Krachkeks-Kolumne Folge 35 "Die Welle"
veröffentlicht am 31. März 2008 von Jörg
Nun ist es an der Zeit, hier mal wieder die Welle zu machen. Sorry, aber dieses nicht sehr originelle Wortspiel musste einfach sein. Allerdings bezieht sich die Überschrift der heutigen Kolumne vielmehr auf den gleichnamigen Film mit Jürgen Vogel und meinem Schwarm Christiane Paul, die allerdings in einer eher banalen Nebenrolle zu sehen ist.
Klar könnte es hier jetzt um die Kritik zum Film gehen, der mich zwar nicht zu Jubelstürmen hinreißen lässt, aber durchaus gelungen ist. Mir geht es aber eher um das Drumherum, denn das war doch hochinteressant und lädt zu Jugendstudien ein. Für die, die es nicht wissen, sei kurz angemerkt, dass dieser Film eine Art Remake von einem mit demselben Thema aus den 80er Jahren ist. Dieser beruhte wiederum auf ein Experiment an der Standford Universität aus dem Jahre 1978, in dem es darum geht, ob die vorhandene Demokratie dafür sorgt, dass nie eine Autokratie oder Diktatur entstehen kann oder ob es bestimmte Möglichkeiten gibt, diese zu schüren.
Zu meiner Zeit war das in der Schule ein großes Thema, d.h. Buch und Film waren Pflicht und eine anschließende Diskussion unumgänglich. In meiner erwachsenen Naivität dachte ich, dass dieses Thema immer aktuell bleiben würde und nicht zuletzt aufgrund der Lage in vielen Ländern Diskussionsstoff bieten würde.
Nun ging ich also in das Kino, das zugegebener maßen eher ein Studentenkino ist und kein Multiplex, wo sich heute ja viele Teenies tummeln und türmen. Der Film war nicht wirklich gut besucht, was mich nicht schrecken konnte, aber ich konnte kaum glauben, dass ich im richtigen Film bin, denn eigentlich hatte ich erwartet, dass ich den Altersschnitt etwas in die Höhe treiben würde. Das Gegenteil war aber der Fall, d.h. 16-25jährige waren nicht vorhanden. Einige Eltern hatten ihre 12-15jährigen Kinder im Schlepptau, aber ansonsten waren eher die Mitdreißiger, also meine Altersgruppe, am Start. Es mag etwas pauschal sein, der heutigen Jugend Ignoranz vorzuwerfen, denn so ganz repräsentativ mag dieser Kinobesuch nicht gewesen sein, aber verwundert war ich schon und man hört ja nicht umsonst aus jeden Studien, dass die Jugend ihre Eltern mit konservativem Gedankengut nervt.
Wie sagte Markus Kavka doch in der Talk-Show bei Maybrit Illner so treffend: „Heute reagiert die Jugend nicht mehr mit Rebellion, sondern mit Anpassung!“ dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen, oder?
Kategorie: Krachkeks Kolumne
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Blackmail - tempo tempo
veröffentlicht am 28. März 2008 von Jörg
Seit Jahren steht in fast jedem Review über Blackmail, dass sie kurz vor dem wirklichen Durchbruch stehen. Das ist natürlich totaler Quatsch und es gibt einige Gründe, warum dem nicht so ist, aber hier geht es um wichtigeres, nämlich dem sechsten Album “tempo tempo”.
Der Albumtitel und das sehr schöne Artwork lassen schon mal Positives vermuten, was der Opener ‘false medication’ in beeindruckender Weise bestätigt, denn mit viel Tempo und krachenden Gitarren (welch Phrase!) startet die Fahrt hier toll und rasant. Dieses Tempo wird dann auch über fast die gesamte Länge beibehalten und so steht “tempo tempo” vor allem für neu erlangte Frische. Es scheint, als hätten Blackmail die bornierten jugendlichen Ränkespiele abgelegt, um ein reifes Werk ohne viel Nachdenken vorzulegen.
Das steht ihnen dann auch ziemlich gut, was jetzt nicht heißen soll, dass alle Songs über jeden Zweifel erhaben sind, aber wirkliche Durchhänger gibt es wenige. Vielmehr gibt es wahrlich gute Songs wie ’(feel it) day by day’, das einfallsreich und treibend ist und sich nicht vor einem Pop-Refrain schämt. ‘it’s always a fuse to live at full blast’ ist, nicht nur der Geigen wegen, recht opulent und im besten Sinne progressiv.
Bei ‘speedluv’ darf es dann auch mal eine Akustikgitarre sein, die Ebelhäuser doch früher als Feind empfunden hatte, hier aber einen der besten Songs nicht nur einleitet. Aydo Abays Gesang ist nach wie vor auf gutem Niveau eigenständig und die Angst, einen Pop-Song zu schreiben, begegnen sie dann mit einem kruden Mittelteil. ‘the mentalist’ zieht das Tempo dann kurz vor Ende des Albums noch mal kräftig an. ‘so long goodbye’ schließt das Album ebenso würdig ab und zeigt, dass Blackmail noch lange nicht am Ende sind.
“tempo tempo” mag zwar nicht unbedingt ein Geniestreich sein, zählt aber nicht nur zu den zwei besten Alben von Blackmail, sondern beweist, dass sie noch immer zu den besten deutschen Bands zählen, die den großen Durchbruch nie schaffen werden, was in einem musikalisch doch recht ignoranten Land eher als Kompliment zu verstehen ist. (City Slang)
Kategorie: About Albums
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About Songs live & im Radio
veröffentlicht am 25. März 2008 von Jörg
Morgen gibt es wieder das Doppelpack “About Songs”!
Zum einen mit zwei schönen Bands aus unserem Lande namens GREEN APPLE SEA & GARDA im Grünen Jäger.
Mal reinhören? hier
Zum anderen die Radio-Show auf Tide 96.0 (Kabel 95.45) oder hier
Playlist wie immer vorab hier:
Get Well Soon – Lost In The Mountains Of The Heart
Sir Simon – I Turn The Key
The Cave Singers – Called
The Helio Sequence – Lately
Björn Kleinhenz – Olis
Vampire Weekend – The Kids Don`t Stand A Chance
MGMT – Weekend Wars
The Gutter Twins – All Misery/Flowers
Dead Meadows – Between Me And The Ground
Timesbold – Hollow Halo
Green Apple Sea – Whatever Life Has Got To Give
Bon Iver – Flume
Why? – The Hollows
Kategorie: About Shows
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White Rabbits - Fort Nightly
veröffentlicht am 21. März 2008 von Jörg
Schön, dass dieses Album nun auch bei uns das Licht der Welt erblickt, denn in den USA ist es seit über einem halben Jahr erschienen. Die White Rabbits kommen ursprünglich aus Columbia, Missouri, sind aber gemeinsam schon vor vier Jahren nach New York gezogen und dieser Schritt scheint ihre Musikalität in die richtigen Bahnen zu lenken.
“Fort Nightly” ist ein Debüt von dem man sagen kann, ein Nachfolger wird es sehr schwer haben, denn die Songs sind einfach schon verdammt reif, wohlüberlegt und mit einer Eigenständig- und Selbstverständlichkeit gesegnet, dass eine Steigerung kaum möglich erscheint. Rhythmus und Dynamik stehen bei den White Rabbits im Vordergrund, was nicht zuletzt das Line-Up belegt, welches aus zwei Schlagzeugern besteht. Das macht es natürlich auch live zu einem Erlebnis, dem ich gerade in Austin beim SXSW-Festival beiwohnen durfte. Dass auch zwei Sänger diesem Werk ihre Stimme geben, fällt bei Hören des Albums dagegen etwas weniger auf.
Entdeckt habe sicher nicht nur ich die Band bei einem Auftritt in der Letterman-Show, wo sie den Hit ‘The Plot’ spielten. Diesem fehlt zwar irgendwie ein richtiger Refrain, aber die angesprochene Eingängkeit und Dynamik macht sich hier besonders stark Platz. Allerdings haben die White Rabbits hier fast nur starke Songs im Gepäck, so dass besonders auch diese Homogenität den Standard des Debütalbums zeigt.
Musikalisch gibt es bei den White Rabbits einiges an Einflüssen zu entdecken. Den Ska von Madness und The Specials, jazzige Anleihen vor allem beim Piano und eine Rhythmik, die an Bands wie Delta Spirit und Cold War Kids – beides befreundete Bands – erinnern lässt. Aber auch andere New York – Bands wie Robbers On High Street und The Walkmen können als Referenz herhalten, was keinerlei negativen Einfluss auf die schon angesprochene Eigenständigkeit der White Rabbits hat.
Schon im Mai wird uns das Sextett live beehren und ihren sehr eigenen Groove unter das meist etwas tanzmüde Volk bringen. Die White Rabbits reihen sich mit “Fort Nightly” nahtlos und voller Kraft in die Vielzahl neuer, hochklassiger US-Bands ein, die mich als Europäer vor Neid erblassen lassen. (Fierce Panda)
Kategorie: About Albums
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Orange Blossom Festival
veröffentlicht am 20. März 2008 von Jörg
Klar, noch kann man nicht wirklich den Frühling erkennen, aber das wird sich bestimmt noch ändern und so sei hiermit schon mal auf das erste schöne Festival des Jahres verwiesen, das in diesem Jahr vom 9.-11. Mai zum zwölften Mal stattfindet:
Natürlich geht es um das ORANGE BLOSSOM FESTIVAL im Garten des mir ans Herz gewachsenen Labels Glitterhouse in Beverungen. Jedes Jahr erfolgt hier eine mit viel Liebe vorgenommene Auswahl an Künstlern und eine ebensolche Organisation und Durchführung vor Ort.
Es gibt übrigens noch einige Restkarten zu erwerben, denn schließlich bürgt das Festival für Gemütlichkeit und diese gilt es mit Gleichgesinnten und nicht mit prolligen Massen zu kredenzen.
Das Line-Up und weitere Infos findet ihr unter:
Meine Favoriten in diesem Jahr:
Sir Simon
Clara Luzia
Scout Niblett
Timesbold
Kategorie: About Shows
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