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Veröffentlichung: 22. August


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Port O'Brien - All We Could Do Was Sing



Was ist es immer für eine Freude, wenn man sich neuen Bands widmen darf, sie neu für sich entdeckt und mehr über diese Band erfahren möchte.

Hier geht es um das Debüt-Album der in Oakland, Kalifornien residierenden Band Port O’Brien. Damit sind sie schon mal Nachbarn von Rogue Wave, was zunächst einmal wenig über ihre Musik aussagt, aber mit ähnlichem Charme und Sympathie verbunden ist.

Kopf der Band ist Van Pierszalowski, dessen Aussage “ein Jahr hat 265 schöne Tage und 100 höllische” schon etwas skuril anmutet. Wenn man aber weiß, dass er seinem Vater bei der Lachsfischerei in Alaska hilft und dies zu den gefährlichsten Jobs zählt, kann man ihn da sicher besser verstehen. So verarbeitet er diese Schinderei dann auch textlich in Songs wie ‘Stuck On A Boat’ – hier hört man das Wasser – und ‘Fisherman’s Son’, die zu den besten Songs des Albums zählen.

Beliebte Vergleiche mit Arcade Fire oder den Decemberists sollen hier als kleine Anhaltspunkte herhalten, aber besonders die wehmütige Stimme Pierszalowskis macht Port O’Brien zu etwas Besonderem. Zwar kann die Klasse des triumphalen Anfangs nicht ganz durchgehalten werden, aber es wäre ungerecht jetzt Kleinigkeiten zu kritisieren und die Euphorie zu relativieren.

‘Alive For Nothing’ würde ich mal als eine Reminiszenz an Neil Young bezeichnen und könnte vom Meister selber stammen, aber diese melancholischen Momente werden immer wieder von einem musikalischen Sonnenschein aufgebrochen.

“All We Could Do Was Sing” ist sicher kein komplex durchstrukturiertes Album und wirkt dadurch frisch und leicht, natürlich mit der nötigen Ernsthaftigkeit und vielen Ideen wie z.B. bei ‘Pigeonhold’. Besonders die Mischung aus reduzierten Akustiksongs und fast opulenten Fischer-Pop-Songs gefällt. (City Slang)

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"About Songs" - Radio Show



Am morgigen Mittwoch ist es wieder soweit und ihr könnt einer neuen “About Songs”-Sendung fröhnen. Wie immer könnt ihr “About Songs” sowohl auf Tide 96.0 (Kabel 95.45) hören, als auch im Netz. Den Download dazu gibt es entsprechend hier – 18-19 Uhr

Diesmal steht die Sendung ganz im Zeichen des “Haldern-Pop-Festivals”, das in diesem Jahr sein 25-jähriges Jubiläum feiert.

Whip – White Wedding
Editors – The Weight Of The World
Kate Nash – Foundations
Foals – Electric Bloom
Loney, Dear – Saturday Waits
Okkervil River – Plus Ones
The Blakes – Don’t Want That Now
Iron & Wine – House By The Sea
Scott Matthew – Market Me To Children
The Flaming Lips – Waitin`For A Superman
Yeasayer – 2080
Fleet Foxes – Your Protector
The National – Fake Empire
Maximo Park – Karaoke Plays

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My Morning Jacket - Evil Urges



My Morning Jacket zählen für mich zu den besten Bands der Welt, was hier gleich mal vorweg gesagt werden muss. Die Gipfel ihres bisherigen Schaffens heißen “Z” und “Okonokos”, letzteres ein Live-Doppel-Album wie es wenige auf diesem Planeten gibt. Beide Werke wurden auf dieser Seite auch schon entsprechend gewürdigt.

Nun also zum neuen “Evil Urges” und leicht macht es uns das Quintett aus Louisville, Kentucky bestimmt nicht, aber das haben ja die meist etwas schlechteren Kritiken anderer Musikschreiber schon gezeigt. Was ich Bands aber immer generell hoch anrechne ist, wenn sie halt nicht auf Nummer sicher gehen und man eine musikalische Entwicklung sehen kann.

Der Opener und Titeltrack ‘Evil Urges’ schmeckt dann gleich etwas komisch und die ohnehin hohe Stimme Jim James geht hier gleich mal in Richtung Prince. James selber nennt den Soul der 60er und 70er Jahre als Inspiration für das neue Album und liegt damit richtig, wenn auch nicht immer. Überhaupt sollte man “Evil Urges” nicht zwingend mit den älteren Alben der Band vergleichen, sondern für sich stehen lassen, denn neben Soul hat hier auch eine große Portion Pop Einzug gehalten. Kaum ist das wirklich schlechte ‘Highly Suspicious’ vorbei, beginnt ein doch vorzügliches Album.

‘I’m Amazed’ bringt die Qualität endlich wieder auf ein für My Morning Jacket angemessenes und ‘Thank You Too!’ zeigt die entspannte, wenn auch fast schon zu poppige, Seite der Band, die durch Gesang, Instrumentierung und Art ihrer Musik an Eigenständigkeit schwer zu überbieten ist. Der neue Soul-Pop macht sich besonders in Songs wie ‘Sec Walkin’ und ‘Two Halves’ bemerkbar, auch wenn ein nächster Höhepunkt erst mit der großartigen Ballade ‘Librarian’ erreicht wird.

Trotzdem fehlen bisher die Songs, die sich wie auf ‘Z’ durch geradezu geniale Gitarrenideen auszeichneten. Tja, jetzt falle ich doch in alte Wehmut zurück, obwohl Vergleiche doch vermieden werden sollten. Kaum gesagt, erschalt ‘Aluminum Park’ und bildet endlich die nötig Abwechslung im manchmal zu seichten Einerlei, selbst das Piano darf hier rocken. So geht es mit ‘Remnants’ mit noch etwas mehr Tempo weiter, bevor sie mit dem wohl besten Song ‘Smokin From Shootin’ wieder einen Gang zurückfahren. Hier kombinbieren sie ihre Stärken mit den Errungenschaften des neu entdeckten Souls, Mr. James packt alles in den Gesang, die Pedal-Steel-Gitarre führt dezent durch den Song und zum Ende hin wird es gar dramatisch.

‘Touch Me I’m Going To Scream Pt. 2’ holt dann kurz vor Schluß noch den Disco-Beat hervor, der irgendwie ein paar Bee Gees – Anleihen erkennen läßt, ohne cheesy zu sein.

Überhaupt ist die zweite Hälfte des Albums die weitaus bessere, denn selbst wenn man die ersten drei Songs als Ironie abtut, stellt sich schon die Frage, ob nur die wirklichen Fans erreicht werden sollten, die über diese Songs hinaus weiter am Ball bleiben – auch eine Idee!

Gerade waren sie auch zum ersten Mal (!) auf Deutschland-Tour und live gehören My Morning Jacket mit ihrer Energie einfach zu den besten Bands der Welt.

“Evil Urges” ist zwar lange nicht das stärkste My Morning Jacket -Album, aber trotz aller Kritik geht die Band unbeirrt weiter auf ihrem Pfad des Findens und Ausprobierens fern jeglicher Klischees. Dafür gebührt ihnen großes Lob! (ATO/Rough Trade)

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Krachkeks-Kolumne Folge 41 "Heike Makatsch"



Ich muss hier weg! Das war mein erster Gedanke, als ich gelesen habe, dass Heike Makatsch die beliebteste Deutsche sein soll. Vielleicht war das aber auch nur ein Irrtum, denn ich kann mich ja verlesen haben oder habe ich die Ironie der Umfrage einfach nicht verstanden? Über ihre schauspielerischen Leistungen kann man ja im Zweifel noch streiten, denn dass sie die Steiftier-Erfinderin auch steif spielt, ergibt sich aus einer gewissen Logik heraus. Außerdem kann ich nicht behaupten, alle Makatsch-Filme gesehen zu haben. Da war noch irgendetwas mit einer Flut, dann „keine Lieder über lLebe“, was meinen Emotionshaushalt auch nicht wirklich aus dem Gleichgewicht gebracht hat, und ein paar andere.

Über Aussehen lässt sich bekanntlich streiten, aber sie als Reinkarnation des hässlichen Deutschen zu bezeichnen, ist bestimmt kein Kompliment, oder? Für mich strahlt sie einfach eine unangenehme Zickigkeit aus, was ich sogar vor Urzeiten mal aus nächster Nähe erleben durfte. Damals moderierte sie noch Bravo TV – diese Show gehörte zum Bösen, aus heutiger Sicht mag sich das etwas relativiert haben – und ich unglücklicher Schlumpf wurde von meinem damaligen Arbeitgeber genötigt, eine „Band“ zu betreuen, da kein anderer Promoter oder Produktmanager verfügbar war. Ich war eigentlich im Rock-Bereich und sollte Just Friends (kennt die noch jemand? nein? gut so!) nun bei Bravo TV betreuen. Das ist jetzt schon ziemlich lange her und auch wenn ich danach oft nein gesagt habe, scheint diese Erfahrung wie ein Mühlstein auf meiner Seele zu liegen.

Vor Ort war dann alles nur halb so schlimm, bis auf die Makatsch, denn die Sendung konnte nicht pünktlich aufgezeichnet werden, da die Göre ihre zickige Phase hatte und sich stundenlang am Telefon mit ihrem Freund streiten musste. Dies natürlich auf niedrigstem Proll-Niveau vor allen lLeuten. Es sollte wohl auch jeder mitbekommen, da sie ja hier der Star war. Vielleicht tue ich ihr ein wenig Unrecht und Menschen sollen sich ja ändern können, aber meine Meinung steht und sieht im Gegensatz zu scheinbar fast allen anderen Deutschen, etwas anders aus. Für mich steht sie auf einer Stufe mit Charlotte Roche – zwei Millionen verkaufte Bücher – nur mit noch weniger Intellekt und schlechterem Musikgeschmack. Beide scheinen die grossen Fräulein-Stars zu sein und haben leider zu allem und jedem etwas zu sagen, wie ich übrigens auch!

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Bonnie 'Prince' Billy - Lie Down In The Light



Letzte Woche noch einem wunderbaren Konzert des Künstlers in der Hamburger Fabrik gefröhnt, reiche ich hiermit gleich mal die Besprechnung des neusten Albums “Lie Down In The Light” nach.

Schon der Titel suggeriert eine Art der Leichtigkeit und Schönheit, für die Bonnie ‘Prince’ Billy bisher weniger bekannt war. Das soll jetzt aber nicht heißen, dass die Songs nun lustig und tanzbar daher kommen, denn ohne Melancholie wäre dieser Künstler nicht denkbar. Trotzdem schwingt hier eine optimistischere Schönheit mit, wenn er im Titelsong singt: “Why do you frown? Why do you cry? Why don’t you lie down in the light”

Der Waldschrat und uneheliche Sohn von Karlsson vom Dach startet mit ‘Easy Does It’ ziemlich leicht und countryesk und so geht es mit ‘Glory Goes’ dann auch weiter, wobei das Piano hier durch eine Geige ersetzt wird, die von der neu entdeckten Kanadierin Ashley Webber gespielt wird, die auf dem ganzen Album auch für die weibliche Stimme zuständig ist. Schon gut, wie der Herr Billy auf jedem Album eine neue Sängerin aus dem Hut zaubert.

‘So Everyone’ steigert das ohnehin gute Anfangsniveau dann um einiges, fängt mit einem gesanglichen Duett der beiden und einer Akustikgitarre an und zeichnet sich durch große Wärme aus. Die Zeile”We have a new leaf to show the world” könnte sich vielleicht auf das schöne Cover-Artwork (schon wieder) beziehen. Klar gibt es auch wieder den einen oder anderen Song, der etwas höhepunktlos, aber schön, dahin plätschert (‘For Every Field There`s A Mole’, ‘Other’s Gain’, ‘Missing One’)

Das Album wirkt durch seine Homogenität, so dass die wahren Höhepunkte recht rar sind, was hier negativer klingen mag als es gemeint ist, aber ‘You Want That Picture’ gehört in die Riege dieser, da es zwischen Lieblich- und Bedrohlichkeit changiert.
‘Where Is The Puzzle’ ist ein weiterer und wohl auch der rockigste Kandidat. Das Gas wird zum Schluß hin (‘Willow Trees Band’) noch mal so richtig gedrosselt bis hin zum Spatanischen, so dass man mit der Stimme Bonnie ‘Prince’ Billys allein gelassen wird, bevor das Cover ‘I’ll Be Glad’ das Album in aller Würde und endgültig abschließt. (Domino)

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