sehr gespannt, ob sie mich nach all den Jahren noch mal mitreissen würden und der Abend zeigte, dass sie wirklich viel Gutes vollbracht haben, was hier von KMRIA in wundervoller Weise, mit unglaublich viel Spaß und Power, vorgetragen wurde. Entsprechend euphorisch war die Stimmung, was bei 90% Amerikaner irischer Abstammung auch kein Wunder ist. Die Hits muss ich hier bestimmt nicht alle aufzählen, denn es waren einfach alle dabei und gesanglich wurde sich schön abgewechselt, wobei Casey Neill dem guten Shane McGowan am ehesten das Wasser bzw. das Wein/Guiness-Gemisch reichen konnte.
Wäre schön, wenn man diese Band mal nach Deutschland holen würde, denn hier haben Cover- bzw. Tribute-Bands einen ganz anderen Charakter und eine wesentlich größere Spielfreude als bei uns, wo langweilige Musiker versuchen, Geld auf Stadtfesten zu verdienen. Das war SPASS und demnächst hoffentlich mehr von einem ausgeschlafeneren USA-Besucher…
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