Nick Hornby - Slam
veröffentlicht am 13. Februar 2008 von Jörg
Irgendwie macht sich bei mir immer Freude breit, wenn es ein neues Buch des 50-jährigen “Kult”-Autors Nick Hornby zu entdecken gilt. Dies liegt sicher daran, dass er einen lockeren, lustigen und häufig ironischen Schreibstil hat, wie ihm deutschen Popliteraten doch leider nicht im Blute liegt.
Klar gab es im literarischen Schaffen von Nick Hornby immer Aufs und Abs und sein letztes Werk “Long Way Down” hätte etwas Warnung sein können, denn dieses zählt sicher zu seinen besten Büchern und oftmals schürt das dann die Erwartungen auf das nächste, welches diesen dann selten gerecht werden kann.
Nun also “Slam”, was hier keineswegs eine Nähe zu Poetry-Slam suggerieren soll, denn Slam ist lediglich eine Skateboardübung und damit wären wir schon mitten im Leben der Hauptfigur Sam, der als 15-jähriger Schüler dem leichten Leben entzogen wird, da er eine kurze Liason mit Alicia eingeht, die eigentlich eine Klasse über ihm spielt. Seine erste große Liebe war dann auch keine lange, aber aus dieser resultiert, wir ahnen es schon, eine ungewollte Schwangerschaft.
Hier nimmt sich der Autor einem in England sehr weit verbreiteten Phänomen an, denn das doch oft als etwas spießig geltende Königreich liegt bei ungewollten (!) Teenager-Schwangerschaften klar vorne im europäischen Vergleich und schafft damit endlich mal wieder etwas, für das sie im Fußball nicht mehr sorgen…
Der beste Ratgeber von Sam und seinen Lebensfragen ist allerdings nicht seine 32-jährige Mutter, die hier doch eigentlich eine gute Ansprechpartnerin wäre, sondern Tony Hawk, der wohl berühmteste Skateboarder der Welt, der ihm in Form eines Posters gegenüber tritt. Nick Hornby versteht es, sich Sams Sicht in leichtfüßiger Schreibweise anzunehmen und uns dessen Unsicherheit und oftmals unverständliche Reaktionsweisen aufzuzeigen.
Allerdings gerät “Slam” doch in vielen Momenten einfach zu flach und zählt sprachlich sicher nicht zu Hornbys besten Werken. Dies gipfelt dann in vermeintlichen Sprüngen in Sams Zukunft, bei denen sich der Leser fragt, was er damit bezwecken möchte. Fast hat man das Gefühl, dass der Autor das Gefühl hatte, hier müsse noch eine zweite Ebene eingebaut werden, um es interessanter zu machen. Vielleicht hat er da sogar recht, aber hier geht diese Ebene leider nach hinten los.
Komisch, dass “Slam” in den Medien überall gelobt wird, aber oftmals steht da wohl eher der Sympathiker Hornby im Vordergrund als seine Bücher. Natürlich verzeihe auch ich ihm mal ein schwächeres Buch, denn das ist “Slam” leider in jedem Fall.
Kategorie: About Books
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christoph am 25. Februar 2008, 15:56
Bin eben mit dem Buch fertig geworden und lege es mit etwas zwiespältigen Gefühlen aus der Hand.
Einerseits ist “Slam” auf jeden Fall einer von Hornbys eher schwächeren Romanen, aber andereseits muss man auch bedenken, dass es sich um ein Jugendbuch handelt (auch wenn es bei uns nicht als solches angepriesen wird), das sich mit einem Problem befasst, dass in England bei Jugendlichen wohl wesentlich weiter verbreitet ist als hierzulande. Hmmm…jetzt ist mir irgendwie der Faden gerissen. Was ich eigentlich sagen wollte: Wäre ich ein 16jähriger Engländer und würde mehrere Gleichaltrige kennen, die schon Vater/Mutter sind, hätte mich “Slam” sicher mehr beeindruckt. So bin ich aber wohl zu weit vom Thema des Romans weg, um ihn wirklich gut zu finden.
vgdqkxfibe am 21. März 2008, 13:11
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