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Veröffentlichung: 22. August


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The National - Knust (Hamburg)



Schon Tage vorher wußte man, dass dieses Konzert nicht nur Spaß machen würde, denn “ausverkauft” ist ein Attribut, über das sich die Veranstalter und die Band sicherlich freuen, die Zuschauer aber in der Regel nicht, denn ab einem gewissen Alter und mit sehr vielen Konzerten auf dem Buckel, werden die köperlichen Grenzen ausgelotet. Auf der anderen Seite kann man immerhin nicht umfallen, selbst wenn man noch so betrunken ist.

Hayden machte den Anfang und wurde bei diversen Songs von Musikern der Hauptband unterstützt, was der Musik Haydens sichtlich gut tat, da die Songs leider manchmal etwas beliebig sind, obwohl ich sein Album “Elk-Lake Serenade” sehr zu schätzen weiß. Hayden selber ist ein sympathischer Geselle, der sich sehr für die Aufmerksamkeit des Publikums bedankte und aufgrund der ruhigen Atmosphäre gleich mal ein Leonard Cohen – Cover spielte. Allerdings hat man bei seinen Ansagen oft das Gefühl, dass er eine sehr langsames Leben führt, was ich auch nicht kritisieren möchte. Warum man dann in New York lebt, ist mir allerdings ein Rätsel! Für jeden kurzen Satz brauchte er aber immerhin länger als für die Songs und das ist wahrlich eine Leistung…

The National ließen sich dann über 40 Minuten Zeit, obwohl es bei einer einköpfigen Vorband ja nicht viel umzubauen gibt. Kann man aber in einem ausverkauften Club schon mal machen, denn beschweren würde sich da eh niemand. Überhaupt war das Publikum in einem mir angenehmen Alter, wenn ich auch feststellen musste, dass ich als Kontaktlinsenträger bei all den Hornbrillen in der Minderheit war – Hornbrille still goes mainstream!

Den Anfang machte “lustigerweise” ‘Start A War’, was Windmill einen Tag vorher noch gecovert hatte (s.u.). Klar spielten sie vor allem Songs ihrer letzten beiden Alben “Alligator” und “Boxer”, denn die Historie vor diesen ist den meisten nicht bekannt und das meine ich nicht negativ, denn es scheint doch noch ein paar Bands zu geben, die sich auf gesundem Wege ein immer größeres Publikum erspielen. Jetzt alle Songs aufzuzählen, wäre etwas müßig, da sie sich, wie gesagt, sehr auf die beiden genannten Alben konzentriert haben.

The National beeindrucken vor allem durch eine schön eigene Atmosphäre, die das Sextett mit ihren Songs und der warmen, tiefen Stimme von Matt Berninger erzeugen. Klar haben sie auch gute Songs, aber die Atmosphäre dominiert diese häufig und so hat man nach einiger Zeit das Gefühl, dass die britischen Vorbildern aus den 80ern angelehnte Musik zumindest bei mir den emotionalen Funken nicht so ganz zum Überspringen bringen kann. Gleiches beobachte ich auch bei artverwandten Bands wie Interpol, die nicht nur den selben Produzenten haben, oder den Editors, d.h. trotz einiger wirklich guter Songs, können diese Bands das Niveau nicht über ein ganzes Konzert halten.

Dies ist aber nur ein nicht sehr kleiner Wehrmutstropfen eines guten Konzertes und wenn eine Band eine derartige Stimmung erzeugt, können sie nicht viel falsch gemacht haben, oder?

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