Krachkeks-Kolumne Folge 44 "Das Leiden eines Fans"
veröffentlicht am 27. Oktober 2008 von Jörg
Selten, sehr selten ist Fußball das Thema der “Krachkeks-Kolumne”, da hier ja meistens die Musik bzw. die Musikbranche im Vordergrund steht, aber diesmal konnte ich nicht mehr an mich halten und irgendwie müssen die Ereignisse und Gefühle des gestrigen Spieles verarbeitet werden!
Pünktlich auf dem Sofa Platz genommen, verwunderte zunächst der “Schachzug” unsseres Trainers Jol, Alex Silva, den 6,2 Mio. Einkauf, gegen eine nicht nur technisch extrem eingespielte Mannschaft wie Hoffenheim wieder in die Innenverteidigung zu stellen und Matheijsen dafür nach links zu beordern, da ja sowohl Atouba als auch Jansen verletzt sind. Bevor meine Frau sich dann zwecks “Grey’s Anatomy” ins Nebenzimmer verzog, hauchte ich noch ein “ganz schön riskant” vor mich hin, aber zu pessimistisch wollte ich vor dem Anpfiff ja auch wieder nicht erscheinen. Dass mir schon die ersten Minuten recht gaben, kann mich nicht stolz machen.
Ich versuche mich dann immer in die Lage des Trainers zu versetzen, der ja im Regelfall Aufstellung, was bei wichtigen Ausfällen nicht leicht ist, und Taktik vorgibt. Wenn man dann gegen Hoffenheim und damit die zur Zeit spielstärkste und offensivste Mannschaft der Bundesliga antritt bzw. nach Eigenaussage “junge und unglaublich hungrige”, sollte man den eigenen Spielern unbedingt versuchen, die HSV-typische Trägheit und meist langsame Spieleröffnung auszutreiben und sie auf absolute Konzentration zu trimmen, denn dass der Gegner technisch und läuferisch überlegen ist, weiß man, auch wenn es viele nicht wahrhaben wollen.
OK, ich könnte jetzt weiter über den Unterschied zwischen guten Vorsätzen und der Umsetzung auf dem Platz philosophieren und bestimmt hat der Trainer hier nicht die alleinige Schuld, auch wenn die angesprochene Änderung falsch und unnötig war und Aogo nach seiner Einwechslung gezeigt hat, dass er auf links die bessere Alternative von Anfang an gewesen wäre. Ebenso könnte man das Ergebnis positiv herausstellen, denn ein 0:3 ist für den HSV nach der Vorstellung noch sehr, sehr schmeichelhaft und sie können sich bei den Hoffenheimern bedanken, dass Rangnik sie soweit hat, dass sie sich, wie in der zweiten Halbzeit geschehen, auch mal zurücklehnen können, um Kräfte für das nächste Spiel gegen Bochum zu schonen, aber trotzdem bin ich enttäuscht.
Jetzt kommen natürlich wieder die Leute, die sagen, dass es doch ein toller Saisonstart war und vieles auch gut ist, diese Weißseher! Bedenkt man aber, dass wir einige der Spiele recht glücklich gewonnen haben und nur soweit oben stehen, weil bis auf Hoffenheim, die zumindest gegen Bremen noch mit viel Pech verloren haben, keiner stabil ist, so relativiert sich der gute Start und so kommt es am Mittwoch zum Duell zweier instabiler Teams, d.h. Stuttgart kommt nach Hamburg.
Was möchte uns der Autor dieser Zeilen noch sagen?
Zum einen möchte ich auf das Leid hinweisen, das ich gestern erlebt habe, zum anderen aber auch an die Spieler und einem Mehr an Selbsteinschätzung appellieren, denn diese muss nicht nur Frings, Ballack und Kuranyi wieder beigebracht werden, sondern auch den HSV-Spielern, die immer schon auf die Meisterschaft schielen. Ich habe vor der Saison gesagt, dass mehr als ein UEFA-Cup-Platz nicht drin ist und werde am Ende mal wieder recht behalten müssen, obwohl ich das gar nicht will.
Noch ein kleiner Tip an die von mir sehr gehassten Bremer: Euer Problem liegt nicht primär in der Abwehr, sondern seit Jahren im langsamsten defensiven Mittlefeld Europas namens Baumann und Frings….
Kategorie: Krachkeks Kolumne
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Änz am 27. Oktober 2008, 15:01
Da Lobe ich mir doch meine Frankfurter Eintracht. Da waren immerhin soviele Spieler verletzt, dass die Aufstellung schon fast klar war ;-) Naja, Selbstüberschätzung steht doch im Fußball an der Tagesordnung. Das Frankfurter Fanumfeld wundert sich ja immernoch, dass wir ganz unten in der Tabelle stehen. Viele sehen die SGE auch schon im UEFA-Cup und wenn dann noch nen 5 Millionen Mann auf der Bank sitzt, drehen sie alle durch. Das der Spieler aber noch nicht wirklich was taugt, will man nicht sehen, der muss ja zwangsläufig zaubern können, bei dem Marktpreis :)