The Helio Sequence - Keep Your Eyes Ahead
veröffentlicht am 8. Februar 2008 von Jörg
Modest Mouse, The Shins, Menomena, Timesbold, The Decemberists, The Thermals – diese Liste mit großartigen Bands aus Portland liesse sich noch um zahlreiche Namen ergänzen und wer schon mal in Portland war, fragt sich, wo die denn alle wohnen, denn Portland wird nicht umsonst als die kleine Schwester von Seattle bezeichnet, aber was in dieser Stadt zur Zeit an musikalischem Potential geboren wird, kann locker mit Seattle mithalten.
Nun also das Duo The Helio Sequence, das mit “Keep Your Eyes Ahead” bereits ihr viertes Album über Sub Pop veröffentlicht und ein unprätentiöses noch dazu, denn ihre Musik ist eher heterogen und biedert sich nicht im entferntesten bestimmten Trends an, aber das ist ja auch meist die Stärke von Bands aus dem Nordwesten der USA.
Schon das Cover suggeriert ihre Liebe zur Schönheit von Melodien, auch wenn man sich etwas an uralte Prog-Rocker erinnert fühlt, was für die Musik zum Glück nicht gilt. Kategorien spielen für The Helio Sequence keine Rolle, was schon die Bands zeigen, mit denen sie in den letzten Jahren auf Tour waren: Modest Mouse, Blonde Redhead, Kings Of Leon, The Secret Machines – addiert man dazu noch die Künstler, für die Mastering-Legende Greg Calbi seine Goldfinger im Spiel hatte (Interpol, Paul Simon, Iron & Wine) bekommt man einen recht guten Einblick in die Musik des Duos bestehend aus Brandon Summers und Benjamin Weikel.
Schon der Opener ‘Lately’ ist eine Positiv-Hymne an alle Singles dieser Welt, gefolgt von dem wunderbaren Folk-Pop von ‘Can`t Say No’, der vielleicht am ehesten an die Shins erinnert. Auch im weiteren Verlauf des Albums wird klar, das sich The Helio Sequence dem Pop in keinster Weise entziehen wollen, ihn vielmehr als roten Faden zu nutzen wissen. Dies gerne mal mit opulentem Keyboard-Teppich, als 80er Wave-Pop in dem Titelstück ‘Keep Your Eyes Ahead’, als reduzierte Akustik-Perlen (‘Shed Your Love’, ‘Broken Afternoon’) oder als Mitsing-Hit in ‘Hallelujah’. Zum Abschluß gibt es dann mit ‘No Regrets’ noch eine Tom Waits-Reminiszenz…
“Keep Your Eyes Ahead” ist ein wunderbares Album und der bisherige Höhepunkt im Schaffen von The Helio Sequence. Allerdings wird die Band mit dem Problem zu kämpfen haben, dass sie nicht so richtig zu fassen sind. Das macht das Album zwar sehr spannend und nie langweilig, aber wenn etwas nicht in die Schublade passt, wird es oftmals zu Unrecht als sperrig empfunden. (Sub Pop)
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