Suche


About Songs auf MySpace

myspace.com/aboutsongs

Kategorien

About About Songs
About Albums
About Books
About Shows
About Songs Club
About Songs Compilation
About Songs Radio Show
Krachkeks Kolumne

Archiv

Misc

Links
Feed RSS    Feed Atom
About Songs

Flyer

weitere Informationen Download: Flyer
About Christmas Songs
Vol. 4

About Songs Cover

Veröffentlichung: 11.11.2011


Kontakt    Impressum

Get Well Soon - Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon



Das ist es also, das Werk, von dem ganz Deutschland spricht und schreibt, zumindest was Musikinteressierte und Musikmagazine angeht. Natürlich geht es jetzt darum, das Haar in der Suppe zu finden bzw. zu verifizieren, ob all das über Get Well Soon ausgeschüttete Lob rechtens ist oder doch etwas zu leichtgläubig verteilt wurde.

Mit dem Cover-Artwork und dem Intro in Form des wiederholten Albumtitels lässt schon der Anfang einen äußerst positiven Lichtstrahl durch die Blätter, denn die meisten Intros sind blosse Staffage in Form eines Gags und eigentlich überflüssig. Klar merkt man auch gleich, dass dieses Album mitnichten spontan entstanden ist, sondern ein Prozeß des Findens und der Reife darstellt. Anspruchsvolle bis opulente Instrumentierung, wie wir sie eher von nichtdeutschen Produktionen gewohnt sind, machen das Album zu einer Entdeckungsreise, die meist äußerst spannend, aber zwischendurch auch mal langweilig wird.

Das schleppende und bläserdurchsetzte
‘you/aurora/you/seaside’ ist ein wahrhaft guter Beginn und leitet elegant in den ersten Höhepunkt ‘christmas in adventure parks’ ein. Dabei neigt der Gesang Konstantin Groppers zu Meinungsverschiedenheiten, da die einen diesen vielleicht als etwas monoton und gelangweilt beschreiben, während die anderen dessen Sonorität und auch Abwechslung lieben werden. “Save our souls with your golden heart”!

Auch mit den weiteren Songs geht die Reise spannend weiter und Konstantin ist dabei ja nicht allein. So steht seine Schwester Verena bei einigen Songs mit der weiblichen Stimme parat und spielt bei anderen die erste Geige, die Trompete ist eh gerade wieder modern und somit oft zu hören und nie dienen die Instrumente einem Zweck des reinen Protzens, sondern als Stilmittel, ohne die die Reise ganz anders verlaufen wäre.

Mit ‘if this hat is missing I have gone hunting’ und dem wunderbaren “Shoot baby, shoot baby”-Chor-Refrain ist ein nächster Gipfel erreicht, auch wenn der Song bei häufigem Hören sogar etwas nerven kann. So legen wir mit dem nachfolgenden Titel dann auch eine erste Ruhepause ein, die wir uns durchaus verdient haben und die eine schöne geworden ist. Banjo, Akustikgitarre und dezente Elektronik sowie ein singender Engel lassen uns innehalten. Diese geht nahtlos in das etwas dramatisch-zynische ‘I sold my hands for food so please feed me’ über, welches uns in die gleiche Atmosphäre versetzt, die wir vor der Rast hatten.

Kaum zu glauben, dass das Album nun erst zur Hälfte vorbei ist, wo wir doch schon so viel erlebt haben. Die Fahrt geht zunächst etwas ruhiger weiter, was nicht so spektakulär ist, aber so ein kleines Nickerchen kann ja nicht schaden. Das eingestreute Underworld-quasi-Cover ‘born slippy nuxx’ lässt uns kurz aufschrecken, aber auch wieder entspannt ins Polster sinken, da man nicht wirklich was verpasst.

Mit ‘your endless dream’ ist man dann endlich auf dem Balkan angekommen, holt entsprechende Instrumente zur Hand und legt die Stimme noch ein bisschen tiefer, so dass sie schon fast wie der Sohn von Tom Waits klingt, wobei jünger dann auch poppiger heißt, also keine Angst. Zum Ende hin ist es wie immer bei einer Reise, man möchte endlich ankommen, hat die Reise-Romantik abgestriffen und langweilt sich so ein kleines bisschen. Dabei rauscht mit ‘ticktack! goes my automatic heart’ ein weiteres Stückchen Schönheit am Fenster vorbei, das wir nicht gebührend würdigen, bis wir uns dann in den Bergen verfahren haben (‘lost in the mountains of the hearts’).

Das fühlt sich aber überraschend gut an und plötzlich ist die Energie wieder da, die Müdigkeit weg, wir fühlen uns wie in einem James Bond – Film und singen im Chor “With the love that you spit on a dusty ground”.

Wenn man kritische Anmerkungen zu einer eigentlich großartigen Reise machen möchte, so fällt auf, dass sie hier und da etwas mehr Luft zum Atmen, etwas mehr Lockerheit vertragen hätte können – dies liegt uns Deutschen aber meist eh nicht so im Blut. Jetzt gleich von den deutschen Arcade Fire zu reden, wäre etwas vermessen und würde Get Well Soon auch nicht gerecht werden. (City Slang)

Kategorie Kategorie:


Kommentarfunktion für diesen Artikel geschlossen.