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Veröffentlichung: 11.11.2011


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Ken Stringfellow & Subterfuge - Grüner Jäger (Hamburg)



Ist das nicht ein schönes Poster? Ca. 1,7 Millionen Hamburger haben gestern schon wieder ein recht legendäres Konzert verpasst, so dass sich nur so 60 Leute im Grünen Jäger einfanden, um dem zweiten Ken Stringellow – Konzert nach 5 (!) Jahren beizuwohnen. Immerhin hatte sich das Publikum im Vergleich zur Tanzhalle (RIP) immerhin verzehnfacht.

Klar haben weder die Düsseldorfer Subterfuge, noch Ken Stringfellow zur Zeit neue Alben veröffentlicht, aber die Idee, gemeinsam Songs beider Bands zu präsentieren, entstand halt einfach mal so.

Den Anfang machten Subterfuge mit drei Songs, denen dann drei von Mr. Stringfellow folgten, die aber gemeinsam kredenzt wurden. Dieser Turnus wurde dann so gut wie den ganzen Abend durchgehalten. Subterfuge machten ihre Sache dann eigentlich ganz gut, auch wenn man immer das Gefühl hatte, dass ihre Sets viel länger waren, was nicht unbedingt ein gutes Zeichen ist…

Ken Stringfellow spielte dann natürlich einen Querschnitt seines doch recht reichhaltigen Schaffens: Solo-Songs, besonders von seinem großartigen Album “Soft Commands” – ‘Known Diamond ist noch immer ein geniales Stück Musik – sowie Songs der Alt-Legende, die keiner so richtig kennt: Big Star und natürlich von seiner Hauptband Posies, auch wenn hier ein Jon Auer an seiner Seite etwas fehlte.

Das Publikum war sehr gemischt und obwohl Subterfuge nicht gerade Goldkettchenmusik machen, waren doch einige Schicksen aus dem grauenhaften Düsseldorf am Start, die vor allem durch lautes Quatschen und der Tatsache auffielen, dass sie jeden Satz von Stringfellow mit lautem Lachen begleiteten, damit auch jedem klar war, dass sie dem Englischen mächtig sind – wie armselig!

Ein bisschen weniger Subterfuge und ein bisschen mehr Ken Stringfellow hätte dem schönen Abend noch viel schöner werden lassen, denn an die Qualität der Songs und des Gesangs des in Frankreich lebenden Stringfellows kamen die Deutschen doch bei weitem nicht ran. Oft hat er auch gleich gar kein Mikrofon für seinen Gesang gebraucht, was die Musikliebhaber im Publikum natürlich noch mehr in seinen Bann zog. Überhaupt war die Atmosphäre sehr intim, denn wenn er nicht gerade am Keyboard seine Songs spielte, stand der ca. 20 Zentimeter vom Publikum entfernt.

Wie üblich fand der oftmals etwas tollpatschig wirkende Ken dann kein wirkliches Ende, was zum einen an seinem Charakter liegt, zum anderen an der Tatsache, dass bei Bands wie R.E.M., wo er ja auch spielt, andere das Ende bestimmen. So hauchte er den letzten Song ins Restpublikum und wir machten uns beseelt, müde und auf eine etwas bessere Musikwelt hoffend auf den Heimweg.

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