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Veröffentlichung: 11.11.2011


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Okkervil River - The Stand Ins



Eine meiner liebsten Bands der letzten vier Jahre kann einfach nicht genug bekommen und legt mit “The Stand Ins” schon wieder ein neues Album nach, wobei das vorige, tolle “The Stage Names” ursprünglich mal als Doppel-Album geplant war, so dass die Songs schon etwas länger bei der Band im Schrank lagen.

Schon mit dem Vorgänger wurde der Pfad der Melancholie verlassen und das neue, positive Denken von Will Sheff und seinen Mannen setzt sich nun auch auf dem neuen Album fort. Klar liegt noch immer eine gewisse Melancholie in seiner Stimme, aber diese zeigt sich musikalisch nur noch selten bei Songs wie ‘Blue Tulip’ und das bessere ‘On Tour With Zykos’, deren Klasse aber nur sehr bedingt mit früheren Songs mithalten kann.

“I’m alive, but a different kind of alive” aus ‘Starry Stairs’ ist vielmehr das Motto! Aber vielleicht etwas der Reihe nach, denn die lediglich 8 Songs, unterbrochen von kurzen Interludes, muten schon sehr unterschiedlich in Ausführung und Stil an.

‘Lost Coastlines’ zählt nämlich gleich mal zu den Höhepunkten von “The Stand Ins”, was zum Teil daran liegt, dass sich Basser Patrick Pestorius hier als Bariton-Pendant zu Sheff erweist. Außerdem zeigt dieser Song eindrucksvoll, dass mehr Freude nicht immer in schlechteren Songs seinen Ausdruck findet. ‘Singer Songwriter’ kann daran noch fast nahtlos anschließen. Steel-Guitar und andere Feinheiten stehen hier für eine gewisse Opulenz, die dem typischen Okkervil River – Folk gut steht. Nach dem guten ‘Starry Stairs’ und dem nicht so guten ‘Blue Tulip’ kommt ‘Pop Lie’, ein Song, der sich selber als Poplüge entlarvt und leider ziemlich oberflächlich und banal ist.

Das schon angesprochene ‘On Tour With Zykos’ deutet die Klasse der Band aus Austin, Texas erneut an, bevor mit ‘Calling And Not Calling My Ex’ wieder im recht Seichten gefischt wird. Dann lassen sie mich doch aber wieder sehr erwartungsfroh mit dem Album zurück, denn das Finale heißt ‘Bruce Wayne Campbell Interviewed On The Roof Of The Chelsea Hotel, 1979’ und zeigt trotz aller Kritik, dass Okkervil River zurecht zu meinen liebsten Bands der letzten Jahre zählen.

Sicher ist “The Stand Ins” keine wirkliche Enttäuschung – dazu sind sie einfach zu gut – allerdings ist es ein kleiner Rückschritt zu “The Stage Names”, was sie wohl auch selber wissen, und ihr Meisterwerk “Black Sheep Boy” wird wohl ihr bestes Album bleiben, denn die neue Fröhlichkeit sei ihnen gegönnt, aber Magie entsteht halt auch aus Melancholie, oder? (Jagjaguwar)

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  1. Kommentare

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