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Krachkeks-Kolumne Folge 33 "Echo 2008"



Kaum hat das Jahr 2008 begonnen, steht auch schon wieder der „Echo“, der deutsche Musikpreis, vor der Tür, zum 17. Mal übrigens, und natürlich frage ich mich, warum man ihn denn noch rein lassen sollte?

Angetreten, um mit dem größten internationalen Musikpreis „Grammy“ mithalten zu können, wird heute wohl kaum jemand behaupten wollen, dass dieser Anspruch in all den Jahren auch nur entfernt erreicht werden konnte. internationale Künstler sind Mangelware, vor allem natürlich jene, die auch erfolgreich sind. Klar versuchen die Major-Plattenfirmen noch immer alles, um ihre amerikanischen Stars zum deutschen „Echo“ zu bewegen, aber etliche Pannen in den letzten Jahren – hier sei nur an die arme Alanis Morissette erinnert, die ihren Auftritt dreimal wiederholen musste – sowie die mangelnde Relevanz des deutschen Musikmarktes für viele Künstler, die da natürlich eher Groß-Britannien im Focus haben, machen dieses Unterfangen immer schwieriger. wenn man dann tatsächlich einen internationalen Star wie Alicia Keys überreden konnte, so tut ihre Absage einen Tag vor der Show natürlich doppelt weh.

Der Lebenswerk-Echo, soviel war vorher schon klar, ging diesmal an Rolf Zuckowski und der „Sonderpreis für herausragende verdienste um die deutschsprachige Musik“ an Dieter Thomas Heck. wenn man den Respekt vor dem Alter mal beiseite schiebt, so wird deutlich, dass die Musikbranche nicht mehr viel tiefer sinken kann. nicht nur der Name des Preises mutet an, als würden wir noch in den 30er Jahren leben, auch die Tatsache, dass Dieter Thomas Heck für eines der größten deutschen, musikalischen Verbrechen namens „Hitparade“ verantwortlich ist, macht deutlich, wie provinziell diese Veranstaltung ist. vielleicht ja keine schlechte Idee, dass man jetzt auch Leuten einen Echo verleiht, die noch nicht mal Musiker sind. damit erschließen sich ganz neue Möglichkeiten und vielleicht sollte man dies noch mit unsäglichen Verlosungen kombinieren, bei denen jeder einen Echo gewinnen kann. der Hauptgewinner darf sich diesen dann höchstpersönlich in Berlin abholen. jedem Deutschen seinen Echo!

Nun wird das Echo (Achtung Wortspiel!) zur Echo-Verleihung im Ausland wie immer gleich null sein und darüber bin ich sehr erleichtert, denn was da wieder auf der Bühne stand und Preise gewonnen hat, treibt mir die Schamesröte ins Gesicht. die Doppelpreisträger heißen Herbert Grönemeyer, Bushido und DJ Ötzi und zeigen das Niveau auf dem in unserem Lande Musik gemacht wird. man ist geneigt, den Herbert Grönemeyer hier etwas außen vor zu lassen und noch am besten zu finden. was gab es beim diesjährigen Echo denn noch so?

La Fee, mittlerweile 17, heimste wie beim letzten Mal einen Echo ein und sollte jeder Versicherungskauffrau Mut machen, dass die Musikkarriere eine gute Alternative ist, denn um Charisma und Ausstrahlung scheint es in Deutschland eh nicht zu gehen und dass musikalische Qualität eine Rolle spielt, glauben nicht mal die Sicherheitskräfte vor Ort. Gruppe National haben diesmal die Ärzte gewonnen und nächstes Mal werden es dann wohl wieder die Hosen sein, Kastelruther Spatzen und Linkin Park gewinnen auch wieder – gute Kombi übrigens – Mark Medlock (Newcomer), Kriegsveteran James Blunt (Künstler International), die Böhsen Onkelz (bestes Video) und die Fantastischen Vier (Gruppe National) reihen sich nahtlos in eine Reihe musikalischer Künstler ein, um die uns wohl nicht mal Andorra beneiden würde.

Vor ein paar Jahren gab es beim Echo noch den einen oder anderen Lichtblick (z.b. R.E.M.), aber diesmal gab es nicht mal ein kleines Lichtlein, wenn man von der abgefeierten Britney Spears – Parodie des Pochers mal absieht, die selbst mir den Anflug eines nichtspöttischen Lächelns aufs Gesicht trieb. sind wir schon so weit gesunken, dass der Pocher als Licht am Ende des Tunnels funigert?

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  1. Kommentare

    nana, der Echo zeigt doch nur, welchen Stellenwert Musik in der Wahrnehmung des offiziellen Mainstream in Deutschland hat. Veranstaltungen ähnlicher Art auf internationaler Ebene geben da auch nicht viel mehr her. Im Grunde ist ein 50Cent nicht anderes als ein Bushido, – der erste wird als englisch sprachiger Artist nur eben in einem grösseren Markt wahrgenommen. War es Jahrzehntelang in Ordnung in Deutschland Musik als reine Kopie des britischen oder amerikanischen Diktats zu machen (und damit Erfolg zu haben), so hat sich die deutsche Musikszene heute längst emanzipiert. Da Musik heute aber (leider) nur noch einen reinen unterhaltenden Stellenwert hat, kommt davon im Mainstream nichts an. Bei der Echo-Verleihung sieht man nichts weiter als die letzten Zuckungen einer, zurecht, sterbenden Industrie.

    Es gab bei der letzten Tape-Op ein Forum das sich mit der Frage beschäftigte: ” Why does todays music sound like shit?” Darüber kann man nun ein Buch schreiben. Die Essenz der Diskussion war für mich :
    Das Tempo, in dem die Menschen leben, lässt ihnen keinen Zeit für tatsächlich Erfühlbares. Wir brauchen alles, sofort, und an jedem Ort der Welt. Gefühlseindrücke und Erlebnisse funktionieren bei einer solchen Schlagzahl nur noch durch die Verwendung von Surrogaten und gefilterten Extrakten, die passend zur jeweiligen Stimmung abgerufen werden können. Ich möchte nicht wissen, wie viele Menschen sich in ihrer Persönlichkeit tatsächlich von einem “MyChemicalRomance”-Song treffend gespiegelt sehen. Das Leben ist zu schnell, es bleibt keine Zeit für echtes Erleben mit allen Sinnen. Gefühle sind Second-Hand. Arme Menschen, aber ihnen ist kein Vorwurf zu machen. Biete einem Menschen nur Scheisse zum Frühstück und Abendbrot an, und er frisst sie irgendwann.

    Ein Trost bleibt: Wir müssen nicht mit. Es geht auch anders. Die Welt werden wir mit Musik nicht mehr verbessern,aber wir machen sie zumindest nicht schlechter im ganzen und verbessern sie für uns selbst und diejenigen, die das Glück hatten sich schon aus der Matrix zu befreien. Wie die Ärzte schon sagten:” Du kannst nichts dafür das die Welt scheisse ist, du kannst nur etwas dafür wenn sie scheisse bleibt.”

    Sorry für viermal Scheisse, manchmal muss man die Dinge beim Namen nennen. :-)

    -keine ahnung warum die letzten sätze durchgestrichen erscheinen….

  2. Kommentare

    Echt? Wahr schon wieder Echo? Krass. Sowas uninteressantes. Die Preisträger des Jahres 2008 klingen, als seien es seit 17 Jahren dieselben. Ignorieren ist das Stichwort.

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