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Veröffentlichung: 11.11.2011


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Krachkeks-Kolumne Folge 43 "Popkomm 2008"



In der letzten Woche begab ich mich zum 15. Mal (kleines Geprahle…) auf die Branchenmesse “Popkomm” und ich kenne viele Leute, die einfach generell die populistische Meinung vertreten, dass “die Popkomm doch scheiße ist”. Diesem kann und möchte ich mich per se nicht anschließen, denn zum einen ist diese Pauschalierung doch etwas platt und zum anderen sollte jeder sich selbst überlegen, wie er seinen Besuch gestaltet, denn das eine oder andere Treffen vereinbaren, mit Freunden essen gehen und sich abends noch Bands anschauen, klingt doch gar nicht schlecht, oder?

Nun also 2008 und anfangen möchte ich mal mit dem Musikprogramm, denn dieses sollte ja irgendwie auch im Vordergrund stehen. Was sich in den letzten Jahren bereits angedeutet hat, fand in diesem Jahr seinen negativen Höhepunkt und so stelle ich fest, dass das Reeperbahnfestival von der Auswahl der Bands schon jetzt einen großen Schritt vor der Popkomm liegt. Vielleicht hängt damit auch der Fakt zusammen, dass nur wenige Konzerte richtig voll waren, man denke da nur an den unsäglichen Visions-Abend, aber Bands wie Ghost Of Tom Joad, Sport, Herrenmagazin oder Tomte sind ein Genickschlag für jeden, der Überraschungen mag. Leider war auch der City Slang-Abend eher mittelprächtig besucht und ich durfte feststellen, dass Port O’Brien auf Platte besser sind, O’Death eine prollige US-Folk-Kapelle mit recht begrenztem Können und Get Well Soon live den Stock im Arsch einfach nicht los werden.

Jetzt noch kurz zur Messe, denn diese Trieb mir Tränen der Melancholie ins Gesicht. Ich bin bestimmt kein Mensch, der überfüllte Veranstaltungen mag, aber dass ich gefühlte 4.000 qm nur für mich hatte, war des Guten einfach zu viel. Klar, ich war am Freitag da und Donnerstag ist meistens mehr los, aber mir haben Leute bestätigt, dass es da zwar besser, aber noch lange nicht gut aussah, was die Besucherzahl angeht. Da ich Teil dieser Branche bin, liegt mir jegliche Schadenfreude fern und die einsamen Menschen an ihren Ständen fragen sich bestimmt, warum sie das machen und ob es im nächsten Jahr nochmals erfolgen soll.

Darum eine kleine Bitte an die Popkomm-Betreiber: Denkt bitte mal über konzeptionelle Veränderungen nach! Klar ist die Entwicklung, dass die größten Stände den Export-Offices aus Finnland, Österreich, Schweden, Holland, etc. gehören, nicht neu und es ist auch toll, wenn sich “viele” Menschen aus diesen Ländern in Berlin einfinden, aber die hiesige Musikszene war kaum zu sehen und Indie-Labels noch viel weniger. Tapete und Southern müssen sich im bescheuerten “Label Camp” sehr einsam vorgekommen sein, oder?

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