The Notwist - The Devil, You + Me
veröffentlicht am 29. Mai 2008 von Jörg
Natürlich war die Wartezeit auf das neue Album mal wieder endlos, aber das liegt nicht an der Faulheit der Band, da sie sich in immer mehr Nebenprojekten austoben. Daher ist es immer ein schönes Gefühl, wenn The Notwist mal wieder ein neues Album in die Welt entlassen.
Für die Reputation deutscher Musik im Ausland sollte man den kauzigen Weilheimern schon mal einen Orden verleihen. Wenn ich mich in den guten Indie-Plattenläden der USA rumtreibe, findet man aus unserem kargen Musikland nämlich nur ein Fach mit The Notwist, Rammstein ist dagegen zum Glück schon vergessen.
Das liegt primär an dem Vorgänger “Neon Golden”, das die Band auf dem Höhepunkt ihres Schaffens zeigt. Nun also “The Devil, You + Me”, worüber man von den üblichen Kritikern natürlich kein böses Wort hören wird – dazu mehr in der letzten “Krachkeks-Kolumne”. Eine große Änderung des neuen Albums besteht darin, dass es zum Vorgänger keine große Änderung gibt. Scheinbar haben sie es sich auf ihrem Alterssitz etwas gemütlich gemacht und ein kleines bisschen Wahrheit liegt schon in dem Vorwurf, dass alle ihre kreative Energie in die anderen Projekte fließt.
Dies mag hart klingen, denn natürlich gibt es auch auf dem neuen Album einige gute Momente, zu denen der Opener und erste Single ’ Good Lies’ nur bedingt zählt. Die beiden folgenden Songs plätschern nett dahin, bevor ‘Alphabet’ dann endlich aufhorchen läßt. Klar gibt es wieder technische Spielereien am Fließband, aber manches Mal ist das dem Song nicht sehr dienlich. Das gilt für besagtem aber nicht, denn hier verstehen sie es, Sounds und Song in beeindruckender Weise zu kombinieren, was ja auch immer ihre Stärke war. Der Titeltrack kommt als melancholische Ballade wunderschön daher und ‘Gravity’ führt uns dann zurück auf normales Tempo, wobei der Grat zu einer gewissen Mittelmäßigkeit sehr eng ist. Klar spielen sie auf einem anderen Niveau als das Gros deutscher Bands, aber “The Devil, You + Me” zählt nicht zu ihren stärksten Werken und kann nur ganz schwer mit “Neon Golden” mithalten.
Die doch etwas zu rar gesäten Höhepunkt folgen dann noch in Form von ‘On Planet Off’ und dem ruhigen ‘Hands On Us’.
“The Devil, You + Me” verliert auch nach häufigem Hören diesen etwas zwiespältigen Eindruck nicht, auch wenn nicht vergessen werden darf, dass die Ansprüche an The Notwist vielleicht auch etwas zu hoch sind, denn ein gutes Album ist ihnen auf jeden Fall wieder gelungen. (City Slang)
Kategorie: About Albums
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"About Songs"-Doppelpack morgen!
veröffentlicht am 27. Mai 2008 von Jörg
Am morgigen Mittwoch ist es wieder soweit und ihr könnt einer neuen “About Songs”-Sendung fröhnen & euch danach in den Grünen Jäger aufmachen, wo zum vorerst letzten Mal “About Songs” stattfindet.
Diesmal mit den wunderbaren THE MISERABLE RICH (UK), die gerade nicht nur tolle Kritiken einheimsen, sondern natürlich auch Teil der Sendung sein werden. Ab 21.00 Uhr!!!
Wie immer könnt ihr die “About Songs”-Radioshow sowohl auf Tide 96.0 (Kabel 95.45) hören, als auch im Netz. Den Download dazu gibt es entsprechend hier – 18-19 Uhr
Wie immer hier schon mal die Playlist:
MGMT – Kids
Eastern Conference Champions – The Box
Rogue Wave – Lullaby
The Miserable Rich – Muswell
Gus Black – Love Is A Stranger
Death Cab For Cutie – Bixby Canyion Bridge
Friska Viljor – Arpeggio
Cat Power – The Greatest
Madrugada – What’s On Your Mind?
Kid Dakota – Port Authority
Fleet Foxes – Mykonos
Death Cab For Cutie – The Ice Is Getting Thinner
Kategorie: About Songs Club
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Death Cab For Cutie - Narrow Stairs
veröffentlicht am 16. Mai 2008 von Jörg
Macht es eigentlich Sinn, Rückschlüsse vom Cover eines Albums auf die Musik zu ziehen? Ich hoffe nicht, denn dann sollte man sich das neue Werk von Death Cab For Cutie gar nicht erst anhören. Das wäre aber sehr schade, denn das Quartett um Sänger, Gitarrist und vor allem grandiosen Songwriter Ben Gibbard zeigt auf “Narrow Stairs” erneut, dass sie zu einem schlechten Album gar nicht fähig sind.
Klar bekam ich es zunächst mit der Angst zu tun, als man hörte, dass sie nun wesentlich rockiger werden würden, denn meist sagen das Bands, denen nicht mehr so viel einfällt und kaschieren die mangelnden Ideen mit vermeintlich dynamischem Rock. Hier kann aber Entwarnung gegeben werden, denn die Qualität dieser Sympathen aus Seattle ist nach wie vor hoch, trotz dem sie hier tatsächlich etwas rockiger zu Werke gehen als auf dem unschlagbaren Vorgänger “Plans”.
Dabei beginnt der Opener ‘Bixby Canyon Bridge’ so, als würde er exakt in den Kontext von “Plans” passen, bis dann die Gitarrenriffs einsetzen und ein neuer Weg gewiesen wird. Dann folgt gleich die 8-minütige Single ‘I Will Possess Your Heart’, wobei aber schon gesagt werden sollte, dass sie sooo riskant nun auch wieder nicht ist, denn die erste Hälfte ist eigentlich nur ein Instrumental-Intro.
‘No Sunlight’ ist dagegen eher ein Leichtgewicht, das Mr. Gibbard scheinbar in fünf Minuten aus seinen begnadeten Songwriter-Ärmeln geschüttelt hat, für das aber jeder hiesige Musiker töten würde. ‘Cath’ erinnert sehr an alte DCFC und zeigt, dass sie beim zweiten Majorstreich vielleicht zu alter Lockerheit zurück gefunden und die Melancholie zumindest ein kleines bisschen zur Seite geschoben haben. Dass diese nicht völlig auf der Strecke geblieben ist, zeigen die Balladen ‘Your Twin Sized Bed’ und besonders ‘The Ice Is Getting Thinner’, die man eigentlich nur im Knien hören kann. Der eine oder andere Song im Mittelteil ist dann zwar nur sehr gut, aber ‘Grapevine Fires’ zeigt dann die ganze Klasse der Band, die großen Pop macht, ohne poppig zu sein. Mit dem weiteren Highlight ‘Pity And Fear’ zeigen sie uns nochmals ihre raue Seite, bevor besagte Ballade das Album mehr als würdig abschließt.
Dass “Narrow Stairs” erneut von Chris Walla wärmstens produziert wurde und Death Cab For Cutie zu den besten Bands des Planeten zählen, ist nicht neu, aber ich werde nicht müde, dies zu betonen. Was würde passieren, wenn die Genies Ben Gibbard und James Mercer (The Shins) einen Song zusammen schreiben würden? Eine Schönheit, deren Wahnsinn man wahrscheinlich nicht ertragen könnte! (Warner)
Kategorie: About Albums
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SONGBOX auf Byte FM
veröffentlicht am 14. Mai 2008 von Jörg
Moin Musikfreunde, es gibt eine kleine neue Sendung von mir, die ich „SONGBOX“ genannt habe.
Beginnen wird das Ganze auch gleich mit einem Special zum diesjährigen SXSW-Festival, welches immer im März in Austin (Texas) stattfindet und auf dem ca. 1.600 Bands an 4 Tagen spielen, die ich natürlich alle für Euch gesehen habe.
Eine Auswahl wird es morgen um 23 Uhr auf dem tollen Sender
geben! Einfach links oben auf „play“ drücken!
Würde mich freuen, wenn Ihr mal reinhört und wer Feedback parat hat, immer gerne.
Sonnigen Gruß & viel Spaß
Kategorie: About Songs Radio Show
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MGMT - Oracular Spectacular
veröffentlicht am 9. Mai 2008 von Jörg
Eigentlich sind MGMT nur ein Duo, bestehend aus Andrew VanWyngarden und Ben Goldwasser, aber live spielen sie natürlich mit Verstärkung, was ich beim diesjährigen SXSW-Festival in Austin, Texas sehen konnte. Die beiden Freunde aus Brooklyn waren gerade dabei, ihre eigenen Wege zu gehen und dem Moloch New York den Rücken zu kehren, als sich plötzlich ein A&R von Columbia (Sony) meldete und sie zum Bleiben und Aufnehmen einen wirklich tollen Albums überreden konnte – so zumindest die Legende!
Den Sound dieses sehr eigenen Albums zu beschreiben, ist eine wahre Herausforderung, an der nicht nur ich zu scheitern drohe: Psychedelia, Bee Gees, The Flaming Lips, Disco-Rock, Groove-Pop, Abba, Built To Spill, Kinderspielzeug – eine Kette, die sich beliebig weiterspinnen lässt und nur zeugt, wie krude dieses Typen sind, die rein äußerlich noch auf Hippie machen, was dem Albumartwork schon etwas Komisches verleiht.
Letztlich ist es aber völlig egal, welche Schublade für MGMT aufgemacht wird, denn “Oracular Spectacular” wird uns durch den Sommer tragen und uns vor einer Vielzahl belangloser Sommer-Hits beschützen, eine Art Lichtschutzfaktor für die Durchschnittlichkeit der hiesigen Musikszene. Klar ist hier und da eine kleine Peinlichkeit eingebaut, die besonders in Form der Disco-Beats daherkommt, was dazu führt, dass ich im Auto mal etwas leiser machen muss, damit ich nicht Gefahr laufe, meinen guten Indie-Ruf zu verlieren…
Was das Album trotz aller Vielschichtigkeit und Schmunzelanfälle zusammenhält, sind SONGS, denn nicht nur die erste Single und Album-Opener ‘Time To Pretend’ wollen nicht mehr aus dem Kopf und Bauch, sondern auch das grandiose ‘Weekend Wars’, die Fast-Ballade ‘The Youth’ oder ihr erster US-Hit ‘Kids’, welches die Musikjournalie Amerikas zu einen der besten Songs des letzten Jahre gekürt haben und eine wahre Hymne ist. Dabei belassen sie es nur nicht, denn der Disco-Groover ‘Electric Feel’, das Tribal-Stück ‘4th Dimensional Transition’ und die herrlich-schräge Ballade ‘Pieces Of What’ beweisen, dass das Duo nicht einen schwachen Song zugelassen haben – GROSS!
Produziert hat übrigens Dave Fridman, der ziemlich vertraut ist mit Bands, die irgendwie ein bisschen irre sind. Man denke nur an The Flaming Lips und Mercury Rev, die oftmals Visionen von einem anderen Stern nicht nur in ihre Musik integrieren.
MGMT sorgen dafür, dass sich auch ältere Musikfans wieder jung fühlen dürfen, denn ihre Musik ist altersübergreifend und so sehe ich Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren gemeinsam in den Sonnenuntergang tanzen bzw. schunkeln, immer mit einem Lächeln im Gesicht, dass auch am Morgen noch da sein wird. (Columbia/Sony)
Kategorie: About Albums
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