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Veröffentlichung: 11.11.2011


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Krachkeks-Kolumne Folge 48 "Mando Diao auf 1"



Lange habe ich überlegt, ob ich tatsächlich in dieser Kolumne über eine singulare Band herziehen soll oder ob das nicht zu billig wäre und eigentlich eher zu den Plattenkritiken gehört. Da es mir aber bestimmt nicht nur um ihr neues Album geht und das neue Album auf Platz 1 der Charts eingestiegen ist, scheint diese schwedische Band bei vielen Leuten eine gewisse Relevanz zu haben.

Dass ich kein Freund von Mando Diao bin, wird hier nicht überraschen und wird sich durch die kommenden Zeilen gewiss nicht leugnen lassen. Quantität steht bei den Schweden schon lange im Vordergrund und so stehen sie mit dem fünften Album in fünf Jahren nun auf dem Zenith ihres Erfolges, den ich ihnen hier nur teilweise neiden möchte, denn zum einen ist das neue Album gar nicht mal nur schlecht und zum anderen gibt es vieles auf Platz 1 der deutschen Charts, was im Zweifel noch viel schlechter ist.

Komisch ist nur, dass Mando Diao in genau drei Ländern Erfolg haben und obwohl sie in England und USA schon wirklich alles probiert haben, will da keiner etwas von ihnen wissen. Die drei Länder, in denen es klappt, heißen überraschender Weise Schweden, Deutschland und Japan, wobei letzteres Land ja eh nur das adaptiert, was Europäer musikalisch vorkauen. Da stellt sich die Frage, was diese drei Länder in einer Band sehen, die nicht nur wie ein Plagiat aus den 60er und 70er aussieht, sondern wie man dem neuen Album “Give Me Fire” (schon der Albumtitel…) anhört, auch genau so klingt. Dabei sind sie musikalisch gar nicht mal eine schlechte Kopie und wie wir wissen kommt man mit Eigenständigkeit eh nie auf Platz 1 der Charts und immerhin gibt der Erfolg einem doch recht, oder?

Kommerziell gesehen vielleicht schon, aber ich finde es unglaublich, dass man nach fünf Alben noch immer keinen künstlerischen Anspruch an den Tag legen möchte/kann und diesen vielleicht sogar verweigert, was dann schon wieder originell wäre, aber dem Intellekt der fünf Schweden bestimmt nicht so ganz entspricht. Wir Deutschen ticken ja auch recht einfach, was Musik angeht und finden Schweden immer sympathisch, auch wenn sie eine große Schnauze haben und sich entsprechend kleiden. Stelle sich einer doch mal vor, Mando Diao wären gar keine Schweden, sondern Deutsche….

Nun darf man ihnen aber ein gewisses Durchhaltevermögen und das Gespür für das deutsche Volk attestieren und dieses ist ja nicht wirklich für Innovationen bekannt, schon gar nicht in der Musik oder im Musikgeschmack, weswegen wir ja meistens das toll finden, was in anderen Ländern schon erfolgreich ist, d.h. eigentlich sidn wir da auch nicht besser als die Japaner. Kann man den Majors wie EMI, das alte Label der Band, oder Universal aus meiner Sicht denn einen Vorwurf machen, dass sie die schreckliche Single ‘Dance With Somebody’ der Band nicht gleich um die Ohren gehauen haben?

Natürlich nicht, denn aus ihrer wirtschaftlichen Sicht kann der Erfolg kaum genug gefeiert werden, denn so mir nichts dir nichts mal eben beim 5. Album den ersten wirklichen Single-Hit der Band zu kreieren, ist aller Ehren wert und einem Major geht es nicht darum, qualitativ hochwertige Musik in einer Kleinstnische zu vermarkten.

Für mich bleiben Mando Diao eine höchst durchschnittliche, wenig authentische Kapelle, die sich vier Jahre lang angeguckt hat, wie das deutsche Volk so tickt, um ihnen dann mit ‘Dance With Somebody’ den banalen Durchschnitt quasi auf den Leib zu schneidern und das ist ihnen immerhin gelungen!

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  1. Kommentare

    Die Frage nach dem Erfolg von Mando Diao speziell in Deutschland hat mich auch schon beschäftigt. Wahrscheinlich sind Sie (wie übrigens auch die Kings of Leon) einfach aufmerksame Dienstleister und geben dem (Massen)Volk was es begehrt. Dies muß nicht zwangsläufig schlecht sein, bedeutet aber meistens wenig Substanz. Mich ärgert dabei hauptsächlich, daß den genannten Bands auch ein Coolnessfaktor zugesprochen wird, der abstrus wirkt, wenn man die Bandmitglieder mal in Interviews erlebt hat.
    Mag sein, daß ich auch nicht in deren Zielgruppe reinpasse – aber ich kann nur empfehlen, daß man sich mal mit anderen schwedischen Künstlern beschäftigt (an dieser Stelle sollen stellvertretend hierfür Kristofer Aström & Jens Lekman stehen).

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