Vampire Weekend - Vampire Weekend
veröffentlicht am 18. April 2008 von Jörg
Wurde nicht schon genug über diese Band geschrieben in letzter Zeit, als dass ich mich jetzt auch noch darüber auslassen müsste? Sicher, aber zum einen stimme ich selten in den Kanon der Applaudierer mit ein und zum anderen kann man Vampire Weekend Vieles vorwerfen, was ich zum Teil auch tun werde, aber immerhin sticht ihre Musik doch auf eine gewisse Weise heraus, weshalb schon jetzt klar ist, dass diese Band nicht aus England kommt.
New York ist der Ort, an dem sich die vier während des Studiums trafen und zusammen taten, um ein Album zu schaffen, dass in aller Munde ist, was wohl an der Musik liegen wird und nicht an der kaum steigerungsfähigen Normalo-Attitüde der Musiker.
Schon die ersten Töne geben Anlaß zu der Erkenntnis, dass hier musikalisch wenig normal ist, denn wie alle Kritiker unisons verkünden, erinnert Vieles an das erfolgreichste Album des Mannes von Edie Brickell: Paul Simon und “Graceland” standen Vampire Weekend mehr als Pate, aber von dem haben die Kids je eh noch nie etwas gehört. Klar könnte man den einen oder anderen Song (‘Cape Cod Kwassa Kwassa’, ‘Bryn’) somit als bloßes Plagiat abtun, nur wird man damit des songschreiberischen Talents und dem Ideenreichtum dieser Band nicht gerecht.
Die Stilvielfalt tut ein übriges und geht weit über die oftmals zitierten, doch nicht wirklich wahren, afrikanischen Percussion-Elemente hinaus. Ska, Calypso, Jazz und eine Vielzahl anderer Stile vermischen sich zu POP! Denn genau darin liegt der Rote Faden von Vampire Weekend. So sehr sie auch auf diversen Wellen reiten, zusammenhalten tun es die an poppiger Zufriedenheit kaum zu überbietenden Songs.
Auch wenn es einige Zeit dauert, bis man das Gefühl los wird, dass hier eine Band ein Sammelsurium der Stile kopiert, so lohnt es sich, denn Vampire Weekend verströmen eine Selbstverständlichkeit, die irgendwann einfach jeden Skeptiker überzeugt. Dabei muss man das Album nicht lieben, aber großen Respekt darf diesem Debüt trotzdem gezollt werden.
(XL Recordings)
Kategorie: About Albums
Kommentarfunktion für diesen Artikel geschlossen.

