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Veröffentlichung: 22. August


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Wolf Parade im Übel & Gefährlich (Hamburg)



Das zweite Wolf Parade – Album “At Mt. Zoomer”, das dem ersten in nichts nachsteht, hatte ich hier ja bereits ausgiebig gewürdigt und nun war es auch endlich so weit, dass die Kanadier zum zweiten Mal in Hamburg halt machten – diesmal in der Stadt zur Zeit besten Club Übel & Gefährlich.

Über die Vorband Dag För Dag aus Schweden legt man besser den Mantel des Schweigens, denn das war sowohl optisch als auch musikalisch einfach schlecht und dilletantisch. Eine Sängerin, die tagsüber in einer Versicherung zu arbeiten scheint und deren schlechten modischen Geschmack man höchstens als Verkleidung bezeichnen konnte, Ausstrahlung und gesangliche Qualitäten gingen damit einher….

Dann kam das Quartett aus Montreal endlich auf die Bühne und waren ob der Reaktionen der Masse ziemlich angetan, was Dan Boeckner zu Dank hinriss, obwohl es nicht ganz die Wahrheit sagte, denn im Molotow bei ihrer ersten Hamburg-Show waren wesentlich mehr als drei Leute. Auch wenn der Sound etwas zu wünschen übrig ließ, so zählen Wolf Parade für mich zu eine der besten Bands überhaupt. Sie haben einen unglaublich eigenen Stil, der den Krautrock der 70er genauso zu huldigen scheint, wie die Synthie-Klänge der 80er und die Modest Mouse – artige Verschrobenheit der End-90er.

Was sie aber vor allem aus- und einzigartig macht, sind zwei gleichberechtigte Sänger, die beide sowohl von ihrem Gesang als auch von ihrer Art und dem Aussehen nicht unterschiedlicher sein könnten und viele Bands vor Neid erblassen lässt, die nicht mal einen Sänger ihrer Klasse haben. Sänger & Keyboarder Spencer Krug ist eher der Unscheinbare und Schüchterne, dessen Gesang dem von Isaac Brock nicht unähnlich ist, während Sänger & Gitarrist Dan Boeckner äußerlich schon eher an Iggiy Pop erinnert und sein Reibeisengesang Tom Waitsche Ausmaße hat. Außerdem ist er der weitaus Kommunikativere und zieht einen mit seiner unglaublich authentischen Ausstrahlung in seinen Bann.

Natürlich spielten sie fast alle Songs ihrer zwei großartigen Alben, auch wenn ‘Modern World’ (sorry Wiebke!) auf der Strecke blieb, aber diese 90-minütige Show zählte zum Besten, was ich in diesem Jahr sehen und erleben durfte.

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