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Veröffentlichung: 11.11.2011


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Cold War Kids - Loyalty To Loyalty



Mit dem zweiten Album ist es ja immer so eine Sache, denn die Anfangseuphorie nach dem Entdecken einer neuen Band hat sich etwas gelegt, der viel zitierte “Novelty”-Effekt relativiert und so ist Vorverurteilung oftmals die Folge.

Das mag vielleicht auch bei dem neuen Album der Cold War Kids zunächst der Fall gewesen sein, aber es ist grob fahrlässig, sich nicht näher und öfter mit ‘Loyalty To Loyalty’ zu befassen, bevor man ein Urteil fällt. Geblieben ist zunächst einmal der wirklich eigene Stil der Band, der herzergreifende Gesang Nathan Willetts sowie Songs, die nie auf ausgetrampelten Pfaden wandern.

Gleich der Opener ‘Against Privacy’ scheint sich im übertragenden Sinne mit der Finanzkrise der USA beschäftigen – “we don’t gamble, we don’t do the stock exchange”, aber hier nun eine ökonomische Spürnase zu erwarten, wäre doch zu viel der Interpretation. Musikalisch nehmen sie uns gleich wieder mit in den Süden ihres Landes und das Schlagzeug klingt noch besser und wärmer als auf dem Debüt.

Klar muss man den schrägen, auf Konventionen verzichtenden, Gesang mögen, denn sonst wird man sich den Cold War Kids nur schwer öffnen können. Dann aber nehmen sie einen mit auf ihren sehr emotionalen Trip durch Songs wie ‘Mexican Dogs’ und ‘Every Valley Is Not A Lake’ und irgendwie bleibt ein sandiger Geschmack im Mund und dieser entstammt nicht dem reinen ihrer Heimat Long Beach, sondern eher dem rauen fast verlassener Städte. ‘Something Is Not Right With Me’ folgt dann auch als erste Single, aber nach unseren Maßstäben verwundert diese Wahl doch eher, denn wer könnte sich diesen eruptiven Ausbruch schon in deutschen Radios vorstellen?

Ähnlich emotional geht die Reise weiter, textlich steckt der Teufel bekanntlich im Detail (‘Welcome To THe Occupation’) und immer wieder sorgen Percussion und Drums für überraschende Momente, die schönen Fotos im Booklet wiegen das erneut eher schlechte Cover auf und mit ‘Golden Gate Jumpers’ wird zum ersten Mal das Tempo etwas gezügelt, wenn auch nicht die Dramatik, denn immerhin geht es hier um die Vielzahl an Selbstmördern auf dem berühmten Wahrzeichen von San Francisco. Auch bei dem traurigen ‘Every Man I Fall For’ und ‘Dreams Old Men Dream’ zeigt sich die Einzigartigkeit der Cold War Kids, die in einem ganz eigenen Kosmos zu leben scheinen, indem sie von ihrer musikalischen Umwelt nicht all zu viel mitbekommen.

“Loyalty To Loyalty” ist erneut ein großartiges Album geworden, das völlig eigenständig neben dem Debüt bestehen kann. Nebenbei sei noch erwähnt, dass die Cold War Kids zu den besten Live-Bands zählen und dies auch auf ihrer Tour im November erneut beweisen werden. Viel Spaß! (V2)

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