"About Songs" Club & Radio
veröffentlicht am 25. Dezember 2007 von Jörg
Morgen ist wieder der letzte Mittwoch im Monat, so dass euch im Grünen Jäger gleich zwei Musikerinnen aus Skandinavien erwarten. Zum einen Lena Malmborg (SWE), die gerade ihr Debüt-Album veröffentlicht hat, zum anderen Katrine Ottosen (DK).
Schon mal reinhören? AboutSongs@myspace
Außerdem gibt es morgen auch wie gewohnt “About Songs” auf Tide 96.0 (Kabel 95.45) oder hier – von 18-19 Uhr zu hören.
Die Playlist wie immer vorab, damit ihr wißt, was euch so erwartet:
Low – If You Were Born Today
Windmill – Boarding Lounges
Cold War Kids – Hang Me Up To Dry
Scout Niblett – Kiss
Arcade Fire – Intervention
Lena Malmborg – Good Time
Katrine Ottosen – Flower
Diverse – Little Drummer Boy
Maria Taylor – White Christmas
Friska Viljor – Christmas Song
The Shins – Red Rabbits
Band Of Horses – No One`s Gonna Love You
Okkervil River – Listening To Otis Redding At Home During Christmas
Dann bleibt mir nur noch, ein frohes Fest ins Land zu wünschen!
Kategorie: About Songs Club
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die besten Alben des Jahres!
veröffentlicht am 14. Dezember 2007 von Jörg
Auch in diesem Jahr gibt es wieder meine “besten Alben des Jahres”, die natürlich über jede Subjektivität erhaben sind. ...
15 Alben haben es in meine Liste geschafft und natürlich gibt es ein paar gute, die es knapp nicht geschafft haben….
Etwas Statistik vorab, um es noch spannender zu machen. Lustigerweise habe ich 14 dieser 15 Bands in diesem Jahr auch live sehen dürfen, von 15 Bands sind 10,5 aus den USA, 0,5 aus Kanada, 3 aus GB (immerhin) und eine aus Schweden, wieder keine deutsche Band hat es geschafft. 6 der Bands leben in Seattle oder Portland, 12 der Bands sind auf Indie-Labels, 4 Debüt-Alben sind dabei, so dass auch dem Nachwuchs genügend gehuldigt wird, immerhin 6 Frauen verstecken sich in der Liste und Sub Pop gewinnt mit 3 Alben das Label-Rennen.
So, hier nun die Liste – wie immer in alphabetischer Reihenfolge:
Arcade Fire – Neon Bible
Band Of Horses – Cease To Begin
Cloud Cult – The Meaning Of 8
Cold War Kids – Robbers & Cowards
Decemberists, The – The Crane Wife
Friska Viljor – Bravo!
Gravenhurst – The Western Lands
Handsome Furs – Plague Park
Kings Of Leon – Because Of The Times
Menomena – Friend And Foe
Modest Mouse – We Were Dead Before The Ship Even Sank
Niblett, Scout – This Fool Can Die Now
Okkervil River – The Stage Names
The Shins – Wincing The Night Away
Windmill – Puddle City Racing Lights
Kategorie: About Albums
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Scout Niblett - Übel & Gefährlich (Hamburg)
veröffentlicht am 11. Dezember 2007 von Jörg
So soll es sein: Vor kurzem habe ich hier noch das neue Album von Madame Niblett “This Fool Can Die Now” gewürdigt und nun steht die gute auch schon hier auf der Bühne.
Vorab gab es allerdings noch zwei Vorbands. Den Anfang machten klein. aus Hamburg, die jetzt nicht nur noch etwas elektronischer daherkommen, sondern auch ein klein wenig Fehl am Platze waren, was ihre Musik an diesem Abend anging. Trotzdem spielten sie neue Songs ihres im Frühjahr erscheinenden zweiten Albums, Sänger Nico konnte nicht nur durch seine silberne Jacke überzeugen, sondern auch durch Gesang und Performance und die Leinwand-Projektionen waren auch spannend.
Der Rest des Abends fand dann aber wesentlich reduzierter statt. Zunächst mit dem Songwriter Castanets aus New York. Irgendwie scheint sein Äußeres in NY gerade der neueste Trend zu sein. Jahrelang waren karierte Hemden, Rauschebärte und eine Truckermütze eher den Musikern aus dem Nordwesten der USA vorbehalten, aber jetzt kommen alle anderen Songwriter auch so daher. Die Songs waren nett, aber nicht sonderlich spannend und warum er dann noch eine Zugabe gespielt hat, entzieht sich meiner Kenntnis.
Dann kam endlich die Hauptkünstlerin des abends auf die Bühne, leider nicht mit Bonnie ‘Prince’ Billy, mit dem sie auf dem neuen Album ja immerhin vier Songs im Duett singt, aber das war vorher schon klar und so war ihre einzige Unterstützung ein Schlagzeuger, der bei einigen Songs aushalf.
Unprätentiös wie immer erschien sie in einem Karohemd (!) und einem Ringelshirt darunter, was schon alles darüber aussagt, wie unwichtig ihr jegliche Äußerlichkeiten sind. Vielmehr beeindruckt sie durch emotionale Songs, die sie zwischen Flüstern und Schreien changierend betont, so dass man den ganzen Abend an ihren Lippen hängt, selbst wenn nicht alle Texte vor Melancholie und Traurigkeit strotzen. Musikalisch werden die ruhiger Momente natürlich durch Niblett-typische Grunge-(schön, dieses Wort mal wieder zu benutzen!)- Eruptionen unterbrochen und zwischen den Songs lässt sie sich nicht nur Wein bringen, sondern fragt auch immer, ob jemand eine Frage hat. So etwas ist das Publikum natürlich nicht gewohnt und dem entsprechend pendeln diese dann auf dem Niveau “wo wohnst du?” oder “was ist dein Sternzeichen?”.
Neben Cat Power und PJ Harvey würde Scout Niblett auf jeden Fall eine gute Figur abgeben, denn auf ihre Weise sind sie alle einzigartig. Natürlich standen die Songs des neuen und besten Albums sehr im Vordergrund, aber neben ‘Kiss’, dem Opener ‘Do You Want To Be Buried With My People?’ oder dem genialen ‘Dinosaur Egg’ durften auch ältere wie ‘No-Ones Wrong’ ran und für Requests war sie sich dann auch nicht zu Schade. Lediglich als die Frage nach der Zusammenarbeit mit Bonnie ‘Prince’ Billy kam, wirkte sie etwas genervt und bat doch darum, dass man lieber Fragen über sie stellen würde. Womit? Mit Recht!
Kategorie: About Shows
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Seachange - Disband in Bonn 2007
veröffentlicht am 7. Dezember 2007 von Jörg
Dies ist der Abgesang an eine ziemlich großartige Band, die sich nach acht Jahren und nur zwei Alben aufgelöst hat. Klar sprüht der Titel “Disband in Bonn 2007” nicht gerade vor Charme oder Sex, zeigt aber, dass es sich bei Seachange um eine unprätentiöse Band handelt, die eher sympathisch und schüchtern agiert als es die kommerziell großen “Brüder” aus London tun.
2004 erschien ihr Debüt-Album “Lay Of The Land” bei dem legendären UK-Label Matador und damit waren sie seit langer Zeit mal wieder eine englische Band auf dem Label, das sich immer mehr Richtung USA orientiert hatte. Die meisten englischen Bands, die berühmt werden wollen, ziehen früher oder später in den Hauptstadt-Moloch, aber Seachange wollten ihr Nest und die freundschaftliche Umgebung in Nottingham einfach nicht verlassen.
Über zwei Jahre später, Matador hatte die Band längst wieder gedropped, entstand der Nachfolger “On Fire, With Love”, der mit dem Debüt nur noch wenig gemeinsam hatte, mit sehr viel ausgereifteren Songs aufwartete und den Beat des Debüts durch Songwriter-Attitüde ersetzte. Über allem steht natürlich der sehr einprägsame Gesang Dan Eastops, den man sich auch nur schwer in London vorstellen könnte. Wer die Band live gesehen hat, weiß um die Intensität dieser und seines Charismas.
Nach nur zwei Alben eine Live-Werkschau mit allen “Hits” zu veröffentlichen, ist ja immer so eine Sache, aber im Falle Seachange mehr als sinnvoll, fasst es doch die unterschiedlichen Alben auf einem zusammen, so dass die Songs gar nicht mehr so unterschiedlich anmuten. Der Sound des Live-Albums ist zwar nicht gerade fulminant, aber doch über jeden Zweifel erhaben und zumindest bekommt der Hörer mit, wie Seachange einen immer mehr in ihren eigenen Bann ziehen. Das Sextett von Multiinstrumentalisten werden hoffentlich einige vermissen und auch wenn das Ende der Band damit begann, dass der Bassist aus beruflichen Gründen dann doch in die böse Stadt zog, so trug die Ignoranz der Massen da draußen bestimmt auch zu diesem rühmlichen Ende bei.
Übrigens haben sie sich nicht lumpen lassen und auch für Albumbesitzer noch zwei neue Songs diesem dann doch traurigen Abschied beigefügt. (Glitterhouse)
Kategorie: About Albums
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The National - Knust (Hamburg)
veröffentlicht am 6. Dezember 2007 von Jörg
Schon Tage vorher wußte man, dass dieses Konzert nicht nur Spaß machen würde, denn “ausverkauft” ist ein Attribut, über das sich die Veranstalter und die Band sicherlich freuen, die Zuschauer aber in der Regel nicht, denn ab einem gewissen Alter und mit sehr vielen Konzerten auf dem Buckel, werden die köperlichen Grenzen ausgelotet. Auf der anderen Seite kann man immerhin nicht umfallen, selbst wenn man noch so betrunken ist.
Hayden machte den Anfang und wurde bei diversen Songs von Musikern der Hauptband unterstützt, was der Musik Haydens sichtlich gut tat, da die Songs leider manchmal etwas beliebig sind, obwohl ich sein Album “Elk-Lake Serenade” sehr zu schätzen weiß. Hayden selber ist ein sympathischer Geselle, der sich sehr für die Aufmerksamkeit des Publikums bedankte und aufgrund der ruhigen Atmosphäre gleich mal ein Leonard Cohen – Cover spielte. Allerdings hat man bei seinen Ansagen oft das Gefühl, dass er eine sehr langsames Leben führt, was ich auch nicht kritisieren möchte. Warum man dann in New York lebt, ist mir allerdings ein Rätsel! Für jeden kurzen Satz brauchte er aber immerhin länger als für die Songs und das ist wahrlich eine Leistung…
The National ließen sich dann über 40 Minuten Zeit, obwohl es bei einer einköpfigen Vorband ja nicht viel umzubauen gibt. Kann man aber in einem ausverkauften Club schon mal machen, denn beschweren würde sich da eh niemand. Überhaupt war das Publikum in einem mir angenehmen Alter, wenn ich auch feststellen musste, dass ich als Kontaktlinsenträger bei all den Hornbrillen in der Minderheit war – Hornbrille still goes mainstream!
Den Anfang machte “lustigerweise” ‘Start A War’, was Windmill einen Tag vorher noch gecovert hatte (s.u.). Klar spielten sie vor allem Songs ihrer letzten beiden Alben “Alligator” und “Boxer”, denn die Historie vor diesen ist den meisten nicht bekannt und das meine ich nicht negativ, denn es scheint doch noch ein paar Bands zu geben, die sich auf gesundem Wege ein immer größeres Publikum erspielen. Jetzt alle Songs aufzuzählen, wäre etwas müßig, da sie sich, wie gesagt, sehr auf die beiden genannten Alben konzentriert haben.
The National beeindrucken vor allem durch eine schön eigene Atmosphäre, die das Sextett mit ihren Songs und der warmen, tiefen Stimme von Matt Berninger erzeugen. Klar haben sie auch gute Songs, aber die Atmosphäre dominiert diese häufig und so hat man nach einiger Zeit das Gefühl, dass die britischen Vorbildern aus den 80ern angelehnte Musik zumindest bei mir den emotionalen Funken nicht so ganz zum Überspringen bringen kann. Gleiches beobachte ich auch bei artverwandten Bands wie Interpol, die nicht nur den selben Produzenten haben, oder den Editors, d.h. trotz einiger wirklich guter Songs, können diese Bands das Niveau nicht über ein ganzes Konzert halten.
Dies ist aber nur ein nicht sehr kleiner Wehrmutstropfen eines guten Konzertes und wenn eine Band eine derartige Stimmung erzeugt, können sie nicht viel falsch gemacht haben, oder?
Kategorie: About Shows
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