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Veröffentlichung: 11.11.2011


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Chad van Gaalen - Soft Airplane



Es ist ja immer so eine Sache mit den sogenannten Singer/Songwritern. Auf der einen Seite gibt es Tonnen von großartigen, sehr talentierten und eigenständigen Songwritern, die kaum einer kennt, auf der anderen Seite gibt es Jack Johnson, Jason Mraz oder James Blunt, die ziemlich schlimmen Mainstreamkram machen, sich ständig wiederholen und fast schon als Superstars gelten.

Chad van Gaalen zählt wohl eher zu ersterer Kategorie, nimmt uns auf seinem dritten Album “Soft Airplane” einfach mal mit auf seine ganz eigene Reise. Diese mag für einige nicht immer einfach sein, aber Spannung liegt ja selten in den simplen Dingen des Lebens. Der Kanadier, von dem es heißt, dass er sein Appartment so gut wie nie verlässt, geht dabei weit über die typische Akustikgitarre hinaus und ist quasi sein eigener “ein-Mann-Kosmos”, der nur ganz, ganz wenig Hilfe in Anspruch genommen hat.

Für das Artwork, die Produktion, 99% der Instrumentierung, alle Songs sowie den Videos ist dieser “Autist” ganz alleine zuständig und vielleicht ist das ein Grund für sein Eremiten-Dasein. Gut, ein kleiner Kritikpunkt mag das Artwork darstellen, aber Kunst ist ja subjektiv und die Songs über wahrlich jeden Zweifel erhaben.

‘Willow Tree’ ist schon mal ein wirklich guter Start, aber das folgende ‘Bones Of Man’ ist einfach nur GROSS und zeigt, dass hier wirklich ein unglaublich kreativer und talentierter Kopf am Werk ist, der uns an seinen Visionen teilhaben lässt. Die Soundideen sind für einen Songwriter eher untypisch und so gibt es nichts, was es nicht gibt und gipfelt bei ‘Rabid Bits Of Time’ zum Ende hin in einem Zug, der direkt durch den Kopf zu fahren scheint.

Klar mag man manchmal einen “modernen” Neil Young vernehmen (‘Inside The Molecules’ oder ‘Molten Light’)
‘Bare Feet On Wet Griptape’ ist dagegen Indie-Pop pur und lässt mich lächelnd darüber philosophieren, wie es wohl wäre, mit Herrn Van Gaalen in einem Haus zu wohnen, denn genau da entstehen ja seine Alben und Songs. Am folgenden ‘Phantom Anthills’ hört man, dass er auch einen Computer hat und die Flaming Lips kennt und vielleicht ist er gar ein Bruder im Geiste mit dessen Frontmann Wayne Coyne…

Man höre sich mal ‘Tmnt Mask’ an und denkt, dass man jetzt endlich was Neues von The Postal Service hört! Zu ‘Molten Light’ könnt ihr das selbst kreierte Video hier finden – “i find you and i kill you…”. ‘City Of Electric Light’ ist dann auch wunderschön, bevor das bereits beschriebene Ende naht.

Was seine Musik sonst noch GROSS erscheinen lässt, ist die Tatsache, dass trotz aller Ideen doch immer der Song im Vordergrund steht und alles andere diesem nur dienen darf und genau hierin unterscheidet er sich von fast allen europäischen Songwritern, die teilweise auch mal ganz gute Ideen haben, aber nur selten dieses Gespür für Songs.

Mit “Soft Airplane” überholt sich Chad van Gaalen selber und stellt die beiden, bestimmt nicht schlechten, Vorgänger mal eben in den Schatten und in einer guten Welt würde man diesen Namen überall da lesen und hören, wo sich die genannten Langweiler-Songwriter breit gemacht haben. (Sub Pop)

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