Okkervil River - Knust (Hamburg)
veröffentlicht am 28. November 2007 von Jörg
Es ist noch gar nicht so lange her, da haben Okkervil River an gleicher Stelle ein tolles Konzert vor etwa 100 Leuten gegeben und ihr grandioses Album “Black Sheep Boy” war gerade wiederveröffentlicht worden. Doch irgendwie war diesmal alles anders.
Die Menge hatte sich mehr als verdreifacht, das neue Album “The Stage Names” wurde in hiesigen Musikmagazinen abgefeiert und die Show ist wesentlich mehr Rock`n`Roll als es die im Zeichen der Melancholie stehende letzte Show war. Dass das neue Album sehr viel positiver und tanzbarer ausgefallen ist, wurde hier an anderer Stelle ja bereits erwähnt und schlug sich auch auf das verblüffend junge Publikum nieder.
Julie Doiron sollte man vorab noch kurz erwähnen, denn der Sarah Kuttner-Lookalike machte seine Sache als Support mit Drummer ganz ok, zu mehr reichte es dann leider nicht. Allerdings hat sie für die letzten drei Songs den Platz mit dem Drummer, dessen Name mir leider nicht bekannt ist, getauscht, dieser nahm also Gitarre und Mikro, erzählte was über die Einöde seiner Heimat und war aus meiner Sicht und mit Julie als Backing-Sängerin um einiges besser – Blue Healer heißt die Band in voller Besetzung und ein Album gibt es noch nicht.
So, nun zurück zu den sechs Herren von Okkervil River, die so gut wie jeden Song des neuen Albums spielten und dabei sichtlich Spaß hatten, was vor allem für die beiden “Haupt mitglieder” Will Sheff (Gesang & Gitarre) und Travis Nelsen (Drums) galt. Insgesamt versammelte die Band gefühlte 20 Instrumente auf der Bühne, inkl. Schellenring, Trompete, Steel-Gitarre, Rasseln, Mandoline und den üblichen Verdächtigen.
Natürlich kamen mit der Hymne ‘For Real’, ‘Black’, ‘King And Queen’ oder als Zugabe dem ruhigen, solo kredenzten ‘A Stone’ auch viele Songs des Vorgängeralbums zur Aufführung, aber die Zeit davor wurde doch recht stiefmütterlich behandelt. Das wirklich erste Album verschweigen sie ja eh, aber als Sheff im Zugabenteil fragte, ob lieber ein neuer oder ein alter Song gewünscht wird, kam es doch noch dazu, dass immerhin ‘Red’ vom “Don`t Fall In Love With Everyone You See”-Album gespielt wurde.
Der 80-minütige Auftritt zählt sicherlich zum Besten, was es in diesem Jahr auf Hamburger Bühnen zu sehen gab und mein kleiner Wehrmutstropfen, dass die melancholische Seite der Band mit fehlenden Songs wie ‘Happy Hearts’ oder ‘So Come Back. I Am Waiting’ (ist übrigens auch auf “About Songs Volume 2” drauf!) etwas zu kurz kam, störte dann auch nicht wirklich.
Kategorie: About Shows
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